- 05.12.2011, 09:49:13
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LBI HTA: Neue Wege in der Eltern-Kind-Vorsorge
ExpertInnen diskutieren wissenschaftliche Grundlagen für Neuorientierung
Wien (OTS) - Vor mehr als 35 Jahren wurde in Österreich der
Mutter-Kind-Pass eingeführt. Er gilt nach wie vor als Meilenstein in
der Gesundheitsvorsorge von Schwangeren und Kindern. Doch die
gesundheitlichen Bedrohungen haben sich in den letzten Jahrzehnten
verändert und fordern neue Denkweisen in der Vorsorge. Das Ludwig
Boltzmann Institut für Health Technology Assessment (LBI-HTA) wurde
vom Gesundheitsministerium beauftragt, aktuelles Wissen
zusammenzutragen und so eine Evidenzbasis für künftige politische
Entscheidung zur Neugestaltung der Eltern-Kind-Vorsorge in Österreich
zu schaffen. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Tagung im
Bundesministerium für Gesundheit werden am 6. Dezember 2011 nationale
und internationale ExpertInnen die Ergebnisse der Studie sowie offene
Fragen zum Thema diskutieren.
Größte 'neue Risiken': Frühgeborene und schwierige Lebensumstände
"Die Studie zeigt unter anderem, dass ein rein 'medizinischer' Fokus
auf potenziell tödliche Gesundheitsbedrohungen in der
Eltern-Kind-Vorsorge zu kurz greift", sagt die Medizinerin und Public
Health Expertin Dr. Brigitte Piso vom LBI-HTA. Denn neben
klassischen, medizinischen Erkrankungen finden sich unter den
häufigen und schwerwiegendsten Gesundheitsbedrohungen für Mütter
(Familien) und Kinder vor allem die Frühgeburtlichkeit und deren
Folgen, sowie durch das Lebensumfeld bzw. den Lebensstil
(mit)beeinflusste Erkrankungen. Klassische Infektionskrankheiten sind
hingegen heute aufgrund verbesserter allgemeiner Lebensumstände und
spezifischer Vorsorgemaßnahmen selten. Die meisten Komplikationen und
Beeinträchtigungen treten vor allem in vier Hauptrisikogruppen auf,
nämlich bei
- jungen Schwangeren (bis 19 Jahre) bzw. Schwangeren ab 40 Jahre,
- Frauen mit chronischen Vor- bzw. Suchterkrankungen,
- Frauen (Familien) und Kindern aus deprivierten sozioökonomischen
Verhältnissen und
- Schwangeren, die Mehrlinge erwarten sowie Frühgeborenen.
Um diese Gruppen gezielter unterstützen zu können, werden in
anderen Ländern bereits seit längerer Zeit Formen der 'aufsuchenden
Hilfen' erprobt. Neben den medizinischen Basisuntersuchungen besuchen
hier 'Health Visitors' ( z. B. Hebammen oder 'Public Health Nurses')
die Familien zuhause. So können sie die Lebensumstände besser
einschätzen und dadurch gezieltere Hilfestellungen anbieten.
"Ziel der Tagung ist es, internationale Erfahrungen und
wissenschaftliche Erkenntnisse vorzustellen sowie die Vor- und
Nachteile unterschiedlicher Maßnahmen zu diskutieren", betont PD Dr.
Claudia Wild, Leiterin des LBI-HTA. Neben der Präsentation der ersten
Ergebnisse der LBI-HTA Studie referieren und diskutieren ExpertInnen
aus Deutschland, der Schweiz, Großbritannien und Österreich zu den
Themen Frühgeburten, 'aufsuchende Hilfen', elektronische Systeme in
der Eltern-Kind-Vorsorge und 'Budget-Impact'.
Rückfragehinweis:
und Anmeldung: LBI-HTA (http://hta.lbg.ac.at) Kontakt: Dr. med Brigitte Piso tel: +43/1/236 81 19 fax: +43/1/236 81 19 - 99 Ludwig Boltzmann Institut für Health Technology Assessment Garnisongasse 7/20 1090 Wien
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