• 06.12.2011, 12:01:45
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Gewürze: Anhaltendes Rekordhoch auf Märkten fordert verarbeitende Unternehmen

Große Nachfrage u. ungünstige Witterungsverhältnisse treiben Preise agrarischer Rohmaterialien in die Höhe - "All time highs" bei Naturrohstoffen auf Weltmärkten an der Tagesordnung

Wien (OTS/PWK895) - Seit einigen Jahren spielt der Weltmarkt
bei Naturrohstoffen und Wirkstoffen verrückt: Sie werden immer
knapper und teurer. Der deutsche Gewürzverband spricht kürzlich in
einer Pressemitteilung von unkalkulierbarer Entwicklung und teilweise
sprunghaft steigenden Rohstoffpreisen. Tatsache ist: "All time highs"
sind auf den Weltmärkten an der Tagesordnung. Eine Konsequenz der
Verknappung ist enormer Druck auf den Märkten.

Schon eine einfache Internet-Recherche ergibt: Die große Nachfrage
und ungünstige Witterungsverhältnisse treiben die Preise agrarischer
Rohmaterialien in die Höhe.
Der Bedarf steigt weltweit stärker als deren Produktion. Ebenso
spielt die erhöhte Eigennutzung der Rohstoffe in den Ursprungsländern
eine zunehmende Rolle, was zum Teil sogar die Umkehr traditioneller
Warenströme mit sich bringt. Die Anbauflächen in den Ursprungsländern
werden zunehmend verringert, wobei Landflucht sowie wirtschaftliche
Neuorientierung in Richtung urbaner Lebensräume wesentliche Treiber
dieser Entwicklung sind. Dem gegenüber stehen eine Stagnation der
Wirtschaftsdynamik in den westlichen Industrieländern und steigende
Energiepreise. Hinzu kommt anhaltende Spekulation auf
Nahrungsmittel, auch in Form von künstlichen Verknappungen, bei der
Teile von Ernten eingelagert und bewusst zurückgehalten werden. Bei
mangelnder Verfügbarkeit der jeweiligen Rohstoffe werden diese Waren
dann zu überhöhten Preisen auf den Markt gebracht.

Einige Entwicklungen im Detail:

- Pfeffer, die "Leitwährung" der Gewürzmärkte, war seit den ersten
Aufzeichnungen aus den frühen achtziger Jahren noch nie so teuer wie
heute. Die enorme weltweite Nachfrage, die besonders vom asiatischen
Raum getrieben wird, sowie geringe Erntemengen und schwindende
Überhänge aus dem Vorjahr lassen sich als Kernursachen der Hausse
ausmachen. Richtungsweisend ist dabei Vietnam als größter Anbieter.
Diese Vormachtstellung bekommen die Unternehmen direkt zu spüren. Die
oft künstliche Verknappung erzwingt kostenintensive Abschlüsse,
welche dann die jetzt eingetretene schwierige Marktlage definieren.

- Bei Muskatprodukten ist der Markt weiter angespannt. Grenada hat
sich seit dem Wirbelsturm im Jahr 2004 nie mehr gänzlich erholt und
kommt auch beim Wiederaufbau der Erntelandschaft nur langsam voran.
Als Konsequenz zieht indonesische Ware stetig an und ist zunehmend
durch ein Alleinstellungsmerkmal charakterisiert. Hinzu kommen global
unterschiedliche gesetzliche Auflagen bei den chemischen Parametern.
Weniger sensible Märkte wie China oder die USA beziehen Rohstoffe,
die in Europa als unverkäuflich gelten. Dem wichtigsten
Herkunftsgebiet gelingt es so, seine Hauptabsatzmärkte zu bedienen.
Dagegen werden qualitätsverbessernde Maßnahmen, die europäische
Abnehmer einfordern, hintangestellt.

- Auch die Preise für Nelken sind im Jahr 2011 regelrecht
explodiert. Verantwortlich dafür ist eine Baumkrankheit, die zu einem
fast vollständigen Ernteausfall führte. Die Auswirkung war eine
Verdreifachung des Preises innerhalb kürzester Zeit. Da Nelkenbäume
fünf bis sieben Jahre brauchen, um sich vollständig zu regenerieren,
ist eine Entspannung nicht absehbar.

Für verarbeitende Unternehmen bedeuten diese Entwicklungen eine
schmerzhafte Unkalkulierbarkeit in ihrer Planung. Versorgungsengpässe
und zum Teil sprunghaft nach oben schwankende Rohstoffpreise sind die
Regel. Auch effizienzsteigernde Maßnahmen der EU-Verarbeiter und
antizyklischer Einkauf können die prekäre Situation nicht abfedern.
Betroffen sind nicht nur Rohprodukte, sondern auch Gewürzmischungen
und Zubereitungen. (ES)

Rückfragehinweis:
Mag. Marcus Winkler
Obmann des Verbandes der Gewürzindustrie
T: 0662/ 63 82 151

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