OTS0208   29. Nov. 2011, 13:44

Wlodkowski: Landwirtschaft braucht verbindliches Klimaabkommen

Appell: Nachhaltigkeit nicht durch unsinnige Regelungen bestrafen


"Die LK Österreich spricht sich für ein umfassendes
und rechtsverbindliches Klimaabkommen aus, wonach alle
Industrieländer - einschließlich der USA als auch der
fortgeschrittenen Entwicklungsländer wie China und Indien - eine
Verpflichtung zur Reduktion der Treibhausgase eingehen. Denn mit
einseitigen Zugeständnissen der EU kann das Ziel, den Anstieg der
Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu beschränken, nicht erreicht
werden. Das muss Bedingung für die Auszahlung der ab dem Jahr 2020
fälligen 'Green Climate Fund'-Mittel für die Entwicklungsländer in
Höhe von USD 100 Mrd. jährlich sein, die neben den traditionellen
Mitteln für Entwicklungshilfe zusätzlich fließen werden. Somit würde
die Klimakonferenz die einmalige Chance bieten, Synergien zwischen
Reduktions- und Anpassungsmaßnahmen sowie der Ernährungssicherung zu
schaffen", stellte Gerhard Wlodkowski, Präsident der LK Österreich,
als Vertreter der Land- und Forstwirtschaft - des vom Klimawandel
hauptbetroffenen Sektors - fest.

Wald nachhaltig bewirtschaften

"Abholzungen und der Verlust von Regenwald sind ein ernst zu
nehmendes Problem für das Weltklima. Daher sollte das Erfolgsmodell
der nachhaltigen, multifunktionalen Forstwirtschaft, das von mehr als
16 Mio. Waldbesitzern in Europa gelebt wird, der Leitfaden für die
Verhandlungen in Durban sein. Die Bilanzierung von
Kohlenstoffspeicherung im Wald muss dieser nachhaltigen
Bewirtschaftung jedenfalls Rechnung tragen. Dazu gehört auch die
Anrechnung der Kohlenstoffspeicherung in Holzprodukten. Ein
Kubikmeter Holz speichert eine Tonne CO2 und spart eine Tonne
CO2-Emissionen ein, wenn Holz als Bau- und Werkstoff anstatt Stahl
oder Beton verwendet wird. Eine zusätzliche Tonne CO2 kann eingespart
werden, wenn das Holzprodukt am Ende seiner Lebensdauer als Ersatz
von fossilen Energieträgern wie Öl, Kohle oder Gas verwendet wird.
Diesen positiven Dreifacheffekt bietet nur Holz", ergänzte
Wlodkowski.

Nachhaltigkeit nicht bestrafen

Im Rahmen von Kyoto-Nachfolgeregelungen soll die Speicherung von
Kohlenstoff im Wald verpflichtend bilanziert werden. Österreich, das
schon seit langem durch ein strenges Forstgesetz auf die nachhaltige
Waldbewirtschaftung setzt, läuft damit Gefahr, dafür auch noch
bestraft zu werden. Die Berechnungsformeln sehen nämlich vor, dass
die Nutzung von Holz im Zuge der nachhaltigen Waldbewirtschaftung nur
bis zu einem gewissen Betrag angerechnet wird. Darüber hinaus gilt
die Holzverwendung als Emission, obwohl der Dreifacheffekt bei jedem
verwendeten Kubikmeter wirksam ist.

"In Österreich und Europa nehmen die Holzvorräte trotz steigender
Nutzung seit 60 Jahren zu, weil immer weniger genutzt wurde als
nachwächst. Mit diesen Vorräten können in den nächsten Jahren
energie- und damit CO2-intensive Rohstoffe und fossile Energieträger
ersetzt werden. Damit ist ein substanzieller Beitrag zum Klimaschutz
möglich, der durch praxisfremde Berechnungsmethoden verhindert würde.
Soweit darf es nicht kommen, wenn man Bemühungen für eine Entwicklung
der Gesellschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit ernst meint. Die
Kohlenstoffspeicherung in Holzprodukten muss daher ausreichend
berücksichtigt werden", unterstreicht Wlodkowski die Vorteile einer
vermehrten Holzverwendung.

"Die Land- und Forstwirtschaft ist schließlich bereit, den
steigenden Bedarf an Lebens- und Futtermitteln sowie nachwachsenden
Rohstoffen durch eine nachhaltige Produktion zu decken, den
Kohlenstoffgehalt in den Böden und der Biomasse zu erhöhen, eine
Effizienzsteigerung in der Produktion anzustreben sowie
Anpassungsmaßnahmen an sich ändernde klimatische Verhältnisse zu
setzen", so Wlodkowski abschließend.
(Schluss)

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0208 2011-11-29 13:44 291344 Nov 11 AIM0002 0514



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