OTS0120   9. Dez. 2011, 11:57

Tag der Menschenrechte: Jugend ohne Zukunft? In Recht auf Prävention investieren!

Diakonie: Berufsorientierungsprogramme an Schulen, koordinierte Elternarbeit und frühe Hilfen sind unerlässlich, um Jugendliche auf ihrem Weg zu stärken.


"Jedes Jahr brechen 10.000 Kinder und Jugendliche
vorzeitig die Schule ab. 30.000 sind auf Unterstützung der
Jugendwohlfahrt angewiesen, 148.000 Minderjährige müssen in
manifester Armut leben. In Zeiten der Wirtschaftskrise darf nicht
vergessen werden, dass Kinder und Jugendliche Rechte haben, die
eingehalten werden müssen," erinnert Martin Schenk, Sozialexperte und
stv. Direktor der Diakonie Österreich, anlässlich des Internationalen
Tages der Menschenrechte am 10. Dezember an die offenen Fragen in der
Jugendarbeit.

"Für die wichtige präventive Arbeit fehlen die rechtlichen
Grundlagen. Derzeit gibt es nur den Anspruch auf Leistungen, wenn
Gefahr droht. Vielmehr muss es aber soziale Rechte auf präventive
Maßnahmen geben, damit es gar nicht erst zum Schlimmsten kommt."

Investitionen in präventive Hilfe notwendig

"Es braucht Investitionen in den Jugend-Bereich. Vor allem
präventive Maßnahmen wie ein Ausbau von Berufsorientierungsprogrammen
an Schulen und koordinierte Elternarbeit bzw. frühe Hilfen sind
unerlässlich, um Jugendliche auf ihrem Weg zu stärken," so Schenk.

Neben diesen Maßnahmen braucht es aber auch gesetzliche
Rahmenbedingungen, um die Zukunftschancen von Jugendlichen zu
erhöhen, ist Schenk überzeugt. "Wir arbeiten in der österreichischen
Jugendwohlfahrt noch immer mit neun unterschiedlichen Gesetzen, neun
unterschiedlichen Qualitätsstandards und neun unterschiedlichen
Kategorisierungen von sozialen Dienstleistungen. Eine
Vereinheitlichung der Gesetzgebung ist überfällig, und wird von
ExpertInnen immer wieder gefordert."

Ein weiterer Punkt: Für viele Jugendliche heißt das Erreichen des
18. Lebensjahrs, "Geburtstagskerzen ausblasen und gehen". Familien
setzen ihre Kinder üblicherweise nicht mit 18 Jahren plötzlich auf
die Straße, sondern fördern im besten Fall ihre Entwicklung zu
reifen, selbstständigen Erwachsenen. Der Staat Österreich beendet
seine Fürsorge jenen Kindern gegenüber, die ihm anvertraut sind. Und
zwar mit 18. Die Gewährung der Hilfe bis zum 21. Lebensjahr - wie in
anderen europäischen Ländern üblich - wäre ein wichtiger Beitrag zu
den sozialen Menschenrechten", so Schenk.

Die Kids können nicht länger warten

Kinder und Jugendliche, die kein behütetes Zuhause haben, können
nicht länger warten. "Es ist Zeit, endlich konkret zu werden. Denn
die Folgekosten, die aufgrund nicht getätigter Investitionen
entstehen, sind wesentlich höher als präventive Ausgaben. Vom Leid
der Familien, Kinder und Jugendlichen ganz abgesehen," so Schenk
abschließend.

Die Diakonie macht im Rahmen ihrer Kampagne "Jugendliche ohne
Zukunft? Niemand darf verloren gehen" mit Nachdruck auf
Jugendarbeitslosigkeit, Schulabbruch und Hoffnungslosigkeit
aufmerksam.

http://www.diakonie.at/goto/de/kampagnen/hoffnungstraeger

Die Diakonie engagiert sich in der Familienberatung, mit
Notschlafstellen, Wohngemeinschaften, Arbeitstrainings,
Schulassistenz, frühe Kommunikationsförderungen bis hin zu betreutem
Wohnen in Krisensituationen.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0120 2011-12-09 11:57 091157 Dez 11 DIK0002 0438



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