• 04.12.2011, 18:27:04
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Unsinniges Label-System - Kommentar von Sven Frohwein

Essen (ots) - Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht. Das gilt
vor allem für das 1992 eingeführte Energielabel. Die Absicht war
klar: Stromfresser sollten klar erkennbar sein, Energieeffizienz
sollte verkaufsfördernd wirken. Doch das Label ist überholt. Weil es
moderne Geräte mit Effizienzklassen wie A+++ nicht mehr erfasst, weil
es in 20 Jahren nicht weiterentwickelt wurde. Und - was noch viel
schwerer wiegt - durch ungenaue Regelungen aufgeweicht wurde. Bestes
Beispiel dafür ist die neue Kennzeichnungspflicht für Fernseher.
Anstatt der Industrie klare Vorgaben zu machen, bei welcher
Helligkeit Geräte wie viel Watt verbrauchen dürfen, erlassen die
Brüsseler Bürokraten wachsweiche Formulierungen, die den Herstellern
zu viel Handlungsspielraum einräumen. Ganze Arbeit hat im Übrigen
auch die Automobil-Lobby geleistet. Zwar müssen Neuwagen neuerdings
auch ein Energielabel tragen, allerdings kann es vorkommen, dass
große Geländewagen dabei besser abschneiden als Kleinwagen, weil
Dickschiffe im Verhältnis zu ihrer Größe wenig verbrauchen. Damit
wird das Label-System endgültig ad absurdum geführt.

Rückfragehinweis:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 / 804-6528
[email protected]

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