- 30.11.2011, 10:36:53
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Frauenberger: Sprache ist die halbe Miete
Wiens Integrationsstadträtin präsentierte beim Team Talk das Wiener Integrationskonzept und Zukunftspläne
Wien (OTS/SPW) - Sie trage "keine rosarote Brille", es sei jedoch
klar fest zu stellen, dass Wien in den letzten Jahren in der
Integrationspolitik sehr viel weitergebracht hat. Welche Leitlinien
hinter dem Wiener Integrationskonzept stehen, welche Ziele Wien für
die Zukunft formuliert hat und welche Begleitmaßnahmen die Stadt
setzt - auf all das ging die Wiener Integrationsstadträtin Sandra
Frauenberger Dienstag Abend bei einem Team-Talk ein. Moderiert wurde
die Veranstaltung des "Team für Wien" im Wiener Ringturm von Markus
Pohanka. "Für Populismus und das Schüren von Vorurteilen, dafür bin
ich nicht zu haben", stellte Frauenberger nachdrücklich klar.****
Jährlich wandern nach Wien 9.000 Menschen zu. Bei dieser Zahl
handle es sich um eine Vorgabe des Bundes, worauf die Stadt keine
Einflussnahme habe, informierte Frauenberger. Die vielfältigen
Potenziale dieser NeuzuwanderInnen müssten auf jeden Fall als Chance
begriffen werden. So sprach sie etwa an, dass rund 60 Prozent über
sehr gute Qualifikationen - solche, die über den
Facharbeiterabschluss hinausgehen - verfügen. In diesem Zusammenhang
machte Frauenberger darauf aufmerksam, dass Wien "mitreden" möchte,
unter welchen Bedingungen und Kriterien ZuwanderInnen hierher kommen.
Dafür wurde auch die Wiener Zuwandererkommission geschaffen. Denn die
Stadt wolle den Wettbewerb um die besten Hände und die besten Köpfe
gewinnen.
Das Wiener Integrationskonzept ist "ein zutiefst politisches
Konzept in ihrem Ursprung", so Frauenberger, die auf die
sozialdemokratische Handschrift verwies. Zuwanderung solle demzufolge
klar und transparent geregelt werden. Es gehe darum, respektvoll
zusammen zu leben, dieselbe Sprache zu sprechen und das alles mit
einer unmissverständlichen Haltung gegen Rassismus und
Fremdenfeindlichkeit.
Dem Integrationskonzept selbst liegen klare Leitlinien zu Grunde.
Sinngemäß geht es darum, Integration aktiv zu gestalten und konkrete
Lösungen anzubieten. Sachlichkeit steht stets im Vordergrund.
Schlüssel zur Integration ist die deutsche Sprache, wobei alle hier
lebenden Menschen die gleiche Chance haben müssen, diese auch zu
lernen. Außerdem bekennt sich Wien zur Vielfalt, was auch heißt, dass
alle eine Chance auf sozialen Aufstieg haben müssen. Außerdem geht es
um Gleichstellung, Partizipation, die Einhaltung der Menschenrechte
und der Frauenrechte und um eine Trennung von Religion und Staat.
Frauenberger ging weiters auf die integrationsbegleitenden
Maßnahmen der Stadt ein. So hole Wien NeuzuwanderInnen ab dem ersten
Tag ab. Im Rahmen von Start Wien gibt es ein Startcoaching, den
Bildungspass mit Modulen wie etwa der Arbeitsplatzberatung und bei
Absolvierung zudem einen 300 Euro-Sprachgutschein, denn: "Sprache ist
die halbe Miete", betonte Frauenberger. Deutschkurse selbst müssen
zielgruppenorientiert, leistbar und leicht erreichbar sein. Das biete
Wien auch mit speziellen Kursen u.a. für ältere Männer, Jugendliche
oder Mütter (Mama lernt Deutsch). Außerdem gibt es Fachdeutschkurse
zur Qualifizierung. Start Wien wird von 90 Prozent aller
NeuzuwanderInnen besucht, insgesamt 11.000 Menschen besuchen jährlich
die Sprachkurse der Stadt.
Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt sind arbeitsmarktpolitische
Maßnahmen. So gehe es darum, die zugewanderten Menschen in den
Arbeitsprozess einzugliedern. Wien leiste hierfür intensive
Beratungstätigkeit, beispielsweise Qualifizierungs- und
Nostrifikationsberatung. Auch das Nachholen von Schulabschlüssen sei
ein besonders wichtiges Thema, um jungen Menschen Perspektiven zu
geben. Weiters sei die Messbarkeit der Integration wesentlich.
Als "größte Herausforderung für unsere Gesellschaft" bezeichnete
die Integrationsstadträtin das "Zusammenleben". Sie sprach dabei das
erfolgreiche Projekt "Sei dabei" an und kündigte für 2012 ein großes
Dialogprojekt an, an dessen Ende eine "Charta für gutes
Zusammenleben" stehen wird. Ob Schulklassen, Sportvereine,
BewohnerInnen in Gemeinde- oder Genossenschaftsbauten - sie alle
sollen sich einbringen können. Das Ziel sei klar, nämlich "ein
besseres Klima, wo Fremdenfeindlichkeit keinen Platz hat".
Abschließend betonte Frauenberger: "Es braucht jede einzelne und
jeden einzelnen von uns, damit das Zusammenleben gut funktioniert."
(Schluss) ah
Rückfragehinweis:
Pressedienst der SPÖ Wien
Tel.: +43 1 534 27/222
mailto:[email protected]
http://www.wien.spoe.at
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