- 03.12.2011, 09:45:30
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Berlakovich präsentierte erste Junglandwirte-Studie Österreichs
Erfolgreicher Abschluss der bundesweiten "Jugend mit Zukunft"-Tour
Wien (OTS) - Zur neunten und letzten Etappe seiner
österreichweiten "Jugend mit Zukunft"-Tour lud Landwirtschafts- und
Umweltminister Niki Berlakovich gestern Jugendliche aus allen neun
Bundesländern ins Lebensministerium ein. Rund 150 junge Gäste folgten
diesem Ruf, um mit dem Minister und TV-Moderator Armin Assinger über
wichtige Zukunftsthemen zu diskutieren. Dabei präsentierte
Berlakovich die erste Junglandwirte-Studie Österreichs, die wichtige
Trends und Meinungen der Heranwachsenden im ländlichen Raum aufzeigt.
"Unsere Befragung, an der knapp 1.000 Jugendliche teilgenommen haben,
verdeutlicht, dass die jungen Bäuerinnen und Bauern innovativ aber
auch traditionell, besorgt aber auch begeistert sind", betonte
Berlakovich.
Motto "Motivieren statt resignieren" - Mehrere Tausend
TeilnehmerInnen
"In der derzeitigen, wirtschaftlich schwierigen Zeit sind viele
Jugendliche massiv verunsichert. Ziel meiner Tour und Studie ist es
herauszufinden, was den jungen Menschen auf der Seele brennt. Unter
dem Motto "motivieren statt resignieren" will ich ihnen zuhören,
Chancen aufzeigen und Mut machen. Die rege Teilnahme an den
Podiumsdiskussionen und an der Studie verdeutlicht, dass die
Heranwachsenden ihre Zukunft aktiv mitgestalten wollen. Jugend
braucht Politik, Politik braucht Jugend", so Berlakovich, der die
Landjugend Österreich und die Österreichische Jungbauernschaft als
vorbildhaft bezeichnete. Mit ihnen hatte er auch die "Jugend mit
Zukunft"-Tour organisiert, an der insgesamt mehrere Tausend
Heranwachsende teilnahmen. Diese wirkten bei einer weiteren Befragung
mit, die im Jänner vorgestellt werden soll.
Elisabeth Köstinger, EU-Abgeordnete und Bundesobfrau der
Österreichischen Jungbauernschaft, zeigte sich von der Jugendtour
begeistert und sagte - auch im Hinblick auf die Reform der
Gemeinsamen Agrarpolitik: "Landwirtschaftliche Berufe sind Top-Jobs
mit Zukunft und es muss ein Kernelement der Agrarpolitik sein, das
Können und die Motivation der Junglandwirte zu fördern." "Nur wer
heute schon an morgen denkt, den erwarten gute Perspektiven. Unsere
jungen Landwirtinnen und Landwirte haben dies längst erkannt und
arbeiten engagiert an ihrer Zukunftssicherung", ergänzte Markus
Zuser, Bundesleiter Landjugend Österreich.
Erste österreichweite JunglandwirtInnen-Studie
Jedes Jahr werden ca. 1.400 bäuerliche Betriebe von der jungen
Generation übernommen. "Um mehr über die Jugendlichen hinter diesen
Zahlen und ihr Selbst- und Zukunftsbild herauszufinden, habe ich
diesen Sommer die erste österreichweite Junglandwirte-Studie in
Auftrag gegeben", so Berlakovich. "Die rege Teilnahme und große
Bereitschaft mitreden zu wollen zeigt, wie interessiert und engagiert
die JunglandwirtInnen in Österreich sind", unterstrich Studienautorin
Erika Quendler von der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft.
Gleichermaßen innovativ und traditionsbewusst
Die Studie verdeutlicht, dass die JunglandwirtInnen ihr Erbe mit
Begeisterung antreten (93%) und gerne Landwirt sind. Über ein Fünftel
will den Betrieb sogar ausbauen. Von jenen JunglandwirtInnen, die
bereits übernommen haben, würden 92% den Betrieb wieder übernehmen.
Außerdem sind die jungen Bäuerinnen und Bauern gut ausgebildet. Über
20% der Befragten haben Matura, 40% sind Facharbeiter und 10%
Akademiker. Ferner stufen sich 85% als innovativ und offen für neue
Wege ein und sehen darin eine Stärke, künftigen Herausforderungen
erfolgreich zu begegnen. Trotz ihres Bekenntnisses zu Innovationen
sehen 86% der Befragten auch die Bewahrung und Fortführung von
Traditionen als wichtigen Bestandteil der künftigen Wegbeschreitung
an.
65 Prozent der Junglandwirte sind Männer. Ein weiteres Ergebnis
der Befragung abseits des Single-Klischees: JunglandwirtInnen sind in
festen Händen, denn mehr als die Hälfte ist verheiratet, knapp über
20 Prozent befinden sich in einer Lebensgemeinschaft.
Erneuerbare Energie und Gentechnik-Freiheit als Chance
93% der jungen Bäuerinnen und Bauern wissen um ihren Beitrag zum
Umweltschutz und zur Bekämpfung des Klimawandels Bescheid, dazu passt
auch das Bekenntnis zur Bioenergie. So sehen 81% der Befragten ein
großes Potenzial für die Produktion von nachwachsenden Rohstoffen in
der Landwirtschaft und 61% wollen stärker auf die Erzeugung von
erneuerbaren Energien setzen. Darüber hinaus geben die
JunglandwirtInnen ein klares Bekenntnis zur Gentechnikfreiheit ab. So
meinen über 60% der Jugendlichen, dass die Risiken der Gentechnik
ihre Tätigkeit erschweren würden. Es gelte vielmehr, den
Wettbewerbsvorteil durch die GVO-Freiheit zu erhalten.
Besorgt über Finanzlage, Klimaextreme und Tierschutzauflagen
Besorgt zeigten sich 86% der JunglandwirtInnen, dass die
Kalkulation von langfristigen Investitionen schwieriger werde, sie
wollen Investitionsprogramme, die Planbarkeit gewährleisten.
Berlakovich dazu: "Dieses Thema diskutieren wir derzeit im Rahmen der
Neugestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU. Die
Jungübernehmerförderung muss auch in einem Programm nach 2013 wieder
ein fixer Bestandteil sein." Sorgen bereiten den HofübernehmerInnen
auch Ernteschwankungen durch Klimaextreme, die Spekulation mit
agrarischen Rohstoffen sowie hohe Tierschutzauflagen und die damit
verbundene Unsicherheit.
Die Studie kann unter
http://www.lebensministerium.at/land/unternehmen-lw-2020/jungendtour2
011.html abgerufen werden. Fotos zur Veranstaltung sind auf
http://www.lebensministerium.at/fotoservice zu finden. (Schluss)
Rückfragehinweis:
Mag. Claudia Jung-Leithner
Lebensministerium, Pressestelle
Tel.: (+43-1) 71100 DW 6703, 6963
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