- 29.11.2011, 13:48:30
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Neue Chancen für MigrantInnen am Wiener Arbeitsmarkt
Good Practice: Unterstützung durch den Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds
Wien (OTS) - Der Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff)
richtet sich mit abgestimmten Angeboten und spezifischen
Förderrichtlinien an die arbeitsmarktpolitisch wichtige Zielgruppe
der MigrantInnen. Um sich vor Ort über diese Wiener Good
Practice-Maßnahme zu informieren, lud die Wiener
Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger Staatssekretär Sebastian
Kurz zu einem Lokalaugenschein in diese österreichweit einzigartige
arbeitsmarktpolitische Einrichtung.
Frauenberger: "Gleiche Chancen beim Zugang zu Bildung und
Arbeit sind neben der Sprache das Um und Auf für erfolgreiche
Integration"
Dazu die Wiener Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger:
"Gleiche Chancen für alle beim Zugang zu Bildung und Arbeit zu
schaffen, ist einer der wesentlichen Eckpunkte des Wiener
Integrationskonzeptes. Wenn die Sprache der Schlüssel zur Integration
ist, so sind ein rascher und den Qualifikationen entsprechender
Jobeinstieg der Schlüssel zum sozialen Aufstieg. Das Erlernen der
deutschen Sprache ist wichtig, aber nicht allein ausschlaggebend für
eine erfolgreiche Integrationsbiographie. In Wien setzen wir daher
mit den Angeboten des waff, von der beruflichen Erstinformation für
NeuzuwanderInnen über gezielte berufliche Weiterbildung für bessere
Jobchancen bis hin zur Beratung bei der Anerkennung von mitgebrachten
Ausbildungen, genau hier den Hebel an."
Kurz: "Migrantenindex für zielgerichtetere Förderung am
Arbeitsmarkt"
Statistische Zahlen zur Situation von Migrantinnen und Migranten
am Arbeitsmarkt belegen den immer noch bestehenden Aufholbedarf. So
liegt die Erwerbsquote von Menschen mit Migrationshintergrund im
Durchschnitt um 8 Prozent unter jener der Bevölkerung ohne
Migrationshintergrund. Um Arbeitnehmer/innen mit
Migrationshintergrund besser und zielgerichteter zu fördern, wurde
nun im Zusammenwirken zwischen Integrationsstaatssekretariat und dem
Sozialministerium ein sogenannter "Migrantenindex" eingeführt. Im
Rahmen der statistischen Erhebungen des Arbeitsmarktservice wird nun
auch der mögliche Migrationshintergrund von Personen, die beim AMS
gemeldet sind, erhoben. "Die Einführung des Migrantenindex ist ein
großer Fortschritt! Dadurch wird es möglich sein, diese Gruppe von
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zielgerichteter als bislang zu
fördern und somit schneller in den Arbeitsmarkt zu integrieren", so
Staatssekretär Kurz dazu.
Mitgebrachte Qualifikationen müssen rasch eingesetzt werden
können, um Teufelskreis der Dequalifikation zu durchbrechen
Frauenberger betonte weiters, dass Mehrsprachigkeit und
interkulturelle Kompetenz für die Entwicklung von Gesellschaft und
Wirtschaft ein unverzichtbares Potenzial darstellen, das gefördert
werden muss. Die Integrationsstadträtin bezeichnete es daher auch als
unabdingbar, dass ZuwanderInnen ihre mitgebrachten Qualifikationen
und Ausbildungen entsprechend einsetzen können. "Die
Anerkennungsverfahren müssen vereinfacht werden, um den Teufelskreis
der Dequalifikation zu durchbrechen. Momentan gleichen sie einer
8000er Besteigung ohne Sauerstoffgerät. Umso erfreulicher ist es,
dass Staatsekretär Kurz und Minister Hundstorfer hier rasch Nägel mit
Köpfen machen wollen, denn dieses Potenzial auf der Straße liegen zu
lassen, können wir uns auch wirtschaftlich nicht leisten." Die
Stadträtin wies in diesem Zusammenhang auch auf die jüngste Forderung
der OECD hin, wonach Österreich fremdländische Bildungsabschlüsse
rascher und unbürokratischer anerkennen soll.
