- 06.12.2011, 10:22:39
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Diakonie: Jugendarbeitslosigkeit, Schulabbruch und Hoffnungslosigkeit bekämpfen!
OECD Studie zeigt soziale Folgen der Finanzkrise auf. "Wo sind die Gipfel gegen Jugendarbeitslosigkeit und die soziale Spaltung in Europa?"
Wien (OTS) - Die Situation für Jugendliche verschärft sich in
Folge der Finanzkrise in ganz Europa. In Griechenland, Irland und den
baltischen Ländern klettert die Jugendarbeitslosigkeit auf über 30
Prozent, in Spanien ist mittlerweile nahezu jeder zweite Jugendliche
arbeitslos. Auch in Österreich ist sie - von niedrigem Niveau -
wieder stark im Ansteigen. Insgesamt weisen 11 von 27
Mitgliedsländern der EU eine Jugendarbeitslosenquote von mehr als 25
Prozent auf, 2007 war dies noch in keinem einzigen Land der Fall.
"Wo sind die Gipfel gegen Jugendarbeitslosigkeit und gegen die
soziale Spaltung In Europa?", fragt Diakonie-Sozialexperte Martin
Schenk. "Es ist für niemand einsichtig, warum zur Stabilisierung des
sozialen Ausgleichs nicht dasselbe Engagement an den Tag gelegt wird
wie zur Stabilisierung der Finanzmärkte."
Denn: "Mehr soziale Probleme verursachen volkswirtschaftliche
Kosten", analysiert Schenk. Eine höhere Schulabbrecher-Quote
beispielsweise bringt durch steigende Sozialausgaben, höhere
Gesundheitskosten und entgangene Steuereinnamen Kosten von 3
Milliarden Euro bei 10.000 Drop-Outs. Oder wird Kinderarmut nicht
bekämpft, entstehen Kosten von 4% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) pro
Jahr. Ihre Bekämpfung kostet aber nur 0,4% des BIPs, also 10 mal so
wenig, wie jedes Jahr an Mehraufwand entstehen.
Geht die Schere zwischen arm und reich noch mehr auf, heißt das
mehr Krankheiten und geringere Lebenserwartung, mehr
Teenager-Schwangerschaften, mehr Status-Stress, weniger Vertrauen,
mehr Schulabbrecher, vollere Gefängnisse, mehr Gewalt und mehr
soziale Ghettos. Die soziale Schere bringt mehr Gewalt, mehr Stress,
weniger Leben und weniger Vertrauen, so Schenk.
Angesichts der Entwicklung warnt die OECD vor mehrfachen Risiken:
"Zunehmende Ungleichheit schwächt die Wirtschaftskraft eines Landes,
sie gefährdet den sozialen Zusammenhalt und schafft politische
Instabilität - aber sie ist nicht unausweichlich", so
OECD-Generalsekretär Angel Gurria.
Die soziale Ungleichheit wird in und nach Wirtschaftskrisen
größer, wie der renommierte britische Sozialwissenschafter Tony
Atkinson anhand von vierzig Wirtschaftskrisen beobachtet hat. Der
World Wealth Report berichtet bereits wieder von einem Anstieg des
Reichtums der Reichsten um 8%, bei gleichzeitiger Armut und
Arbeitslosigkeit.
Jugendliche ohne Zukunft? Niemand darf verloren gehen - Lesen Sie
mehr unter: http://www.diakonie.at/goto/de/kampagnen/hoffnungstraeger
Rückfragehinweis:
Dr. Roberta Rastl-Kircher, Diakonie Österreich, Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: (+43) 1 409 80 01-14, Mobil: (+43) 664 314 93 95
E-Mail: [email protected]. Web: www.diakonie.at
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