- 07.12.2011, 10:08:18
- /
- OTS0072 OTW0072
AK Tumpel: "EU Fördergeld für Kindergärten und die Pflege sorgt für mehr Frauenbeschäftigung."
Eine AK Studie zeigt, dass Investitionen in soziale Dienstleistungen gerade im ländlichen Raum mehr Beschäftigung bringt
Wien/Brüssel (OTS) - "Die EU Politiker sollten neben der
Eurorettung nicht auf die Beschäftigung vergessen", mahnt AK
Präsident Herbert Tumpel ein. Als Beschäftigungsziel wurde in der EU
Strategie 2020 europaweit 75 Prozent vereinbart: "Das werden wir ohne
eine deutlich höhere Frauenbeschäftigung nicht erreichen." Eine heute
vom AK Büro in Brüssel präsentierte Studie zeigt, dass Investitionen
in soziale Dienstleistungen ein hohes Potenzial für Beschäftigung
bietet: Alleine durch den Ausbau von Kindergärten könnte man in
Österreich Arbeit für 38.000 Menschen ermöglichen.
Vor allem in konjunkturell schwierigen Zeiten sind das Jobs, die wir
auch zur Budgetkonsolidierung brauchen. Die AK hat immer betont, dass
man Beschäftigung und Wachstum nicht gefährden darf:
"Arbeitslosigkeit schmerzt sowohl die Menschen als auch die
öffentliche Hand", sagt Tumpel. Arbeitslosigkeit schlägt sich im
Budget doppelt nieder: Einerseits durch die
Arbeitslosen-Unterstützung und andererseits durch die
Einnahmenausfälle für den Staat. Das macht bei 50.000 Arbeitslosen
1,5 Milliarden Euro pro Jahr.
Österreich bekommt 1,2 Milliarden Euro jährlich aus dem Europäischen
Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raums. Der
Großteil des Geldes fließt aber direkt an Landwirte. Im Moment werden
die EU Fördertöpfe ab 2014 neu verhandelt. "Da wäre es nur recht und
billig wenn man künftig zumindest einen Teil für Investitionen in
soziale Dienstleistungen in ländlichen Regionen reserviert", sagt AK
Präsident Herbert Tumpel: "Da könnten alle, vor allem aber viele
Frauen, leichter arbeiten gehen."
Denn eine heute bei der Tagung der AK Europa in Brüssel präsentierte
Studie mit dem Titel "Going for Care - Going for Growth" zeigt: Wenn
die soziale Infrastruktur wie Pflegeheime, Kindergärten oder auch der
öffentliche Verkehr fehlt, dann behindert das vor allem Frauen bei
der Erwerbsarbeit. Und es führt zu einer Abwanderung junger Menschen
aus dem ländlichen Raum. Dabei könnten gerade diese Bereiche wieder
Arbeitplätze für Frauen bieten. Die skandinavischen Länder zeigen
vor, wie es geht. Investitionen in soziale Dienstleistungen haben
gleich einen doppelten Nutzen: "Das sind echte
Zukunftsinvestitionen", sagt Tumpel: "Und über die Lohnsteuern fließt
auch noch mehr Geld ins Budget."
Ein Beispiel, was mehr Investitionen in die Kinderbetreuung bringen:
Österreich müsste die 35.000 notwendigen Betreuungsplätze für
Kleinkinder schaffen. Bei 70.000 Betreuungsplätzen für Kinder müsste
man die Öffnungszeiten ausweiten. Das würde direkt für 10.000
Arbeitsplätze in der Kinderbetreuung selbst sorgen. Und darüber
hinaus sorgt diese Investition für weitere 28.000 Menschen überhaupt
erst die Möglichkeit zu arbeiten oder ihre Arbeitszeit auszuweiten,
weil sich dadurch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie
verbessert.
Die AK fordert daher:
+ dass, bei allen Konsolidierungsbemühungen nicht auf Maßnahmen zur
Absicherung und Verbesserung von Beschäftigung vergessen wird. Der
Bereich der soziale Dienstleistungen bietet dafür enormes Potenzial.
+ von der Politik auf EU Ebene bei den Neuverhandlungen zumindest
einen Teil des Geldes aus dem "Europäischen Landwirtschaftsfonds für
die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER)" und aus dem
"Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)" für
Kinderbetreuung und Pflege zu reservieren.
+ von der Politik in Österreich, geeignete Projekte im Bereich der
sozialen Dienstleistungen zu initiieren, die dann mit EU Geldern
gefördert werden können.
+ einen finanzielle Anreiz für gemeindeübergreifende Kooperationen
zum Ausbau sozialer Dienstleistungen.
Die Studie zum Download: www.wien.arbeiterkammer.at/eu
Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Martina Madner
Tel.: +43-1 501 65-2151
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AKW






