- 30.11.2011, 09:40:47
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Konferenz: wie die Ausbeutung von Migrantinnen und Migranten letztlich die Position aller Lohnabhängigen schwächt
Linz (OTS) - Die Konferenz "Un(ter)dokumentiert arbeiten in
Europa" beschäftigt sich mit der Lage von Migrantinnen und Migranten
und den gesellschaftspolitischen Auswirkungen. Am Montag, 5. Dezember
2011, von 10 bis 17 Uhr werden international anerkannte Expertinnen
und Experten aus Wissenschaft und Praxis an der Johannes Kepler
Universität Linz, Repräsentationsraum G, referieren und diskutieren.
Aktuell leben rund 215 Millionen Menschen weltweit nicht mehr in
dem Land, in dem sie geboren sind. Hauptursache für Migration sind
die enormen Einkommens- und Verteilungsunterschiede zwischen
Entwicklungs- und Industrieländern.
Auch in Österreich arbeiten Migrantinnen und Migranten häufig
unterhalb ihrer Qualifikation in Niedriglohnbranchen, in
gesellschaftlich gering bewerteten Jobs, zum Teil ohne Aufenthalts-
und Arbeitspapiere. Laut Statistik Austria fühlen sich rund 28
Prozent der im Ausland Geborenen für ihren Job überqualifiziert,
während es unter den Inländern/-innen knapp 10 Prozent sind.
Un(ter)dokumentierte Arbeit wird jenseits der regulären, staatlich
erfassten und entsprechend regulierten Sektoren des Arbeitsmarkts
geleistet. Fehlende Arbeitnehmerschutz-Bestimmungen und daraus
resultierende hohe Unfallrisiken sowie massive physische und
psychische Belastungen sind ebenso Kennzeichen dieser Form der Arbeit
wie eine fehlende soziale Absicherung.
Die soziale und rechtliche Diskriminierung un(ter)dokumentiert
Arbeitender macht diese nicht nur erpressbar und ausbeutbar. Sie
führt auch dazu, dass sozial- und arbeitsrechtliche sowie
kollektivvertragliche Standards unterminiert werden. Die rechtliche
Schutzlosigkeit führt so letztlich zu einer Schwächung der Position
aller Lohnabhängigen.
Lohnarbeit darf jedoch nicht von Rechten entkoppelt sein. "Nicht
nur im Fall von Lohnbetrug sollen rechtliche Schritte gegen
Arbeitgeber möglich sein, sondern darüber hinaus sollen Ansprüche
bestehen wie aufgrund eines gültigen Arbeitsvertrages, etwa in Bezug
auf Kündigungs- und Entlassungsschutz", betont AK-Präsident
Kalliauer.
Um die eigenen Rechte einklagen zu können, brauchen undokumentiert
Arbeitende zumindest während eines laufenden arbeitsrechtlichen oder
sozialrechtlichen Verfahrens einen gesicherten Aufenthalt.
Die Konferenz setzt sich zum Ziel, das breite Themenfeld mit
Interessierten aus Wissenschaft, Gewerkschaften, Politik, NGOs und
sozialen Bewegungen gemeinsam zu diskutieren. Die Veranstaltung des
Instituts für Soziologie der JKU und FORBA (Forschungs- und
Beratungsstelle Arbeitswelt) findet in Kooperation mit der
Arbeiterkammer Oberösterreich statt.
Programm der Konferenz:
http://www.jku.at/soz/content/e134732/e143217/
Rückfragehinweis:
Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation
Martina Macher
Tel.: (0732) 6906-2190
mailto:[email protected]
http://www.arbeiterkammer.com
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