- 03.12.2011, 14:30:01
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Jakob Auer: „Her mit der Schuldenbremse, her mit der Zukunft“
Pseudotierschützer sekkieren Bauern – GAP: Produktion statt Greening
Wien/Gunskirchen, 03. Dezember 2011 (OTS) Am heutigen Samstag
hielt der Bauernbund im Veranstaltungszentrum Gunskirchen,
Oberösterreich, einen außerordentlichen Bundesbauernrat ab. Als
Ehrengäste konnten ÖVP-Bundesparteiobmann Vizekanzler Dr. Michael
Spindelegger, Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer, Finanzministerin
Dr. Maria Fekter, Landwirtschaftsminister DI Niki Berlakovich,
Innenministerin Mag. Johanna Mikl-Leitner, ÖVP Klubobmann Abg.z.NR
Karlheinz Kopf, ÖVP-Generalsekretär Mag. Hannes Rauch,
Wirtschaftsbund-Generalsekretär Abg.z.NR Peter Haubner, die
Bundesleiterin der ÖVP Frauen, Abg.z.NR Dorothea Schittenhelm sowie
zahlreiche weitere Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und
Zivilgesellschaft begrüßt werden. ****
Unter den Titel "Bäuerliches Denken – Chance am Land" stellte
der Meinungsforscher Dr. Werner Beutelmeyer, selbst Landwirt, sein
Begrüßungsstatement. Für Beutelmeyer ist das österreichische
Nationalbewusstsein stark mit ländlicher Identität, mit
Naturbewusstsein und mit einer durchgängig hohen Wertschätzung für
den ländlichen Raum verknüpft. Als Landeshauptmann des
Gastgeberbundeslandes hieß Dr. Josef Pühringer die rund 600
Delegierten und Gäste aus ganz Österreich willkommen.
Oberösterreich werde oft als reines Industrieland gesehen, dass die
Landwirtschaft aber ebenso ein bedeutender Konjunkturmotor sei,
komme in der gesamtwirtschaftlichen Darstellung oft zu kurz.
Schluss mit Parteitaktik – es geht um Verantwortung für
Österreich
Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich ging in seiner Rede
unter anderem auf die schwierige wirtschaftliche Lage ein. Die
Bundesregierung habe das Land sicher und stabil durch die Krise
geführt und die richtigen Maßnahmen gesetzt. "Eine Million Euro
neue Schulden pro Stunde sind zuviel. Wir müssen die Notbremse
ziehen – die Schuldenbremse", so Berlakovich. "Die Lage ist ernst,
es ist kein Platz für Populismus", so der Landwirtschaftsminister
und stellvertretende ÖVP-Bundesparteiobmann. "Schluss mit der
Parteitaktik – es geht um Verantwortung für Österreich",
unterstrich Berlakovich, der auch darauf hinwies, dass jeder Euro
an die Bauern wieder investiert wird. "Hände weg vom Eigentum", so
Berlakovich. Grund und Boden seien für Bauern kein Luxus, sondern
ein wesentliches Produktionsmittel.
"Her mit der Schuldenbremse, her mit der Zukunft"
Klare Worte fand Bauernbund-Präsident Jakob Auer zum Thema
Budget und Sparkurs. "Ich halte anderen Berufsgruppen nicht vor,
wie viel sie vom Staat erhalten und was Einrichtungen kosten. Aber
ich sage auch deutlich, dass den Bäuerinnen und Bauern ein
gerechter Anteil an der Wohlstandsentwicklung zusteht", unterstrich
Auer. So gehe es nicht an, dass es bei jeder Berufsgruppe ein Plus
gibt, bei den Bauern unterm Strich aber immer weniger herauskomme.
Wenn gespart werden muss, dann müsse überall gleichmäßig gespart
werden, wiederholte der Bauernbund-Präsident sein klares Bekenntnis
zur Schuldenbremse der Regierung. Die Devise heiße 'intelligent
sparen' – und zwar bei den Frühpensionen, aber auch durch die
Umsetzung einer längst fälligen Gesundheitsreform. "Her mit der
Schuldenbremse, her mit der Zukunft – wir lassen uns nicht von
Umverteilungsfanatikern die Zukunft nehmen", betonte Auer, dass
verantwortungsvolle Politik die Notbremse ziehen müsse. Auer
weiter: "Finger weg von dem was sich die Bevölkerung hart
erarbeitet. Wir müssen bei den Ausgaben sparen mit einer
Gesundheitsreform und einer Verwaltungsreform."
AK wirft Bauern Prügel vor die Füße
Auch zur agrarpolitischen Causa prima, dem Tierschutz, nimmt
Jakob Auer eine klare Position ein: "Wir sollten die Bauern
wirtschaften lassen, weil sie die Nutztiere halten, die wir zur
Versorgung mit heimischem Fleisch benötigen. Ständig werde der
Arbeitnehmerschutz verbessert, unsere Bäuerinnen und Bauern, die
sich auch an Samstagen und Feiertagen um die Tiere kümmern, dürfen
bei der Sicherheit nicht vergessen werden", verwehrte sich der
Bauernbund-Präsident dagegen, dass Landwirte, "von
Pseudotierschützern sekkiert werden".
Auer stellte fest, dass auch die Arbeiterkammer den Bäuerinnen
und Bauern ständig Prügel vor die Füße wirft. An dieser Stelle warf
Auer die Frage auf, ob es vertretbar sei, dass eine
Arbeitnehmerinteressenvertretung gegen die eigenen
Mitgliederinteressen agieren könne und permanent gegen die
Landwirtschaft und Rahmenbedingungen vorgeht, die in Österreich
bäuerliche Existenzen sichern. "Das sollten sich zigtausende
Nebenerwerbsbauern, die AK-Mitglieder sind und damit
Pflichtmitgliedsbeiträge zahlen, fragen", ergänzte Auer.
Produktion und Eiweißlücke schließen statt Greening
Zentrale Weichenstellungen für die österreichische
Landwirtschaft wird auch die EU-Agrarreform bringen. Auer stellt
klar: "Österreich ist grüner als es andere Mitgliedsstaaten je sein
werden. Was wir brauchen ist Produktion von Lebens- und
Futtermitteln und nicht Flächenstilllegung", will Auer auf
europäischer Ebene jetzt die Kontakte intensivieren, nicht nur um
die Gelder für die Umwelt- und Bergbauernprogramme der zweiten
Säule zu sichern, sondern auch um bürokratische Mehrbelastungen
abzuwenden und statt Greening ein Schließen der klaffenden
Eiweißlücke bei den Futtermitteln abzuwenden. "Nicht alles was aus
Brüssel kommt, ist schlecht. Wir müssen uns auch in Österreich
darum kümmern, dass wir die Agrarverwaltung vereinfachen", so der
seit heute amtierende Bauernbund-Präsident Jakob Auer abschließend.
Druckfähige Bilder zum Download finden Sie unter
www.bauernbund.at
Rückfragehinweis: Bauernbund Österreich, Mag. Andrea Salzburger,
Tel.: 01/5058173-28, Mobil: 0699/18101805; www.bauernbund.at,
[email protected]
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