• 06.12.2011, 14:26:41
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Frauen-Einkommen: WKÖ-Hochhauser verwahrt sich gegen Schlechtreden von Teilzeitarbeit

Einkommenskluft hat sich verringert - Wirtschaftskammer sieht Ausbau der Kinderbetreuung und Abbau von Stereotypen als Schlüssel zu weiterer Verbesserung

Wien (OTS/PWK897) - "Dass die bestehenden Unterschiede
zwischen Frauen- und Männereinkommen nicht von einem Tag zum anderen
sich ändern, ist klar", kommentiert die Generalsekretärin der
Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Anna Maria Hochhauser, die
jüngsten Daten der Statistik Austria zur Einkommensentwicklung. " Ein
Alarmsignal wie die Frauenministerin sehe ich aber ganz und gar
nicht. Im Gegenteil: Die Differenz zwischen Männer- und
Fraueneinkommen hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht nur nicht
vergrößert, sondern sogar verkleinert."

Zugleich verwahrt sich Hochhauser gegen ein Schlechtreden von
Teilzeitarbeit: "Das nützt niemandem, schon gar nicht den Frauen. Für
viele Frauen eröffnet Teilzeitarbeit erst die Möglichkeit, nach der
Babypause wieder eine Beschäftigung anzunehmen." Teilzeitarbeit werde
den Frauen nicht aufgezwungen, sondern vielfach eingefordert, betont
die WKÖ-Generalsekretärin. Das zeigt sich auch daran, dass die
Nachfrage von Teilzeitstellen das Angebot um ein Vielfaches
übersteigt. Laut einer AK-Studie sind Teilzeitbeschäftigte in
Österreich sogar wesentlicher zufriedener mit ihrer Arbeitszeit als
Vollzeitbeschäftigte.

Die heute veröffentlichten Daten seien aus mehreren Gründen mit
Vorsicht zu betrachten: Gemäß Statistik Austria erreicht das
Einkommen der Frauen im Mittel nur 60% das Einkommen der Männer. Als
Datengrundlage dienten die Jahreslohnzettel aller unselbständigen
Erwerbstägigen. Allerdings sind die Daten nicht bereinigt um jene
Merkmale, die für das geschlechtsspezifische Verdienstgefälle
hauptverantwortlich gemacht werden, nämlich Unterschiede in der
Ausbildung, Beschäftigungsdauer und Berufserfahrung oder
Erwerbsunterbrechungen. Werden allerdings die Einflüsse wie Teilzeit
und saisonal Beschäftigte berücksichtigt, so reduziert sich der
relative Einkommensnachteil der Frauen gegenüber den Männern auf 19%.
"Im Vergleich mit dem Vorjahr zeigt sich somit sogar eine
Verbesserung der Einkommen der Frauen um fast 1%", betont
Hochhauser.

Die nach wie vor bestehenden Unterschiede zwischen Männer- und
Fraueneinkommen haben viele Ursachen, von der Berufswahl über
mangelnde externe Kinderbetreuung bis hin zu Unterschieden im
Verhalten. "So vielfältig die Ursachen sind, so vielfältig müssen
auch die notwendigen Lösungsansätze sein", meint die
WKÖ-Generalsekretärin.

Aus Sicht der Wirtschaftskammer müssen vor allem Maßnahmen zur
Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und zur Änderung
von Rollenbildern im Vordergrund: stehen. "Ein umfassendes
Kinderbetreuungsangebot jenseits von '9 to 5' ist essentiell, damit
vor allem Frauen Familie und Karriere besser unter einen Hut bringen
können", so Hochhauser. Zudem sollten Mädchen und junge Frauen durch
gezielte Berufsinformation bereits in der Schule dazu ermuntert
werden, in klassische - und lukrativere - Männerdomänen, wie IT,
Technik und Naturwissenschaften, vorzudringen. "Eine flächendeckende
und umfassende Bildungsberatung sowie eine geschlechtsspezifische
Berufsorientierung sowie Potentialanalysen an der Schnittstelle
zwischen Schule und Beruf würden hier sicher unterstützend wirken",
so Hochhauser abschließend. (SR)

Rückfragehinweis:
Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit
Mag.Dr. Claudia Dorninger
Telefon: +43 (0)5 90 900 4394
E-Mail: [email protected]
Internet: http://wko.at/sp

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