• 15.12.2011, 17:03:26
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ORF-Stiftungsrat stimmt Teilvalorisierung des ORF-Programmentgelts zu

Finanz- und Stellenplan 2012 genehmigt, Generaldirektor Wrabetz für Geschäftsjahr 2010 Entlastung erteilt

Wien (OTS) - Der ORF-Stiftungsrat hat in seiner Plenarsitzung am
Donnerstag, dem 15. Dezember 2011, unter dem Vorsitz von Brigitte
Kulovits-Rupp einer Teilvalorisierung des ORF-Programmentgelts mit 1.
Juni 2012 zugestimmt. Den Antrag hatte ORF-Generaldirektor Dr.
Alexander Wrabetz in der Finanzvorschau 2012 - 2016 gestellt. Mit der
Anpassung steigt der den ORF-Programmen zugutekommende Anteil am
Programmentgelt um 1,- Euro pro Monat und Haushalt. Wobei der ORF nur
67 Prozent der unter dem Titel Rundfunkgebühren eingehobenen Mittel
erhält - ein Drittel geht an Bund und Länder. Pro Tag erhält der ORF
nach der Valorisierung für sein umfassendes Programmangebot aus vier
Fernsehsendern, zwölf Radiosendern, neun Landesstudios, ORF.at,
TVthek, Teletext und vielem mehr 51 Cent, das sind nur drei Cent mehr
als bisher. Der ORF hat seine Programmangebote seit der letzten
Valorisierung 2008 massiv ausgeweitet und wird diesen Weg in den
kommenden Jahren konsequent fortsetzen. Nach der Prüfung durch die
Medienbehörde KommAustria soll die Valorisierung mit 1. Juni 2012 in
Kraft treten.

Weiters hat der ORF-Stiftungsrat den Prüfbericht 2010 mit der
Gebarungsprüfung des Geschäftsjahres 2010 genehmigt und
Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz die Entlastung für das
Geschäftsjahr 2010 erteilt. Darüber hinaus wurde der Finanz- und
Stellenplan 2012 genehmigt.

ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz: "Basis für nachhaltige
Weiterentwicklung des ORF-Leistungsspektrums mit Rekordvolumen an
österreichischen Produktionen geschaffen"

Seit 2007 hat der ORF ein umfangreiches Spar- und
Restrukturierungsprogramm umgesetzt. Die Kostenbasis wurde um rd. 150
Millionen Euro gesenkt, der Personalstand um mehr als 500
Dienstposten reduziert. Sowohl der ORF als auch der ORF-Konzern
bilanzierten 2010 positiv und werden auch 2011 und 2012 mit einem
Plus abschließen. "Selbstverständlich wird und muss der ORF auch
weiterhin seinen strikten Sparkurs fortsetzen und eine Senkung der
Kostenbasis im Personal- und Sachkostenbereich erreichen", so
ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz. "Trotz rigorosem
Sparprogramm hat der ORF seit der letzten Programmentgeltanpassung
sein Leistungsspektrum ausgebaut - unter anderem mit ORF eins und ORF
2 in HD, dem Start der TVthek, dem Launch der zwei neuen
Spartenkanäle ORF III Kultur und Information und ORF SPORT +, der
Steigerung der Investitionen in Eigenproduktionen und Filmwirtschaft
sowie dem Ausbau des Korrespondentennetzes und der Barrierefreiheit.
Angesichts der zunehmend verschärften Rahmenbedingungen im Wettbewerb
- Zunahme der Konkurrenz ohne Wertschöpfung für Österreich,
Marktfragmentierung durch Digitalisierung, explosionsartige
Steigerungen bei Sport- und Filmlizenzen und der großen
ORF-Programmvorhaben 2012 wie der Fußball-Europameisterschaft in
Polen und der Ukraine sowie der Olympischen Spiele in London - ist
zur Aufrechterhaltung des ORF-Leistungsspektrums in seiner Vielfalt
auch eine teilweise Abgeltung der Inflation nötig. Ich bedanke mich
beim ORF-Stiftungsrat für die konstruktive Diskussion. Die Beschlüsse
schaffen die Basis für eine nachhaltige Weiterentwicklung der
umfassenden Programmleistungen des ORF mit einem Rekordvolumen an
österreichischen Produktionen im kommenden Jahr", so
ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz.

Mag. Richard Grasl, Kaufmännischer Direktor des ORF: "Gute Basis, um
schwierige Herausforderungen zu meistern"

"Der Beschluss des Stiftungsrats über den Finanzrahmen bis 2016 ist
für uns eine solide Basis, auf der wir in der neuen
Geschäftsführungsperiode aufbauen können. Ich glaube, dass wir damit
die großen Herausforderungen bewältigen können. Zwei Drittel des
Finanzbedarfs werden durch Effizienzsteigerungen zu schließen sein,
was uns in den kommenden fünf Jahren vor besondere Herausforderungen
stellt", sagt Mag. Richard Grasl, Kaufmännischer Direktor des ORF.

Valorisierung ist niedrigste seit 30 Jahren

Erstmals deckt die Teilvalorisierung einen Zeitraum von neun Jahren
ab (2008 bis 2016). Die Teilvalorisierung ist die niedrigste seit 30
Jahren. Der den ORF-Programmen netto zugutekommende Anteil der
Rundfunkgebühren steigt mit der geplanten Anpassung um 1,01 Euro von
14,44 Euro auf 15,45 Euro pro Monat und Haushalt. Dem ORF verbleiben
nach Abzug von Landesabgabe, Kunstförderung, Fernseh- und
Rundfunkgebühr, Umsatzsteuer, Einhebungs- und
Verfahrensverwaltungsvergütung nur 67 Prozent der unter dem Titel
Rundfunkgebühren eingehobenen Mittel. Für den Empfang aller
ORF-Programme mit vier TV-Sendern, zwölf Radiosendern, ORF.at, TVthek
und Teletext bezahlt man dann pro Tag 51 Cent, das sind drei Cent
mehr als bisher. Das netto an den ORF fließende ORF-Programmentgelt
ist nach Erhöhung noch immer das niedrigste im deutschen Sprachraum
und liegt unter dem europäischen Durchschnitt vergleichbarer Länder.

