• 02.12.2011, 22:02:13
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Kommentar zu Medien / Fernsehen

Osnabrück (ots) - Finger weg vom Wok!

Kapitän Gottschalk geht von Bord. Das alte Flaggschiff der
Samstagabendunterhaltung liegt führungslos im Hafen. Diese Zeit will
das ZDF nutzen, um den Quotenbringer "Wetten, dass . .?" einer
Generalüberholung zu unterziehen. Die Frage muss erlaubt sein: Was
genau soll anders werden?

Soll Peter Maffay im Wok einen Eiskanal entlangflitzen? Iris Berben
Synchron-Turmspringen mit Hannelore Elstner vollführen? Herbert
Grönemeyer ein Stockcar-Rennen gegen Marius Müller-Westernhagen
fahren? Bloß nicht! Das ZDF darf sich nichts vormachen. Wer "Wetten,
dass . .?" schaut, und das sind immerhin an Samstagabenden noch viele
Millionen Deutsche, der hat keine Lust auf Krawall-Fernsehen. Die
schrullige Wettsendung hat den gewissen Wohlfühlfaktor: Sie ist
Konstante in chaotischen Zeiten, ein Anachronismus mit Überlänge.
Selbst die fein dosierten Überraschungen waren stets erwartbar. Das
Problem: Die Sendung war Gottschalk wie auf den Leib geschneidert.

Niemand kann ihn ersetzen. Somit bringt der Personalwechsel
zwangsläufig Innovationsdruck mit sich. Doch zu großer Reformeifer
wäre Verrat an der lieb gewonnenen Sache. Und das straft der
Zuschauer ab, indem er wegschaltet. Das Erbe von Thomas Gottschalk
wiegt schwer. Zu schwer für einen einzigen Moderator, aber vielleicht
auch zu schwer für das ZDF. Es ist besser, das Flaggschiff einfach im
Hafen zu lassen.

Rückfragehinweis:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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