• 13.12.2011, 17:00:32
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"KURIER"-Kommentar von Martina Salomon: "Kreative Steuerideen"

Wer Akademikersteuern will, sollte nicht versteckte Privilegien übersehen.

Wien (OTS) - Nirgendwo in Österreich ist so hohe Innovationskraft
vorhanden wie beim Erfinden neuer Steuern. Letzter Schrei: Teile der
SPÖ können sich eine Akademikersteuer statt Wiedereinführung von
Studiengebühren vorstellen. Das lässt sich gut vermarkten, weil in
Österreich ja die Meinung herrscht, dass jeder, der ein bisschen aus
der Menge herausragt, sicherheitshalber einen Kopf kürzer gemacht
werden sollte. (Außer Fußballer vielleicht, aber da ist das
Herausragende ohnehin nur das Einkommen.)
Manche Privilegien hingegen bleiben ein Tabu. Warum diskutiert
eigentlich niemand eine Arbeiterkammerpensionisten-Abgabe? Oder eine
Landesbeamtenpensionssteuer, solange zum Beispiel Wien nicht die vor
Jahren eingeführte Reform der Bundesbeamtenpension nachvollzieht? Und
was wäre mit einer Abgabe für Leute, die auf ererbten Mietverträgen
sitzen, daher im Vergleich zu marktüblichen Preisen lächerlich wenig
zahlen?
Möglicherweise wird aus der jetzt diskutierten "Akademikersteuer"
aber ohnehin ein kreditfinanziertes Studienmodell nach australischem
Vorbild. Das ist vernünftig - allerdings nur, wenn es auch sonst
Reformen gibt. Denn wer von Studenten kassiert, und sei's erst nach
Abschluss, sollte allen Unis die Möglichkeit geben, für
vernünftige(-re) Studienbedingungen zu sorgen.

Rückfragehinweis:
KURIER, Chefredaktion
Tel.: (01) 52 100/2601

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