- 09.12.2011, 09:28:37
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UNHCR zum Tag der Menschenrechte: Resettlement ist Gebot der Stunde
5.000 Flüchtlinge seit Monaten an Libyens Grenzen gestrandet
Wien (OTS) - Am morgigen 10. Dezember ist der Internationale Tag
der Menschenrechte. Die Verletzung von Menschenrechten ist nach wie
vor die Hauptursache für globale Flucht und Vertreibung. Statistisch
gesehen müssen jede Minute acht Menschen vor Konflikt oder Verfolgung
flüchten; weltweit wächst die Zahl von lang anhaltenden, gewaltsamen
Konflikten. Die Folge davon ist, dass viele Flüchtlinge jahrelang
unter schwierigsten Bedingungen in Flüchtlingscamps ausharren müssen.
Für diese Menschen gibt es oft nur eine Zukunftsperspektive: Das
sogenannte Resettlement, also eine Neuansiedlung in Drittländern.
Anlässlich des Internationalen Tages der Menschenrechte appelliert
UNHCR an die politisch Verantwortlichen in Österreich, ein
solidarisches Zeichen zu setzen und schutzbedürftigen Menschen durch
Resettlement eine Zukunft zu geben.
In einer besonders prekären Lage befinden sich momentan
Flüchtlinge, die vor den Konflikten aus Libyen geflohen sind und die
nun seit Monaten in behelfsmäßigen Flüchtlingslagern an der
tunesischen und ägyptischen Grenze festsitzen. Die Betroffenen
stammen zumeist aus Subsahara-Ländern, die von jahrzehntelangen
leidvollen Konflikten erschüttert werden, wie Sudan oder Somalia.
Diese Menschen haben in Libyen Zuflucht gesucht und wurden von dort
nun ein zweites Mal vertrieben. "Eine Rückkehr in ihre Heimat ist für
die Flüchtlinge nicht möglich und in Libyen werden sie verdächtigt,
Gaddafi im Kampf gegen die Bevölkerung unterstützt zu haben. Sie sind
buchstäblich in den Lagern an der Grenze gestrandet. Für diese
Menschen ist die einzige Lösung eine Neuansiedlung in einem
Drittland", beschreibt Christoph Pinter, Leiter des UNHCR-Büros in
Österreich, die schwierige Lage der Betroffenen.
"Österreich ist hier gefordert, einen Beitrag zum Schutz dieser
gestrandeten Flüchtlinge zu leisten und einigen von ihnen die
Möglichkeit zu einem Neuanfang in Sicherheit zu geben. Das ist ein
Gebot der Menschlichkeit", so Pinter weiter. Dabei gehe es nicht um
die Aufnahme einer großen Gruppe durch ein einzelnes Land, sondern um
einen solidarischen Beitrag aller.
Insgesamt sind rund 5.000 registrierte Flüchtlinge an den Grenzen
von Tunesien und Ägypten auf die Aufnahme durch die internationale
Staatengemeinschaft angewiesen. UNHCR hat bereits Anfang April eine
globale Initiative gestartet und Länder gebeten, diese Flüchtlinge
aufzunehmen und Tunesien und Ägypten nicht allein zu lassen. Einige
Länder wie z.B. Kanada oder die USA, aber auch europäische Länder wie
beispielsweise Norwegen, Schweden, Dänemark, Portugal, die
Niederlande oder Belgien haben insgesamt ca. 1.000 Plätze zur
Verfügung gestellt. Das reicht aber bei weitem nicht aus, um alle
Flüchtlinge aus ihrer Notlage zu befreien.
Rückfragehinweis:
Mag.a Ruth Schöffl, Tel. +43-1/26060 5307,
Mobil: +43-699/1459 5307 Mail: [email protected]
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