• 01.12.2011, 13:40:28
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  • OTS0267 OTW0267

Grünes Licht für Pilotprojekt Bad Deutsch-Altenburg

Positive Beurteilung durch zuständige Behörden

Wien (OTS) - via donau begrüßt die jüngste Entscheidung, die einen
raschen Start des Pilotprojekts Bad Deutsch - Altenburg ermöglicht.
"Von unserer Seite wurden alle erforderlichen Bewilligungen eingeholt
und sämtliche Auflagen für einen Baustart erfüllt. Die positive
Beurteilung des Vorhabens durch die zuständigen Behörden zeigt, dass
unser Weg der integrativen Planung der richtige ist", so via donau
Geschäftsführer Hans-Peter Hasenbichler.

Das Pilotprojekt Bad Deutsch - Altenburg wurde von anerkannten
Experten aus Ökologie, Schifffahrt und Wasserbau gemeinsam
entwickelt.

Es sieht auf rund drei Kilometern umfangreiche Maßnahmen zur
Renaturierung der Donau vor, insbesondere wird der zum Teil bereits
verlandete Johler Nebenarm wieder an den Hauptstrom angebunden.
Wichtigste Maßnahme ist allerdings die Erprobung eines in Österreich
entwickelten Verfahrens, welches der problematischen Eintiefung der
Donau entgegenwirken soll.

"Nachdem sich das Verfahren zur Grobkiesanreicherung bereits in
Modellrechnungen und in wasserbaulichen Versuchen an der TU Wien
bewährt hat, ist die Umsetzung in einem räumlich begrenzten
Naturversuch der nächste logische Schritt. Das verstehen wir unter
einer behutsamen, stufenweisen Umsetzung, die wir der Donau schuldig
sind".

Das Vorhaben wird von zahlreichen Wissenschaftlern,
Umweltorganisationen, wie beispielsweise dem WWF und auch vom
Nationalpark Donau-Auen selbst befürwortet. Zur Begleitung der
Umsetzung durch Interessengruppen aus der Umwelt-NGO Szene und der
Wirtschaft ist ein Beteiligungsmodell vorgesehen.

Der Baubeginn wird nach ökologischen und schifffahrtstechnischen
Aspekten erfolgen.

Projektübersicht

Auftraggeber:
via donau - Österreichische Wasserstraßen-Gesellschaft mbH im Auftrag
des bmvit

Standort:
Nahe Bad Deutsch-Altenburg, Donau Stromkilometer 1887,5 bis 1884,5

Beginn:
Start der Bauarbeiten: nach Vorlage sämtlicher Behördegenehmigungen
(vor. Winter 2011)

Projektdauer:
ca. 3 Jahre

Baukosten:
ca. 14 Mio. Euro (exkl. MwSt.), davon rund 50 % EU-Förderung

Detailübersicht Maßnahmen:

- Granulometrische Sohlverbesserung (GSV)

Um der Sohleintiefung entgegenzuwirken werden besonders
strömungsexponierte Bereiche der Stromsohle mit einer Grobkies belegt
(Schichtdicke rund 25 cm). In Summe werden dabei etwa 100.000 m3
Grobkies der Fraktion 40/70 mm oder vergleichbar eingebaut.
Adaptive Baudurchführung: Im Zuge der Bauausführung wird die Sohle
zunächst nur in tieferen Zonen (Kolkabschnitte und Tiefenrinne) mit
Grobkies belegt. Die Furten bleiben ausgespart.

- Optimierung der Niederwasserregulierung inkl. Sohlanpassung

In der Projektstrecke wird die Niederwasserregulierung nach
ökologischen und nautischen Kriterien optimiert.
In Summe werden 19 Buhnen vollständig abgetragen, 4 bestehende Buhnen
werden auf eine Höhe von RNW proj. + 30 cm abgesenkt und 10 Buhnen
werden neu errichtet.

Die neuen Buhnen werden in Strömungsrichtung geneigt (deklinante
und sichelförmige Bauweisen werden erprobt). Sie erzielen dabei die
gleiche Anhebung der Niederwasserspiegel für die Schifffahrt. Der
Buhnenkopf läuft flach aus, um die Bildung von Buhnenkopfkolken zu
reduzieren. Die Buhnenwurzel wird derart abgesenkt, dass sie selbst
bei Niederwasser überströmt wird. Dadurch sollen Anlandungen im
Buhnenfeld reduziert und die Dynamik am Ufer verstärkt werden. Auch
können so Jungfische ungehindert entlang des Ufers zwischen den
Flachwasserbereichen wechseln.

Ergänzend zum Umbau der Buhnen und zur granulometrischen
Sohlverbesserung sind Stromsohlenanpassungen erforderlich, d.h.
besonders seichte Bereiche der Schifffahrtsrinne werden so umgebaut,
dass eine durchgehende Befahrbarkeit erhalten bleibt. Das
Baggermaterial wird in tieferen Bereichen im selben Abschnitt
stromauf wieder eingebaut. Es wird dem Fluss kein Material entnommen.

- Uferrückbau

Der Rückbau der harten Uferverbauung auf etwa 1,2 km Länge (Johler
Haufen; Strom-km 1893,4 bis 1891,7) ermöglicht es der Donau wieder
natürliche Ufer auszubilden. Der Uferrückbau führt auch zu einem
leichten Absinken der Hochwasserspiegel.

- Auf einer Länge von ca. 900 m wird die Ufersicherung vollkommen 
   entfernt.
 - Im stärker angeströmten Bereich wird eine Böschungsfußsicherung 
   bis knapp auf Niveau von Regulierungsniederwasser belassen. 
   Dadurch wird zwar Seitenerosion zugelassen, aber eine 
   grundlegende Lageveränderung des Flusslaufs verhindert.


 - Uferabsenkung

Linksufrig wird zwischen Strom - km 1885,97 und 1885,75 das
befestigte Ufer auf Mittelwasser-niveau abgesenkt, um bei höheren
Wasserständen das Einfließen von Donauwasser in die Stopfenreuther Au
zu erleichtern.

- Gewässervernetzung Johler Arm

Der ca. 1.350 m lange Johler Arm soll ganzjährig an die Donau
angebunden werden und bei Niederwasser einen Durchfluss von etwa 10
m3/s aufweisen. Zu diesem Zweck werden Einströmöffnungen und das Bett
des Johler Arms auf ein Niveau deutlich unter dem Niederwasserniveau
hergestellt bzw. abgesenkt.
Der Johler Arm wird damit in diesem Abschnitt zum ersten Nebenarm der
Donau, der wieder nahezu ganzjährig durchströmt wird. Dieser verloren
gegangene Gewässertyp ist Lebensraum für zahlreiche geschützte Tier-
und Pflanzenarten.

Rückfragehinweis:
via donau - Österreichische Wasserstraßen-Gesellschaft mbH
Bettina Pepek, Hedwig Döllinger
Tel.: 0504321 - 1400
mailto:[email protected]
mailto:[email protected]

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