ÖH Uni Wien: Es braucht ein Bleiberecht für alle!
Ausgrenzende Migrationspolitik muss ein Ende haben
Wien (OTS) - Denis Vuckovic und seine Familie leben seit Jahren in
Österreich, ihr Antrag auf Bleiberecht wurde sieben Jahre bearbeitet
und zunächst abgelehnt. Aufgrund der lauten Unterstützung von
verschiedenen Seiten in den letzten Tagen wird nun das Verfahren noch
einmal aufgenommen.
"Es ist unverständlich und inakzeptabel, Menschen gegen den eigenen
Willen aus dem gewohnten sozialen Umfeld zu reißen und sie damit des
Selbstbestimmungsrechtes zu berauben. Es kann nicht sein, dass
Personen dazu gezwungen werden, nach Jahren der Unsicherheit ihre
Freund_innen, Schulausbildung und Berufswünsche aufzugeben und sie
damit staatlicher Willkür zu überlassen", verurteilt Maria Clar vom
Vorsitzteam der ÖH Uni Wien derzeit gängige Methoden.
"Abschiebungen als politische Praktiken basieren auf drei
Grundlinien, die einzeln und im Gesamten nicht haltbar sind: sie
unterliegen einem Sicherheitsimperativ, der kollektiv kriminalisiert,
einer nationalistischen Vorstellung von Bevölkerungspolitik, die
Menschen unterschiedlich wertet und einer Verteilungslogik, die
Menschen aufgrund ihrer Herkunft finanziell ans Existenzminium
drängt. Diese Politik zerstört Existenzen", analysiert Julia Kraus.
Kübra Atasoy ergänzt hierzu: "Die Migrationspolitik in Österreich und
die damit einhergehenden Abschiebungen sind mit repressiver
Polizeigewalt und Schubhaft für Jugendliche ab vierzehn Jahren
verbunden. Es kann nicht sein, dass für Menschen mit
Migrationsgeschichte diese Zukunftsängste und derartiger psychische
Druck zum Lebensalltag gehören."
Auf der heutigen Pressekonferenz im Café Stein positioniert sich die
ÖH Uni Wien solidarisch mit Denis sowie der Plattform "Aus mit Raus",
die von der AKS (Achse Kritischer Schüler_innen) getragen wird. Um
auf die rassistische Politik in Österreich und den damit verbundenen
Konsequenzen für Betroffene aufmerksam zu machen startet um 14.00 vom
Stephansplatz eine Demonstration für ein humanitäres Bleiberecht, an
der sich auch die ÖH Uni Wien beteiligen wird.
Clar, Kraus und Atasoy sind sich einig: "Alle Menschen müssen das
Recht haben, zu entscheiden, wo sie ihr Leben verbringen. Rigide
Grenzpolitik und strukturelle Gewalt gegen Migrant_innen dürfen in
der Gesellschaft keinen Platz haben!"
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