Wien sei hier jedenfalls bereits in die Offensive gegangen und
habe im waff eine zentrale Anlaufstelle für eine gezielte
Nostrifikationsberatung und -begleitung geschaffen. Die Wiener
Integrationsstadträtin appellierte, in der Integration generell von
der Defizitsicht hin zu einer Politik zu kommen, die Vielfalt als
Chance erkennt und nutzt. Wien gehe diesen Weg jedenfalls konsequent,
unterstrich sie.
Kurz: "Erste wichtige Schritte für eine einfachere Anerkennung
von Abschlüssen"
Staatssekretär verwies in diesem Zusammenhang auf die derzeit
laufenden Verhandlungen zur Neuregelung der Anerkennung und
Nostrifizierung im Bereich jener Berufe die einen akademischen
Abschluss voraussetzen (Arzt, Architekt, Wirtschaftsprüfer etc.).
"Das Wissenschaftsministerium arbeitet momentan an einer Novellierung
der Gesetzesbestimmungen. Mit dieser Maßnahme werden wir einen
wichtigen Schritt auf dem Weg zu einfacheren und transparenteren
Anerkennungsverfahren setzen", meint er dazu.
Auch bei der Anerkennung von nicht akademischen Berufs- und
Bildungsabschlüssen wird derzeit auf Ebene der zuständigen
Ministerien über eine Vereinfachung der Verfahren beraten. "Unser
Ziel", so Sebastian Kurz weiters, "ist es Schritt für Schritt diese
komplexen und bislang unüberschaubaren Bereich neu zu regeln! "
Die konkreten Angebote des waff für MigrantInnen
Der waff bietet Unterstützung auf folgenden Ebenen:
o Die Förderrichtlinien des waff nehmen besonders auf MigrantInnen
Rücksicht. Rund 40 Prozent der 36.000 KundInnen des waff 2011
haben Migrationshintergrund.
o In Zusammenarbeit mit PERSPEKTIVE, der Anerkennungs- und
Weiterbildungsberatungsstelle für Asylberechtigte und
NeuzuwanderInnen unterstütz der waff neue WienerInnen bei der
Anerkennung von im Ausland erworbenen Bildungsabschlüssen.
o Darüber hinaus fördert der waff gemeinsam mit dem AMS Wien und dem
Europäischen Sozialfonds (ESF) spezifische Projekte, die
MigrantInnen, Asylberechtigte und neu Zugewanderte zur Zielgruppe
haben.
Highlights aus dem umfangreichen Unterstützungsangebot sind unter
anderem:
Projekt PERSPEKTIVE: Anerkennungs- und Weiterbildungs-
beratungsstelle für Asylberechtigte und NeuzuwanderInnen
PERSPEKTIVE ist unter einem Dach mit dem waff angesiedelt und
bietet Beratung und Begleitung bei der Nostrifikation. Heuer können
über 1.000 NeuzuwanderInnen hier beraten werden. Finanziert wird
PERSPEKTIVE durch die MA 17 (Integration und Diversität), den waff
und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF).
Konkret unterstützen die vielsprachigen BeraterInnen in allen
Fragen rund um das Anerkennungsverfahren. Bei Hochschulstudien wird
beispielsweise abgeklärt, um welches Fachgebiet es sich handelt und
welche Bildungseinrichtung zuständig ist. Außerdem stellen sich
Fragen wie: Ist das Fachgebiet in Österreich grundsätzlich anwendbar
und welchem Berufsbild entspricht es? Bei FacharbeiterInnen wird
recherchiert, wie die Ausbildung im Herkunftsland ausgestaltet ist
und wird mit dem dualen Ausbildungssystem in Österreich verglichen.
Oftmals ist es beispielsweise sinnvoll, eine außerordentliche
Lehrabschlussprüfung zu absolvieren.
In den vergangenen Jahren zeigt sich, dass NeuzuwanderInnen hohe
Qualifikationen aus ihren Herkunftsländern mitnehmen. Statistiken der
Anerkennungs- und Nostrifikationsberatung im waff Beratungszentrum
bestätigen das:
o Rund 39 Prozent der KundInnen verfügten über einen Universitäts-
bzw. FH-Abschluss.
o Weitere 40 Prozent hatten eine höhere Schule mit Matura
abgeschlossen. Insgesamt hatten also 79 Prozent mindestens
Maturaniveau.
