- 02.12.2011, 09:31:39
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Zero Project: internationaler Think Tank mit österreichischen Wurzeln identifiziert vorbildliche Projekte für Menschen mit Behinderung
Österreich liegt bei Inklusion von Menschen mit Behinderung im Mittelfeld
Klosterneuburg (OTS) - Mit dem ersten Zero Project Report wird
heute eine neuartige, international vergleichende Studie zur
Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit
Behinderung präsentiert, die deren tägliches Leben und
Rechtssituation spürbar verbessert. Initiator des Zero Project - Zero
im Sinn von "zerobarriers" - ist die Essl Foundation mit Sitz in
Klosterneuburg. Kernelemente der Studie sind neben Indikatoren zur
sozialen Inklusion von Menschen mit Behinderung erstmals auch
vorbildliche Umsetzungen (Good Practices) und international besonders
gut gelungene Gesetze (GoodPolicies). Ausgewählte GoodPolicies werden
am 22. und 23. Jänner 2012 auf der internationalen Zero Project
Conference in Wien in Kooperation mit dem World Future Council und
der Bank Austria vorgestellt und mit 200 internationalen
Entscheidungsträgern diskutiert.
Im internationalen Vergleich liegt Österreich im Mittelfeld, was
die soziale Inklusion von Menschen mit Behinderung betrifft. Das geht
aus dem aktuellen Zero Project Report hervor, der anlässlich des
Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung am 3.12.
veröffentlicht wird. Die Essl Foundation publiziert damit nach einem
Pilotprojekt im Vorjahr (Essl Social Index) erstmals eine derart
umfangreiche, international vergleichende Studie zur Umsetzung der
UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung (UN CRPD).
Die Studie wurde in 36 Staaten durchgeführt. Insgesamt wurden über
100 Experten befragt und dafür ein internationales Netzwerk von
Personen mit Behinderung, NGOs, Sozialunternehmern, Stiftungen,
Unternehmen, Wissenschaftlern, Politikern etc. aufgebaut. Auf dieser
Basis wird der Zero Project Report regelmäßig wiederholt werden.
Ziel des Zero Project ist es, sich mit regelmäßigen Publikationen,
Kongressen und einer Website als international führender Think Tank
zum Abbau von Barrieren im Sinn der UN-Konvention zu etablieren. Es
ist neben dem jährlich verliehenen Essl Social Prize das zweite
langfristige Projekt der Essl Foundation.
Ergebnisse der Studie: Großbritannien top, Österreich im Mittelfeld
Insgesamt wurden 36 Staaten im Hinblick auf 21 Indikatoren zur
sozialen Inklusion verglichen. Für Österreich identifiziert der Zero
Project Report akuten Handlungsbedarf bei Statistiken über Menschen
mit Behinderung (etwa bei Ausbildung, Hochschulabschluss,
Beschäftigung oder Wohnsituation), beim Rechtsanspruch auf
finanzielle Unterstützung für die Teilnahme am gesellschaftlichen
Leben und bei der Barrierefreiheit, beispielsweise der Schulung von
Busfahrern oder bei Katastrophen-Frühwarnsystemen. In Großbritannien,
das in der diesjährigen Studie am besten abgeschnitten hat,
existieren hierfür bereits durchgehend gute Lösungen, das wichtige
"Recht auf Unterstützung beim Wählen" ist dort hingegen nur teilweise
gewährleistet.
Eine Besonderheit von Österreich ist, dass viele der sozialen
Indikatoren in die Kompetenz der Bundesländer fallen. Daher wurden im
Rahmen der Studie auch lokale NGOs zu 13 der insgesamt 21
untersuchten Themen befragt. Deutliche Unterschiede zwischen den
Bundesländern gibt es etwa bei der Barrierefreiheit von Gebäuden, die
in Kärnten und Oberösterreich am besten gewährleistet ist.
Oberösterreich und Tirol erheben hingegen als einzige offizielle
Statistiken über die Ausbildung/Beschäftigung von Menschen mit
Behinderung, und Oberösterreich ist auch das einzige Bundesland,
indem der finanzielle Anspruch auf die Teilnahme an der Gesellschaft
gesetzlich verankert ist. Die allgemeine Zugänglichkeit von
Arztpraxen ist bislang in allen Bundesländern nur bei Neubauten
gewährleistet. Wien hast als bislang einziges Bundesland den
gesetzlich vorgeschriebenen "Focal Point" zur Überwachung der
Umsetzung der UN-Konvention eingerichtet.
Den Zero Project Report finden Sie zum Download unter:
www.zeroproject.org
Zero Project Conference: Internationales "Gipfeltreffen" in Wien
Die "International Conference on GoodPoliciesforDisabledPeople"
findet zum ersten Mal am 22. und 23. Jänner 2012 in Wien in
Kooperation mit der Hamburger Stiftung World Future Council und
dessen Gründer Jakob von Uexküll sowie der UniCredit Bank Austria
statt. Von einem wissenschaftlichen Beirat wurden acht GoodPolicies
ausgewählt, die bei der Konferenz präsentiert und mit 200
internationalen Entscheidungsträgern aus dem Bereich der
Behindertenpolitik diskutiert werden, wie beispielsweise das
schwedische Ombudsmann-System das die Sachwalterschaft ersetzt oder
die fast vollständige Abschaffung der Sonderschule in Italien. Zum
ersten Mal werden dabei Parlamentarier, Vertreter von NGOs und
Stiftungen, Wissenschaftler und Aktivisten für die Rechte der
Menschen mit Behinderung zusammentreffen, um diese vorbildlichen
Gesetze zu diskutieren und für andere Länder nutzbar zu machen.
"Wir freuen uns, mit dem World Future Council und Jakob von
Uexküll,dem Gründer desRightLivelihood Award, der vielen als
"Alternativer Nobelpreis" bekannt ist, die bestmöglichen Partner für
das Zero Project gewonnen zu haben" erklärt KR Martin Essl, CEO der
bauMax AG sowie Gründer der Essl Foundation.
"Als Unternehmen, das soziale Verantwortung ernst nimmt,
unterstützen wir das Zero Project aus vollen Kräften und freuen uns,
einen Beitrag zu einer barrierefreien Welt leisten zu können" erklärt
Willibald Cernko, Vorstandsvorsitzender der UniCredit Bank Austria
AG.
Zero Project Website: Interaktive Plattform für Vernetzung
Auf der Zero Project Website www.zeroproject.org stehen die im
Report identifizierten Good Practices und GoodPolicies im
Mittelpunkt. Die Seite startet im Jänner 2012 und wird als
interaktive Plattform für Menschen mit Behinderung, NGOs, Politik,
Wissenschaft und Wirtschaft verschiedenste Formen von Beteiligung
ermöglichen. Insgesamt 27 ausgewählte Good-Practice-Beispiele bilden
vorerst das Kernstück der Website, wie z.B. das Projekt
"discoveringhands", wo blinde Frauen für die Brustkrebs-Früherkennung
ausgebildet werden. Ein anderes Vorzeigeprojekt ist der
Live-Transkriptions-Service der Firma VerbaVoice, mit dem Vorträge
über das Internet live untertitelt werden können.
Rückfragehinweis:
Essl Foundation
Public Relations
Mag. Susanne Schenk
Tel: 02243-410-9148
[email protected]
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