- 01.12.2011, 11:02:37
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Tumpel: Arbeitsmarkt nicht kaputt sparen
Wien (OTS) - Im Oktober waren in der EU fast 24 Millionen Menschen
ohne Arbeit. Das sind um rund 7,5 Millionen mehr als noch vor der
Krise. 5,5 Millionen davon waren Jugendliche. Die Zahl der
Arbeitslosen steigt derzeit pro Monat um rund 120.000. Dieser Anstieg
wird sich wegen der Konjunkturabschwächung noch beschleunigen. Auch
in Österreich ist die Arbeitslosigkeit ist im November weiter
angestiegen. Neben knapp 68.000 SchulungsteilnehmerInnen waren rund
253.000 Menschen beim Arbeitsmarktservice arbeitslos gemeldet. Somit
waren im November rund 321.000 Menschen auf Arbeitssuche. Das sind um
1,2 Prozent mehr als im Vergleichsmonats des Vorjahres und um rund
50.000 mehr als noch vor der Krise. Betroffen sind, wie schon in den
letzten Monaten, vor allem Ältere (plus 7,7 Prozent) aber auch Junge
bis 24 Jahren (plus 5,3 Prozent). Vom Ansteigen der Arbeitslosigkeit
sind besonders jene betroffen, die über keine abgeschlossene
Berufsausbildung verfügen. "Sie sind verstärkt dem Risiko ausgesetzt,
arbeitslos zu werden", sagt AK Präsident Herbert Tumpel. Für diese
Gruppe fordert Tumpel Möglichkeiten, damit sie die Phase der
Arbeitslosigkeit nutzen können, um zusätzliche Qualifikationen zu
erwerben und einen Berufsabschluss zu erlangen. Ebenso müssen
wirksame Maßnahmen für Ältere gesetzt werden, damit sie länger in
Beschäftigung bleiben können. Dazu gehören gesundheitserhaltende
Maßnahmen ebenso wie kontinuierliche Weiterbildung, die auch mit dem
Beruf und dem Familienleben zeitlich vereinbart werden kann. Jene
Menschen, die ihren Beruf nicht mehr ausüben können, brauchen die
Möglichkeit zur Rehabilitation und beruflicher Neuorientierung. Die
Umsetzung dieser Maßnahmen, die bereits von den Sozialpartnern
präsentiert wurden, wird dazu beitragen, dass Menschen länger in
Beschäftigung bleiben. "Auch eine Schuldenbremse darf nicht dazu
führen, dass erforderliche und sinnvolle Maßnahmen nicht in Angriff
genommen werden können, weil die Mittel dafür fehlen. Der
Arbeitsmarkt darf nicht kaputt gespart werden", warnt Tumpel.
Die AK fordert insbesondere:
+ Ausreichende Mittel für die Arbeitsmarktpolitik, um die
erforderlichen Maßnahmen für Ältere und die Rehabilitation von Arbeit
Suchenden mit Gesundheitsproblemen finanzieren zu können.
+ Laufbahnberatung und modulare Weiterbildung für Arbeit Suchende,
die wiederholt von Arbeitslosigkeit betroffen sind.
+ Verbesserungen bei der Bildungskarenz, vor allem für Personen mit
geringem Einkommen.
Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Thomas Angerer
Tel.: +43-1 501 65-2578
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at
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