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OTS0147   14. Dez. 2011, 12:04

Grüne Wien/Wurzer: Ohne Gleichstellung keine vorzeitige Anhebung des Frauen-Pensionsantrittsalters


"Zuerst muss die Gleichstellung von Frauen und
Männern in allen gesellschaftlichen Bereichen, vor allem aber am
Arbeitsmarkt verwirklicht, sowie die gerechte Verteilung von
bezahlter und unbezahlter Arbeit gewährleistet werden", argumentiert
Martina Wurzer, Frauensprecherin der Wiener Grünen gegen eine
vorzeitige Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters für
Frauen. Wurzer kritisiert die Idee, mit der Anhebung des
Pensionantrittsalters von Frauen Einsparungen erzielen zu wollen.
Frauen sind von den Krisen stärker betroffen. Einsparungen im
öffentlichen Dienstleis-tungsbereich führen zu Verlagerungen von
Leistungen ins Private, wo sie verstärkt von Frauen gratis und
unbezahlt verrichtet werden. "So lange es ein Ungleichgewicht bei
Bezahlung, unbezahlter Arbeit, Karriere, Vereinbarkeit, Teilzeit,
Kinderbetreuung und Pflegearbeit zu Lasten von Frauen gibt, bedeutet
die vorzeitige Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters für
Frauen eine weitere Verschlechterung. Das Pensionsantrittsalter für
Frauen zu erhöhen, ignoriert die Probleme am Arbeitsmarkt.
Vorherrschende Ungerechtigkeiten für Frauen werden verschärft."

Das tatsächliche Pensionsantrittsalter von Frauen liegt derzeit bei
57,1 Jahren, obwohl das gesetzliche 60 vorschreibt. Männer treten im
Schnitt mit 59,1 Jahre statt 65 in die Pension ein. Wurzer: "Das
faktische Pensionsantrittsalter zwischen Frauen und Männern
unterscheidet sich lediglich um zwei Jahre. Man müsse endlich
wirksame Maßnahmen setzen, wie Frauen und natürlich auch Männer
länger erwerbstätig sein können. Fast ein Drittel der Frauen tritt
von der Arbeitslosigkeit oder langem Krankenstand in die Pension ein.
Es fehlt an altersgerechten Arbeitsplätzen in Betrieben und an
Unternehmenskulturen, die wertschätzend mit erfahrenen
Mitarbeiterinnen umgehen. Viele Frauen würden gerne länger Arbeiten,
wenn sie eine entsprechende Beschäftigung hätten. Man sollte endlich
dafür sorgen, dass jene, die länger Arbeiten wollen, auch können."

"Wir brauchen endlich wirksame Verbesserungen für die Arbeits- und
Lebenssituation von Frauen. Ein aktiver Gleichstellungsplan am
Arbeitsmarkt für Frauen ist Gebot der Stunde. Statt gummiweicher
Sollbestimmungen brauchen wir starke Gesetze, verpflichtende Quoten
und Sanktionen um sie durchsetzen zu können. Gleiches
Pensionsantrittsalter erst bei echter Gleichstellung", so Wurzer
abschließend.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0147 2011-12-14 12:04 141204 Dez 11 GKR0002 0321



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