- 04.12.2011, 18:14:02
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Schnell unters Messer - Kommentar von Wilfried Goebels
Essen (ots) - Konkrete seriöse Zahlen über überflüssige Operationen
gibt es nicht, kann es nicht geben. Aber, dass in Deutschland
mindestens doppelt so häufig an Knie, Prostata und Bandscheibe
operiert wird wie in den Nachbarländern, ist Fakt. Die Frage, zu
welchem Zeitpunkt eine Operation zwingend notwendig ist, bewerten
Ärzte erkennbar unterschiedlich. Parallel zur medizinischen Diagnose
können dabei auch finanzielle Gründe eine Rolle spielen. Kliniken
sind Wirtschaftsunternehmen - am Ende muss die Bilanz stimmen. Da
wächst der Druck der Verwaltung auf Chirurgen, die nötigen Fallzahlen
zu erbringen. Operationen lohnen sich. Da sind auch eigentlich
unnötige Eingriffe nicht ausgeschlossen. Um Patienten in Grenzfällen
mehr Sicherheit zu geben, kann eine Zweitmeinung helfen. Es geht
nicht um zweifelsfreie, Leben rettende Operationen. Auch soll ein
Zweitgutachten nicht Misstrauen gegenüber dem behandelnden Arzt
schüren. Oft gibt es nicht nur einen medizinischen Weg, sondern
mehrere Möglichkeiten. NRW verfügt über zu viele konkurrierende
Kliniken. Das Angebot sucht sich den Bedarf. Der überfällige Abbau
der Überkapazitäten in unseren Kliniken ist die Stellschraube, um die
Kostenexplosion zu stoppen. Die Diagnose ist eindeutig, bei der
Therapie steht Ministerin Steffens viel Ärger ins Haus.
Rückfragehinweis:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 / 804-6528
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