- 29.11.2011, 13:20:31
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WKÖ-Hörl zur Schneesituation: Klimaphänomen darf nicht für populistische Zwecke missbraucht werden
Studien belegen die langfristige Schneegarantie in Österreich - laufende Investitionen der über 250 österreichischen Seilbahnunternehmen machen sich für gesamten Tourismus bezahlt
Wien (OTS/PWK871) - Franz Hörl, Obmann des Fachverbandes der
Seilbahnen Österreichs in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ),
warnt vor Panikmache und Pauschalurteilen vor der anlaufenden
Wintersaison. "Es gibt seit jeher natürliche klimatische
Schwankungen, schneereiche und schneearme Winter. Damit verbunden
auch Diskussionen zum Thema Klimawandel", so Hörl.
"Österreichs Seilbahnunternehmen sind laufend gefordert, sich mit
wechselnden Rahmenbedingungen auseinander zu setzen. Bereits seit den
frühen Achtzigern wird in ökologische Beschneiungssysteme,
Zusatzangebote und Komfort investiert". Hörl betont: "Schwankungen
hat es immer schon gegeben - man denke nur an den schneearmen Winter
2005/06 und den darauffolgenden Jahrhundertwinter 2007."
Für Reinhard Böhm, Klimaforscher an der Zentralanstalt für
Meteorologie und Geodynamik, ist es sehr wichtig, zwischen
langjährigen Trends und kurzfristigen Schwankungen zu unterscheiden.
"Ein kalter oder warmer Winter, ein heißer Sommer oder ein Hochwasser
sagen nichts aus über den Klimawandel, der sich in den
Langfristtrends äußert. Der Klimawandel hat viele Väter und Mütter,
die auf verschiedenen Zeitskalen unterschiedlich wirken. Erschreckend
in der Klimadebatte sind Aussagen wie: Das Klima wird immer extremer.
Dabei handelt es sich um polemische Verallgemeinerungen", so Böhm.
Eine 2007 durchgeführt Studie des Institutes für Meteorologie und
Geophysik an der Universität Innsbruck untersuchte die künftigen
Rahmenbedingungen für die Beschneiung unter Berücksichtigung der
abwechselnd guten und schlechten Bedingungen in den vergangenen
Jahren. Den Ergebnissen zufolge wird die Beschneiung in Österreichs
Skigebieten auch in Zukunft weiterhin möglich sein.
Hörl betont, dass die Seilbahnbranche in den vergangenen 10 Jahren
insgesamt 5,6 Mrd. Euro investiert habe, wovon der Großteil für
Sicherheit und Qualität der Anlagen sowie die Beschneiung aufgewendet
wurden. Nach der schneearmen Wintersaison 2005/06 hätten Österreichs
Seilbahnunternehmen verstärkt aufgerüstet und seit dem Jahr 2007
alleine 748 Mio. Euro in den Ausbau und die Modernisierung der
Beschneiung gesteckt. Derzeit fließen mehr als 35 Prozent der
Investitionen in den Ausbau und die Modernisierung von
Beschneiungsanlagen. Österreichweit können mittlerweile knapp 70
Prozent der Pisten beschneit werden, in Tirol sogar 80 Prozent.
"Schnee ist - abgesehen vom Faktor Unterkunft und verfügbares
Budget - der wichtigste Faktor in der
Winterurlaubs-Kaufentscheidung", weiß Hörl. "Die Investitionen der
vergangenen Jahre haben sich bezahlt gemacht und uns auch in warmen
und niederschlagsarmen Wintern vor einer wirtschaftlichen Katastrophe
bewahrt."
Der Wintersport hat in Österreich eine enorme wirtschaftliche
Bedeutung. Über 70 Prozent der Urlauber kommen zum Skifahren. Der
alpine Schneesport wird auch künftig der Hauptfaktor für den
touristischen Erfolg Österreichs sein.
Österreichs Seilbahnen und produzieren jährlich mehr als 50 Mio.
Skierdays (im Winter 2010/11 waren es 51,2 Mio.), damit deckt
Österreich ein Sechstel des Weltmarktes ab. Die Seilbahnbetreiber
sind nicht nur der Generaldienstleister am Berg - sondern auch ein
maßgeblicher Umsatzbringer und Wertschöpfungsfaktor. Bergbahnnutzende
Wintersportler generieren in Österreich einen Bruttoumsatz von rund
5,56 Mrd. Euro.
Durch Beschneiung wird kein Trinkwasser verbraucht!
Technische Beschneiungsanlagen kopieren den natürlichen Vorgang
und benötigen Wasser und Luft. Zur Beschneiung wird Nutzwasser, das
meist in Speicherteichen gesammelt wird, mit Hilfe von Druckluft oder
einem Gebläse zerstäubt. Unter bestimmten klimatischen
Voraussetzungen gefrieren die feinen Partikel im Flug und sinken in
Form von Schneekristallen zu Boden. Diese werden über den natürlichen
Wasserkreislauf (Schmelzwasser) wieder zurückgeführt. (PM)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich Fachverband der Seilbahnen Mag. Elke Basler Tel.: (++43) 0590 900-3327, Fax: (++43) 503 78 47 E:[email protected]
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