Noch mehr österreichisches Programm 2012: 10.500 Stunden
eigenproduzierte Erstspielungen

Für 2012 plant der ORF eine Vielzahl von Großevents und
Programminnovationen: Die ORF-Radios liefern 105.120 Stunden
Programm, vom ORF-Fernsehen kommen 37.759 Stunden. Davon sind 10.500
Stunden eigenproduzierte Erstspielungen - unter anderem mit sieben
TV-Serien mit 63 Folgen, 50 ORF-Filmen, 74 Koproduktionen, 50
Großdokumentationen, 172 Dokumentationen aus den Landesstudios und
3.640 täglichen regionalen Informationssendungen.

Die neuen ORF-Spartenkanäle ORF III Kultur und Information und ORF
Sport + sollen weiterentwickelt werden. So ist ORF III etwa bei der
Diagonale dabei und bringt Schwerpunkte zum "Zweiten Weltkrieg aus
privater Sicht" und zum Mittelalter. ORF SPORT + bringt
Sportdokumentationen und sogenannte "Randsportarten" von den
Olympischen Spielen in London.

Der ORF-Sport widmet sich vor allem Sport-Großproduktionen wie den
Olympischen Sommerspielen in London, der Fußball-EM in Polen und der
Ukraine und zahlreichen Skiwettbewerben.
Die Investitionen in erfolgreiche österreichische Filme und Serien
sollen auf dem hohen Niveau der vergangenen Jahre fortgesetzt werden.
Erfolgsserien wie "Vier Frauen und ein Todesfall", "Schnell
ermittelt", "Soko Donau", "Soko Kitzbühel" und "Oben ohne" werden
fortgesetzt. Neues kommt mit "Braunschlag" mit Robert Palfrader und
Nicholas Ofczarek sowie "Paul Kemp" mit Harald Krassnitzer. Insgesamt
gibt es 63 Folgen von sieben TV-Serien 2012, weitere 45 sind für 2013
geplant.
50 neue Filmproduktionen kommen 2012 aus Österreich: Mit "Clarissas
Geheimnis" und "Die Verführerin - Adele Spitzeder" mit Birgit
Minichmayr stehen zwei Xaver-Schwarzenberger-Produktionen auf dem
Programm. Alexandra Neldel ist in der "Wanderhure"-Fortsetzung "Die
Kastellanin", Peter Simonischek "Der Meineidbauer". Darüber hinaus
gehen "Die Wüstenärztin", "So wie Du bist" von Wolfgang Murnberger,
"Spuren des Bösen" mit Nina Proll und Heino Ferch sowie "Vatertag"
mit Alexander Pschill auf Sendung.
Als große Fernsehshow-Events sind "Die große Chance", "Dancing
Stars", der "Eurovision Song Contest", "Österreich wählt", der "Life
Ball" und "Kaiserfestspiele" geplant. Das Kinderprogramm "Okidoki"
setzt seine erfolgreichen Eigenproduktionen fort und bringt ab Herbst
das neue Vorschulformat "ABC Bär".
172 Dokumentationen kommen 2012 aus den ORF-Landesstudios. 50 neue
Großproduktionen sind geplant: "Universum" gibt Einblicke in "Das
geheime Leben der Termiten" und "Die Donau - Lebensader Europas".
"Menschen & Mächte" beschäftigt sich mit den 1950er, 1960er und
1970er Jahren, "kreuz und quer" mit 50 Jahren Zweites Vatikanisches
Konzil. Kulturevents und -dokus zum Schnitzler-, Klimt- und
Nestroy-Jahr bilden ebenso Schwerpunkte wie jene der Information zu
den Wahlen in den USA, Frankreich und Russland, zum Thema Europa und
Energiewende.
Auch die ORF-Radios punkten mit einer Vielzahl von
Programminnovationen wie Gesprächssendungen um Mitternacht in
Österreich 1 oder Fortführung von Erfolgen wie dem Song Contest auf
Ö3 und liefern 2012 105.120 Stunden Programm.
Schließlich wird die Barrierefreiheit der ORF-Programme weiter
ausgebaut.

Finanzplan 2012: Weitere Senkung der Personal- und Sachkosten

Der ORF plant im Geschäftsjahr 2012 einen Gesamtumsatz in Höhe von
924,6 Mio. Euro. Davon entfallen auf Programmentgelte 595,9 Mio.
Euro, die Werbeerlöse werden im Finanzplan 2012 mit 218,1 Mio. Euro
veranschlagt, die sonstigen Umsatzerlöse mit 110,6 Mio. Euro. Für
Material, die bezogenen Leistungen und die sonstigen betrieblichen
Aufwendungen plant der ORF 601,3 Mio. Euro. Der Personalaufwand wird
2012 mit 343,9 Mio. Euro angesetzt, 2010 hatte der
Ist-Personalaufwand noch 346 Mio. Euro betragen. Der Mitarbeiterstand
des ständig im ORF beschäftigten Personals wird sich von 3.229 (Ist
2010) auf 3.188 im Jahr 2012 reduzieren. Für das Jahr 2012 plant der
ORF ein Konzern-EGT in der Höhe von 3,5 Mio. Euro.

Rückfragehinweis:
ORF-Unternehmenskommunikation
Rudolf Fehrmann
Tel.: (01) 87878 - DW 12765
http://presse.ORF.at

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