- 12.12.2011, 09:00:37
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AUVA-Pflegepreis Niederösterreich 2011 geht an Familie Jasari aus Wolkersdorf
Wien (OTS) - Der Zusammenhalt seiner Familie ermöglicht Halim
Jasari seit seinem Schulunfall im September 1990 ein Leben in
Geborgenheit und liebevoller Obsorge. Beim Schwimmen während einer
Schulsportwoche war er fast ertrunken und liegt seitdem im Wachkoma.
Ihn zu pflegen ist eine ungeheure Aufgabe 24 Stunden lang, Tag und
Nacht. Waren es zuerst Vater und Mutter, so sind es nach dem Tod des
Vaters nun Mutter und Schwester, die immer für ihn da sind.
Als Dank und Anerkennung für 21 Jahre schwerste Pflege erhalten
Hafija Jasari und Halime Sinani den AUVA-Pflegepreis 2011 für
Niederösterreich. Soziallandesrätin Mag. Barbara Schwarz - in
Vertretung von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll -, Mag. Friederike
Lackenbauer, Direktorin der AUVA-Landesstelle Wien, Dr. Christian
Haberle, Abteilung Gesundheitswesen AK NÖ, und Dr. Franz Wiedersich,
Direktor der Wirtschaftskammer NÖ, bedankten sich und gratulierten am
Montag, dem 12. Dezember um 9 Uhr im Leopoldsaal-Saal des St.
Pöltener Landhauses.
Dank und Glückwünschen schlossen sich im Leopold-Saal Betreuer und
Freunde, Jury-Mitglieder und die Wolkersdorfer Bürgermeisterin Anna
Steindl.
Während der Schulsportwoche schlug Halim Jasari - damals noch 14
Jahre alt - aus ungeklärter Ursache beim Durchschwimmen der Schleuse
vom Außenbecken in das Hallenbassin mit dem Kopf auf den Boden auf,
verlor das Bewusstsein und trieb minutenlang regungslos im Wasser.
Die Wiederbelebung war erfolgreich und Halim kam für fast ein Jahr in
verschiedene Spitäler. Von der ersten Minute an dabei waren seine
Eltern, die in diesen Monaten die professionelle Pflege erlernten.
Halime Sinani spricht für ihre Familie: "Wir hoffen, dass sich
sein Zustand nicht verschlechtert. Seine wichtigste Bezugsperson nach
dem Unfall war unser Vater. Seit seinem Tod vor zwei Jahren ist Halim
manchmal ein bisserl schwierig, da will er nicht."
Seit 1990 liegt der heute 36 jährige Halim im Wachkoma
(appallisches Syndrom). Für Besucher wirkt er teilnahmslos, die
Familie kann seinen Gesichtsausdruck und seine Laute deuten.
Sämtliche Körperfunktionen bedürfen entsprechender Unterstützung,
selbstständig kann er nichts bewegen. Was das für seine Pflege
bedeutet, können sich außenstehende nur schwer vorstellen. Trotzdem
ist er in einem ausgezeichneten Zustand, selbst professionelle
Pfleger könnten es nicht besser.
Bis zu seinem Tod im Juni 2009 sah es sein Vater als seine Aufgabe
an, ihn zu pflegen. Er wurde zunehmend von Hafija Jasari (64 Jahre)
und seiner Tochter Halime unterstützt. Die 39-Jährige hat selbst den
Pflegeberuf gewählt und 1996 geheiratet. Sie lebt mit ihrem Mann und
ihren drei Kindern ganz in der Nähe und hat den Eltern versprochen,
die Pflege ihres Bruders zu übernehmen, wenn auch die Mutter dazu
nicht mehr in der Lage ist.
Leider ist die enorme Belastung auch bei Hafija Jasari nicht ohne
Folgen geblieben: die Sorge um die eigene Gesundheit ist ihr nicht so
wichtig, wie die Sorge um den Zustand ihres Sohnes.
Halim und seine Mutter leben seit rund zehn Jahren in einer von
der AUVA-Landesstelle Wien mitfinanzierten und optimal adaptierten
Genossenschaftswohnung. Weiters wurde mit diversen technischen
Hilfsmitteln wie Deckenlift, Multifunktionsrollstuhl, Spezialbett,
Treppensteiger, Pflegebadewanne und der Ankauf eines Autos
unterstützt. Halim bekommt zur finanziellen Abstützung Rente,
Waisenpension und Pflegegeld der Stufe 7.
Über die AUVA:
Bei der AUVA sind rund 4,5 Millionen Personen gesetzlich gegen
Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten versichert: 1,2 Millionen
Arbeiter, 1,6 Millionen Angestellte, 420.000 Selbständige
sowie 1,3 Millionen Schüler und Studenten. Die Landesstelle Wien
betreut in den Bundesländern Wien, Niederösterreich und Burgenland 42
Prozent der AUVA-Versicherten. Pro Jahr erhalten 120.000 Verletzte in
den Wiener AUVA-Unfallkrankenhäusern Meidling und Lorenz Böhler sowie
1.900 Patienten in den Rehabilitationszentren Wien-Meidling und
Weißer Hof, Klosterneuburg, die bestmögliche Behandlung. Die AUVA
finanziert ihre Aufgaben als soziale Unfallversicherung aus
Pflichtbeiträgen der Dienstgeber. Prävention ist dabei die vorrangige
Kernaufgabe der AUVA - die Verhütung von Unfällen und die Vorbeugung
von Berufskrankheiten senkt die Kosten für die drei weiteren
Unternehmensbereiche Heilbehandlung, Rehabilitation und finanzielle
Entschädigung von Unfallopfern am wirksamsten.
Rückfragehinweis:
Gabriela Würth Öffentlichkeitsarbeit der AUVA-Landesstelle Wien Telefon: 02242/38300 Telefon mobil: 0676/33 24 879 E-Mail: [email protected] Im Internet: www.auva.at/wien
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