- 13.12.2011, 09:56:21
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Umweltdachverband: Front gegen Kraftwerkspläne in Innervillgraten wird breiter
- UWD-Vollversammlung verabschiedet einstimmig Resolution gegen Kleinstkraftwerke in Osttirol
Wien (OTS) - - LH Platter muss handeln: Stopp für wirtschaftlich
riskantes Projekt!
- Kleinkraftwerke in Innervillgraten nach dem Tiroler
Kriterienkatalog nicht genehmigungsfähig
Der Druck auf Innervillgraten wächst: "Alle 39
Mitgliedsorganisationen des UWD mit rund 1,3 Millionen Mitgliedern -
darunter der Oesterreichische Alpenverein, die Naturfreunde, der
Naturschutzbund, der Fischereiverband, die Arbeiterfischereivereine
u.v.m. - sprechen sich in einer Resolution geschlossen gegen den
Kleinwasserkraftausbau auf Kosten der Region aus", sagt Gerhard
Heilingbrunner, ehrenamtlicher Präsident des Umweltdachverbandes. Die
geplanten Kraftwerke am Staller- und Kalksteinbach, für die kein
öffentliches Interesse ableitbar ist, wären betriebswirtschaftlich
völlig unrentabel und für die Stromerzeugung irrelevant, würden
jedoch naturnahe Gewässerstrecken zerstören und die einzigartige
Natur- und Kulturlandschaft des Villgratentales gefährden.
Modellfall für Wasserkraftausbau auf Kosten der Region
Das Villgratental ist somit einen Modellfall für die öfters geübte
regionalpolitische Strategie, Gemeindebudgets durch Kraftwerksbau
sanieren zu wollen. Der UWD und seine Mitgliedsorganisationen lehnen
eine derartige Entwicklung dezidiert ab. In der Resolution wird der
Gemeinde Innervillgraten dringend empfohlen, von der Realisierung
dieses wirtschaftlich riskanten Projektes Abstand zu nehmen und durch
andere erneuerbare Energieversorgungsprojekte in der Gemeinde tätig
zu werden.
Tiroler LH Platter muss nun endlich handeln
"Der UWD und seine Mitgliedsorganisationen fordern den
Landeshauptmann von Tirol auf, Innervillgraten dabei bestmöglich zu
unterstützen. Das Land Tirol hat die Gemeinde in die jetzige
verzwickte Lage gebracht. Hätte das Land als 1. Instanz im
Wasserrechtsverfahren ein ordnungsgemäßes Prüfverfahren durchgeführt,
hätte es niemals eine Genehmigung erteilen dürfen. Der UWD fordert
vom LH Aufklärung, wer für das "Schummeln" - die Stromausbeute aus
beiden Kraftwerken ist faktisch um 25 % geringer als die Tiroler
Wasserrechtsbehörde im Bescheid behauptet - verantwortlich ist, die
Fakten zu überprüfen und angesichts der geringen Stromproduktion und
der dennoch zu erwartenden nachhaltigen Schädigung der Region sowie
der prognostizierten Schäden am Gewässerökosystem das öffentliche
Interesse an der Nicht-Realisierung des Projektes von Grund auf neu
zu bewerten", so Heilingbrunner.
LH-Stv. Steixner schießt seinen Vorgaben selbst ab
"Der für das Wasserrechtsverfahren zuständige LH-Stv. Steixner muss
erklären, wie es zu der Missinterpretation der hydrologischen Daten
kommt und warum wenige Woche vor Beschluss des Tiroler
Kriterienkatalogs für den Wasserkraftausbau in der Landesregierung
der rechtswidrige wasserrechtliche Genehmigungsbescheid über seinen
Schreibtisch gehen konnte. Er musste zu diesem Zeitpunkt bereits
wissen, dass das KKW Innervillgraten nach dem Tiroler
Gewässerkriterienkatalog niemals genehmigungsfähig ist. Damit hat
Steixner seinen - von allen NGOs abgelehnten - Kriterienkatalog noch
vor dessen Inkrafttreten selbst torpediert", stellt Heilingbrunner
abschließend fest.
Rückfragehinweis:
Umweltdachverband Dr.in Sylvia Steinbauer Öffentlichkeitsarbeit Tel.: (++43-1)40113/21 mailto:[email protected] http://www.umweltdachverband.at
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