- 05.12.2011, 11:29:35
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Afghanisches Frauennetzwerk: "Frauenrechte sind nicht verhandelbar"
Zehn afghanische Frauenrechtsaktivistinnen zur Afghanistan-Konferenz in Bonn / Fortschritte der letzten zehn Jahre dürfen nicht aufs Spiel gesetzt werden!
Wien/Bonn (OTS) - Bei einer Pressekonferenz am Tag der
Internationalen Afghanistan-Konferenz in Bonn haben zehn afghanische
Frauenrechtsaktivistinnen ihre Sorgen über die Zukunft der Frauen in
ihrem Land geäußert. Während Themen wie Abzugsdaten und
Truppenstärken verhandelt werden, weist Samira Hamidi,
Länderdirektorin des Afghanischen Frauennetzwerkes (Afghan Women\x{2588}s
Network, AWN), darauf hin: "Frauenrechte sind nicht verhandelbar. Wir
werden nicht akzeptieren, dass sich unser Land in die Vergangenheit
zurückbewegt und uns Freiheit und Mitsprachemöglichkeiten genommen
werden!"
Die zehn Vertreterinnen des AWN, das 70
Nichtregierungsorganisationen und über 3.000 individuelle Mitglieder
vertritt, sind in Bonn, um der afghanischen Regierung und der
internationalen Gemeinschaft Empfehlungen zu geben, welche Rolle
Frauen für ein stabiles und demokratisches Afghanistan über 2014
hinaus spielen sollten. Dabei treffen sie mit zahlreichen
RegierungsvertreterInnen zusammen, darunter einer Delegation des
österreichischen Außenministeriums.
Die Empfehlungen, die die AWN-Vertreterinnen in Bonn präsentieren,
sind das Ergebnis der monatelangen Befragung tausender afghanischer
Frauen. Die Botschaft ist klar: Frauen müssen in
Entscheidungsprozesse, die Frieden und Sicherheit betreffen,
maßgeblich miteingebunden sein, um ihre Rechte zu sichern. Auf keinen
Fall dürften die Errungenschaften der vergangenen zehn Jahre aufs
Spiel gesetzt werden. So warnt die Frauenrechtsaktivistin Mahbouba
Seraj: "Bis jetzt haben wir sehr wenig Sicherheit darüber, ob die
Rechte afghanischer Frauen nicht für einen politischen Kompromiss zur
Konfliktlösung geopfert werden. Unsere Rechte, zur Schule zu gehen
oder vor einem Gericht zu klagen, werden nicht garantiert -
jedenfalls nicht, wenn man sich die bisherigen Pläne zum
Friedensprozess anschaut. Was bedeutet Frieden, wenn sich nur 50
Prozent der Bevölkerung sicher fühlen? Das ist kein Frieden!"
Gleichzeitig ist die Sorge groß, dass die internationale Hilfe für
Frauenprogramme mit dem Rückzug der NATO-Truppen verringert wird.
CARE ist in Afghanistan seit 1961 aktiv und hat allein im aktuellen
Jahr 750.000 Frauen und Mädchen unterstützt, insbesondere in den
Bereichen Bildung und wirtschaftliche Stärkung.
CARE Österreich finanziert seit Kurzem ein Schulprojekt, das
tausenden Kindern in abgelegenen ländlichen Gegenden den Schulbesuch
ermöglichen soll. Dazu Andrea Wagner-Hager, Geschäftsführerin von
CARE Österreich: "Bis 2014 werden wir mindestens 120 neue
Schulklassen einrichten und 132 LehrerInnen anstellen. Wir dürfen die
afghanische Zivilgesellschaft in dieser schwierigen Übergangsphase
nicht allein lassen und Bildung gehört zu den wichtigsten Grundlagen
für ein künftiges friedliches Afghanistan."
Rückfragehinweis:
CARE Österreich Mag. Angelika Gerstacker Referentin für Presse, Medien & Anwaltschaft Tel.: ++43 (0)1 7150715-52, 0664 - 88731425 mailto:[email protected] www.care.at
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