- 30.11.2011, 11:23:01
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Karas: Keine Zwangsrotation bei Wirtschaftsprüfern
EVP-Fraktionsvizepräsident kritisiert EU-Gesetzesvorschlag für neue Regeln für die Abschlussprüfung von Unternehmen
Brüssel, 30. November 2011 (OTS) "Nichts spricht gegen eine
Verbesserung der Qualität der Rechnungsprüfung von Unternehmen. Der
heutige Gesetzesvorschlag der Kommission ist aber zu
planwirtschaftlich. Anstatt den Wettbewerb zu stärken, soll den
Unternehmen ein Wechsel der Prüfungsfirma vorgeschrieben werden",
so EVP-Fraktionsvizepräsident Othmar Karas zum Vorschlag von EU-
Binnenmarkt-Kommissar Michel Barnier, der neue Regeln für die
Abschlussprüfungen und Audits von Unternehmen vorsieht. Die EU will
damit die Marktdominanz der sogenannten "Big Four"-
Prüfungsgesellschaften brechen. "Ich bin gegen die externe
Zwangsrotation der Prüfer. Mehr Wettbewerb und Chancen für kleinere
Prüfungsfirmen kann auf anderen Wegen sichergestellt werden", so
Karas. ****
Voraussichtlich sieht der heutige Gesetzesvorschlag vor, dass
Unternehmen beispielsweise ihren Prüfer alle neun Jahre wechseln
und Prüfungsunternehmen sollen nicht mehr demselben Kunden sowohl
Beratungs- als auch Prüfungsleistungen erbringen dürfen. Außerdem
sollen große Unternehmen dazu verpflichtet werden, sich von zwei
Unternehmen prüfen zu lassen. "Dass ein externer Zwangswechsel mehr
Wettbewerb bringt, ist eine Vermutung, die wissenschaftlich nicht
belegt ist. In Österreich haben wir gute Erfahrungen mit der
internen Prüferrotation innerhalb des Prüfungsunternehmens. Dies
könnte eine gute Lösung für die europäische Regelung sein", erklärt
Karas. Leider habe die Kommission die Vorschläge, die das
Europäische Parlament hier gemacht habe, vollkommen ignoriert.
"Rechnungsprüfer haben eine wichtige gesellschaftliche
Funktion, weil sie der Buchhaltung und Zuverlässigkeit von
Unternehmen ein Qualitätssiegel verleihen. Davon hängt die
Stabilität der Märkte ab. Wir wollen sicherstellen, dass diese
Qualitätssiegel noch unabhängiger werden und ein getreues Bild der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Unternehmen vermitteln."
Dazu seien aber noch Änderungen am heutigen Gesetzesvorschlag
notwendig, die er im Parlament "auf den Weg bringen" werde, so
Karas.
Rückfragen:
Mag. Othmar Karas, MEP, Tel.: +32-2-284-5627
([email protected])
Daniel Köster M.A., EVP-Pressedienst, Tel.: +32-487-384784
([email protected])
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