Staatssekretär Schieder: Handelsbeziehungen zu China weiter verstärken
Chinas Wirtschaftswachstum massiv gestiegen - Gerechte Verteilung noch verbesserungswürdig
Wien (OTS/SK) - "Der bilaterale Handel zwischen Österreich und
China ist überdurchschnittlich gewachsen. Die Exporte nach China sind
2010 um 39,7 Prozent auf 2,8 Mrd. Euro gestiegen. China konnte damit
den wichtigsten Handelspartner in Übersee, die USA, ablösen." Das
betonte Finanzstaatssekretär Andreas Schieder am Freitag in seinem
Vortrag über "Die österreichisch-chinesischen Beziehungen im Spiegel
der Wirtschaftskrise" beim Symposium des Österreichischen Instituts
für China- und Südostasienforschung und der Österreichischen
Gesellschaft für Außenpolitik und die Vereinten Nationen zum Thema
"China als internationaler Player in der Weltpolitik". Aus
österreichischer Sicht sei China ein Hoffnungsmarkt. "Österreich hat
einen im Verhältnis zur Größe überproportional guten Namen und gute
Chancen in China. Ziel ist, die Handelsbeziehungen weiter zu
verstärken", bekräftigte Schieder. ****
Dass die Financial Times, wie vor kurzem geschehen, titelt, Europa
ächze unter der Krise, während die Volksrepublik China hingegen Hort
der Stabilität sei, hätte man noch vor drei Jahren höchstens
umgekehrt erwartet, sagte Schieder. "Die Welt staunt über die guten
Wirtschaftsdaten Chinas. Das ist der Reform- und Öffnungspolitik seit
1979 zuzuschreiben." Das Wirtschaftswachstum Chinas hat im Jahr 2010
über 10 Prozent betragen, das der EU zum Vergleich nur 1,8 Prozent.
Ein "unglaublicher Aufstieg" für Staatssekretär Schieder.
"Nachdem China die Weltkonjunktur in den letzten Jahren angeschoben
hat, geht Chinas Rolle als Garant für den Aufschwung langsam zurück",
erklärte der Staatssekretär. In China werde die Konjunktur durch den
Kampf gegen die hohe Inflation gedämpft, auch China spüre die gleiche
Krise wie Europa. Der IWF bescheinigte China etwa die Notwendigkeit
stärkerer Finanzmarktregulierung und besseren Risikomanagements. "Da
geht es um die gleichen Themen wie in Europa", so Schieder. Das BIP
pro Kopf beträgt in China 3.800 US-Dollar, das ist eine 100-fache
Steigerung gegenüber 1978. "Eine massive Leistung - und für die
Bevölkerung von großer Bedeutung", betonte Schieder. Allerdings sei
die Verteilung, etwa zwischen Stadt und Land, Ost und West und auch
innerhalb der Städte, noch problematisch, sie müsse noch gerechter
werden. "Letztlich geht es um die faire Teilhabe am
Wirtschaftswachstum", fasste der Staatssekretär zusammen. Die
politische Führung in China sei sich dieser Probleme bewusst und habe
begonnen, verstärkt für Verteilungsgerechtigkeit einzutreten, sagte
der Staatssekretär. (Schluss) bj/tt
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