Muttersprachliche Berufserstinformation im Rahmen von
StartWien - über 60 Prozent haben eine höhere Schulbildung
Die Muttersprachliche Berufserstinformation ist eine
Informationsveranstaltung des waff im Rahmen von Start Wien (Programm
zur Integrationsbegleitung der Stadt Wien). In 20 verschiedenen
Sprachen erhalten NeuzuwanderInnen dort wichtige Informationen zum
Thema "Arbeit und Beruf" (aktuelle Arbeitsmarktsituation in Wien,
rechtliche Regelungen für die Jobsuche, Unterstützungsmöglichkeiten).
Seit 2008 konnten bereits über 1.900 Personen zu ihren
Möglichkeiten und zu wichtigen Ansprechpartnern am Wiener
Arbeitsmarkt informiert werden. Seit Beginn des Jahres 2011 können
auch BürgerInnen aus dem EWR-Raum das Angebot von StartWien in
Anspruch nehmen.
Die Vielfalt der KundInnen ist beeindruckend und die KundInnen
bringen viele Kompetenzen mit: Im Jahr 2011 kommen die KundInnen aus
68 Staaten und sprechen 43 unterschiedliche Erstmuttersprachen. Rund
die Hälfte dieser Personen gab an, gute bzw. sehr gute Kenntnisse
zumindest einer zusätzlichen Sprache zu haben. Nahezu 65 Prozent der
TeilnehmerInnen haben eine höhere Schule oder ein Universitätsstudium
abgeschlossen.
Förderung der beruflichen Weiterentwicklung durch das
Beratungszentrum für Beruf und Weiterbildung im waff
Das Beratungszentrum für Beruf und Weiterbildung ist die zentrale
Anlaufstelle für alle, die Information und Beratung zu
berufsbezogenen Veränderungen benötigen. Gemeinsam mit den
BeraterInnen des waff wird geklärt, welche individuellen beruflichen
Perspektiven bestehen, wie berufliche Ziele erreicht werden können
und ob dafür Weiterbildungsschritte notwendig sind. Österreichweit
einzigartig ist die Verknüpfung von Beratung und Fördermöglichkeiten.
Ein besonderer Schwerpunkt des waff Beratungszentrums ist die
Unterstützung von Menschen mit Migrationshintergrund. Die
Förderrichtlinien des waff nehmen besonders auf Personen Rücksicht,
die ihren höchsten Bildungsabschluss im Ausland erworben haben, oder
die ihre Qualifikation in Österreich nicht verwerten können. Bei rund
einem Drittel der fast 12.000 Förderfälle im waff Beratungszentrum
handelt es sich um MigrantInnen (z.B.: Lehrabschlüsse,
Berufsreifeprüfung, etc.).
Weitere Infos:
waff Beratungszentrum für Beruf und Weiterbildung
Nordbahnstraße 36
1020 Wien
Tel. 217 48 - 555
www.waff.at
www.facebook.com/waff.weiterbildung
www.twitter.com/waffwien
Bildmaterial zu dieser Aussendung ist in Kürze unter
www.wien.gv.at/pressebilder abrufbar.
Rückfragehinweis:
Büro Stadträtin Sandra Frauenberger Mediensprecherin Gabriele Philipp Tel.: +43 1 4000 81295 mailto:[email protected] Kristina Rausch Bundesministerium für Inneres Büro des Staatssekretärs Sebastian Kurz Minoritenplatz 9, 1014 Wien Tel +43 1 53126-7005 Mobil +43 664 26 40 780 E-Mail: [email protected] www.integration.at Mag. Klaus Kienesberger Mediensprecher Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds A-1020 Wien, Nordbahnstraße 36 Tel.: +43 1 217 48 - 318 Fax: +43 1 217 48 - 444 ACHTUNG - NEUE MOBILNUMMER +43 676 829 82 - 318 E-Mail: [email protected] www.waff.at
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