• 15.12.2011, 10:47:44
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WKÖ-Schwarzer: "Energy Roadmap 2050 weist energiepolitischen Weg in die Zukunft"

Szenarien loten Handlungsspielräume aus und erteilen Wunschdenken eine Absage

Wien (OTS/PWK918) - "Die von EU-Kommissar Günther Oettinger
vorgestellte Roadmap zur europäischen Energiepolitik bis 2050 ist
eine seriöse und wichtige Grundlage für eine langfristig
ausgerichtete Weiterentwicklung der Energiepolitik", begrüßt Stephan
Schwarzer, Leiter der Abteilung Umwelt- und Energiepolitik in der
Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), die heute in Brüssel präsentierte
Mitteilung der Kommission.

Die "Energy Roadmap 2050" basiert auf volkswirtschaftlichen
Berechnungen der EU-Klima-, Verkehrs- und Energiekommissare. In ihren
Analysen kommt die Kommission zum Ergebnis, dass bei einer
Fortführung der aktuellen Politik das Ziel der CO2-Reduktion um 80
bis 95% bis 2050 weit verfehlt wird, es werden nur 40% erreicht.

Die Energy Roadmap stellt daher verschiedene
Dekarbonisierungsszenarien für den Energiesektor bis 2050 dar. Sie
hält gleichzeitig fest, dass neben dem Klimaziel auch
Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit Grundpfeiler der
europäischen Energiepolitik sind.

In der Roadmap finden sich mehrere Szenarien. Eines sieht eine
massiv verstärkte Energieeffizienz vor, eines einen noch einmal
erweiterten Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energiequellen, eines
berücksichtigt den Atomkraftausbau und ein weiteres die Einlagerung
von CO2 in geologischen Strukturen.

Schwarzer: "Anders als die Climate Roadmap, die von der
Zwangsläufigkeit eines Pfads auszugehen scheint, ist der
Oettinger-Entwurf offen für verschiedene Entwicklungspfade. Er ist
nicht deterministisch auf ein bestimmtes Ziel, etwa nur
CO2-Minimierung, ausgerichtet."

So nimmt die Energy Roadmap auch zur Kenntnis, dass manche
Mitgliedstaaten Atomkraftwerke nicht als Mittel des Klimaschutzes
nutzen wollen und bestehende AKW nicht mehr durch neue ersetzen
wollen, was zu höheren CO2-Emissionen bei der Stromerzeugung führt.
Auch die unterirdische Kohlenstofflagerung, die in der Climate
Roadmap entgegen der Rechtslage flächendeckend vorausgesetzt wird,
ist keineswegs überall in den Mitgliedstaaten geschätzt und nach
Einschätzung von Experten derzeit in der Praxis gar nicht umsetzbar.

"Fest steht, dass Europa auf Energieeffizienz und Erneuerbare
setzen muss, um ein nachhaltiges Energiesystem aufzubauen, dass aber
auch diesen Strategien Grenzen gesetzt sind, sodass vor übereilten
Zielfestlegungen für 2050 zu warnen ist", so der WKÖ-Energieexperte.

Schwarzer begrüßt, dass die Kommission in ihren
Handlungsempfehlungen erkennt, dass der CO2-Preis zwar ein Treiber
für Investitionen sein kann, dass aber ein zu hoher CO2-Preis Europas
Wettbewerbsfähigkeit schadet und das Risiko von Carbon-Leakage
erhöht. Auch hier ist dem Oettinger-Entwurf folgend Ausgewogenheit
gefragt

"Wer den CO2-Preis durch politische Interventionen soweit in die
Höhe zu treibt, dass Investitionen zur Emissionsvermeidung in großem
Stil ausgelöst werden, riskiert, dass die energieintensiven Betriebe
ans EU-Ausland verloren gehen und Europa seine Wohlstandsbasis
unterminiert. Dies gilt umso mehr, als nach den Durban-Beschlüssen
ein international verbindliches Klimaabkommen frühestens in zehn
Jahren greift."

Die vorrangigen Anliegen der Kommission sind die Vollendung des
Energiebinnenmarktes, die Steigerung der Energieeffizienz, die
Errichtung der dringend benötigten Verteilnetze und Speicher, sowie
die Stärkung der Technologieführerschaften Europas.

Bei ihren Berechnungen betont die Kommission, dass es sich um
Annahmen und Projektionen in die Zukunft handelt und kündigt an, die
Roadmap regelmäßig zu aktualisieren, um aktuellen Entwicklungen
gerecht zu werden. So wurden beispielsweise der Atomunfall in
Fukushima sowie die deutsche Energiewende in die Berechnungen mit
einbezogen. (PM)

Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich, Abteilung für Umwelt- und Energiepolitik
Dr. Stephan Schwarzer
Tel.: Tel.: (++43) 0590 900-4195
mailto:[email protected]
http://wko.at/up

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