• 13.12.2011, 11:33:25
  • /
  • OTS0105 OTW0105

Österreichischer Arbeitsgesundheitsmonitor: Gesundheitsberufe belasten die Gesundheit überdurchschnittlich

Linz (OTS) - Ausgerechnet jene Berufsgruppe, die sich
professionell um die Gesundheitsversorgung anderer kümmert, ist
selbst gesundheitlich überdurchschnittlich gefährdet. Beschäftigte in
Gesundheits- und Pflegeberufen leiden häufiger unter körperlichen
Beschwerden als Arbeitnehmer/-innen in anderen Berufsgruppen. Das ist
das Kernergebnis der jüngsten Auswertung des "Österreichischen
Arbeitsgesundheitsmonitors".

AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer fordert entsprechende
Konsequenzen aus diesem Ergebnis: "Den Pflege- und Gesundheitsberufen
muss größere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Die Arbeitgeber in
diesem Sektor haben viel mehr für die Gesundheit der Beschäftigten zu
tun. Es reicht aber nicht, weitere Angebote für die
Gesundheitsförderung zu machen. Wesentlich ist eine Aufstockung des
Personals. Denn der Personalengpass ist eine zentrale Ursache
zunehmender Belastungen."

Beschäftigte in den Gesundheits- und Pflegeberufen haben häu-figer
körperliche Beschwerden als andere Arbeitnehmer/-innen. Besonders
negativ betroffen sind innerhalb dieser Gruppe die Pflegeberufe und
hier wiederum insbesondere der Bereich der Alten- und
Behindertenpflege.

Die am häufigsten genannten körperlichen Beschwerden in den
Ge-sundheitsberufen sind Muskelverspannungen, Kreuzschmerzen,
Kopf-schmerzen, Erschöpfung, Einschlafstörungen und Magenbeschwerden.

Neben körperlichen Belastungen treten auch psychische
Beeinträchtigungen in den Pflegeberufen häufiger auf als in anderen
Berufsgruppen. Während die Gesamtheit der unselbständig Beschäftigten
bzw. der Gesundheitsberufe zu 33 Prozent keine psychischen
Beschwerden hat, ist dies nur bei 24 bzw. 27 Prozent der
Pfleger/-innen der Fall. Hingegen sind Ärzte/-innen deutlich weniger
belastet.

Die stärksten Belastungen im Gesundheits- und Pflegebereich sind
die dauernd hohe Verantwortung, die hohe Konzentration, der häufige
Patientenkontakt, der Umgang mit Leiden und Kranken, die schwere
körperliche Anstrengung, einseitige, sich häufig wiederholende und
anstrengende Tätigkeiten sowie häufiges Stehen. Zeitdruck und hohe
Arbeitsverdichtung sind weitere belastende Faktoren.

Dienstgeber/-innen in den Gesundheitsberufen (vor allem
öffentliche) machen ihren Mitarbeiter/-innen ungleich mehr Angebote
zur Gesundheitsförderung als die Gesamtheit der Betriebe. Dennoch
klagen die Beschäftigten im Gesundheitssektor mehr über körperliche
und psychische Beschwerden als Arbeitnehmer/-innen in anderen
Bereichen. AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer: "Es darf nicht sein,
dass sich Arbeitnehmer, die sich um die Gesundheit anderer kümmern,
höheren Gesundheitsrisiken ausgesetzt sind. Deshalb müssen die
Arbeitsbedingungen drastisch verbessert werden."

Rückfragehinweis:
Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation
Martina Macher
Tel.: (0732) 6906-2190
mailto:[email protected]
http://www.arbeiterkammer.com

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AKO

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel