- 12.12.2011, 13:32:56
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Bures warnt vor EU-weiter Zulassung von Gigalinern - Aufweichung des Verbots im grenzüberschreitenden Verkehr droht
Wien (OTS/BMVIT) - Verkehrsministerin Doris Bures hat am Montag in
Brüssel ihren dänischen Amtskollegen Henrik Dam Kristensen getroffen.
Dänemark übernimmt mit Jahreswechsel die EU-Präsidentschaft von
Polen. Im Verkehrsbereich stehen wichtige Entscheidungen bevor,
darunter die Behandlung des Kommissionsvorschlags über die
Neuausrichtung der Transeuropäischen Netze mit einem neu definierten
TEN-Kernnetz. Dieser Vorschlag wird von Österreich unterstützt, zumal
die großen österreichischen Korridore mit Westbahn, Brenner- und
Südstrecke Teil des geplanten EU-Kernnetzes sind. Sehr kritisch sieht
die Ministerin allerdings neue Bestrebungen der Kommission, die
sogenannten Gigaliner, also 25 Meter lange und 60 Tonnen schwere
Lkws, im grenzüberschreitenden Verkehr zuzulassen. ****
Bures hat beim dänischen Verkehrsminister die strikte Ablehnung
Österreichs bekräftigt. Sie hat ihrem Amtskollegen die drei
österreichischen Studien über die negativen Auswirkungen der
Megatrucks auf die Verkehrssicherheit, Infrastrukturkosten und den
Schienengüterverkehr übergeben. Aktueller Anlass: Derzeit verdichten
sich die Anzeichen, dass die Kommission im kommenden Jahr einen
Vorschlag unterbreiten will, Gigaliner im grenzüberschreitenden
Verkehr zuzulassen, wenn es dazu bilaterale Abkommen gibt.
Die Verkehrsministerin kündigt entschlossenen Widerstand Österreichs
an; denn mit einer bilateralen Zulassung würde die Tür für die
unionsweite Zulassung aufgestoßen. "Ich halte das für
unverantwortlich, weil es die Klimaschutzziele der Union vollkommen
konterkariert. Im Weißbuch Verkehr wird eine umfangreiche Verlagerung
auf die Schiene für alle Transporte über mittlere und lange Strecken
festgeschrieben - die Zulassung von Gigalinern im
grenzüberschreitenden Verkehr bewirkt das Gegenteil, nämlich die
massive Verlagerung von Schwerverkehr auf die Straßen." Das
österreichische Verkehrsministerium wendet sich deshalb strikt gegen
jede Änderung der EU-Richtlinie über die Abmessungen und Gewichte für
Lkws im nationalen und grenzüberschreitenden Verkehr.
Im Vorjahr hat das Verkehrsministerium die drei Studien über die
Auswirkungen einer EU-weiten Zulassung von Gigalinern vorgelegt. Hier
die wichtigsten Ergebnisse:
* Milliardenkosten für Straße: 5,4 Mrd. Euro würden in Österreichs
Autobahnen und Schnellstraßen investiert werden müssen, um sie für
die 60 Tonnen schweren und 25 Meter langen Mega-Trucks aufzurüsten.
* Existenzielle Gefährdung für die Güterbahnen in ganz Europa: Der
kombinierte Verkehr würde bei EU-weiter Zulassung von Gigalinern 75
Prozent seines Volumens verlieren - eine wirtschaftliche Bedrohung
für jede europäische Güterbahn.
* Das Unfallrisiko nimmt zu, die Schwere von Unfällen und damit der
Verletzungen steigt. Das Risiko für Pkw-Fahrer bei einem Unfall mit
einem 60-Tonnen-Lkw getötet zu werden, ist viermal so hoch im
Vergleich zum 40-Tonner.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie
Mag.a Marianne Lackner, Pressesprecherin
Tel.: +43 (0) 1 711 6265-8121
mailto:[email protected]
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