OTS0108   29. Nov. 2011, 11:08

Handelsverband bekräftigt Angebot von 3,3 Prozent für den Kollektivvertrag

Mumelter: Gewerkschaft tanzt mit überzogenen Forderungen auf dem Vulkan


"Wer glaubt, die aktuellen Entwicklungen in
Europa hätten mit Lohnverhandlungen in Österreich nichts tun, der
verweigert - ob absichtlich oder nicht - den Blick auf die
Zusammenhänge", erklärt Dr. Stefan Mumelter, Generalsekretär des
Österreichischen Handelsverbandes anlässlich der Fortsetzung der
diesjährigen Herbstlohnrunde im Handel. "Wenn man sieht, wie viele
Menschen in Griechenland in den letzten Monaten ihre Arbeit verloren
haben, ohne reale Chance, in absehbarer Zeit eine neue zu finden, und
wenn man sich vor Augen führt, dass auch jene, die es nicht erwischt
hat, mit enormen realen Einkommenseinbußen zurechtkommen müssen, dann
sollte das nachdenklich stimmen", warnt Mumelter. Denn vor dem
Hintergrund schwer überschuldeter Volkswirtschaften in Europa - und
das betrifft nicht nur Griechenland, Spanien oder Italien - und der
Anstrengungen zur Aufrechterhaltung der Stabilität durch Milliarden
schwere Rettungsschirme und Schuldenbremsen, kämen "überzogene
Forderungen in den Kollektivvertragsverhandlungen einem Tanz auf dem
Vulkan gleich", so Mumelter.

Es sei daher eine fatale Strategie der Gewerkschaft, sich hinter
der vollmundigen Ankündigung zu vermauern, ein Abschluss von unter
vier Prozent käme für sie in der heurigen Lohnrunde nicht in Frage.
Niemand wolle die Konjunktur kaputt sparen - schon gar nicht der
Handel. Daher sind faire Lohnerhöhungen insbesondere auch im Bereich
der niedrigeren Gehälter und der Lehrlingsentschädigungen im
Interesse aller Beteiligten. Vor diesem Hintergrund war es daher
enttäuschend, dass die Gewerkschaft undifferenziert die gleiche
Erhöhung für alle Beschäftigten im Handel gefordert hat. "Wir müssen
die niedrigeren und die Einstiegsgehälter stärker anheben. Das wirkt
einerseits konjunkturpolitisch positiv und wäre ein wichtiger Schritt
zu einer gerechteren Lebenseinkommenskurve", ist Mumelter überzeugt.
Der Vorschlag der Gewerkschaft hingegen versteinere Strukturen zu
Ungunsten der Jüngeren und der Lehrlinge im Handel.
"Wir sollten agieren wie verantwortungsbewusste Kaufleute und nicht
mehr ausgeben, als wir einnehmen", warnt Mumelter. Daher bekräftige
der Handelsverband auch im Interesse eines raschen
Verhandlungsabschlusses seinen Vorschlag, die Mindestgehälter um 3,3
Prozent zu erhöhen. Man solle nicht so tun, als wäre das nichts und
seitens der Gewerkschaft die gereichte Hand ergreifen, mahnt
Mumelter. Der Handelsverband erwarte sich daher, dass der
Verhandlungszug nun Fahrt aufnehme und zu einem Ergebnis mit Augenmaß
führe - am besten noch heute.

Der Handelsverband wurde vor neunzig Jahren gegründet und ist
heute eine freiwillige Interessenvertretung von mehr als 150 großen
Handelsbetrieben in Österreich. Er nimmt die Funktionen eines
Wirtschafts-, Berufs- und Arbeitgeberverbandes wahr. Darüber hinaus
versteht sich der Verband als handelsorientiertes
Dienstleistungszentrum und als branchenübergreifendes
Wirtschaftsforum und als Plattform für den politischen, rechtlichen
und technologischen Dialog und Informationstransfer. Mit Richtlinien,
Kennzeichen und Gütesiegeln setzt der Handelsverband Standards und
fördert das Qualitätsbewusstsein und Vertrauen der Konsumentinnen und
Konsumenten zum Handel.

HANDELSVERBAND
Präsident: Dr. Stephan Mayer-Heinisch
Generalsekretär: Dr. Stefan Mumelter
A-1080 Wien, Alser Straße 45
Tel +43 (01) 406 22 36, Fax +43 (01) 408 64 81,
office@handelsverband.at
www.handelsverband.at, www.versandhandel-online.at,
Mitglied bei DSE (Direct Selling Europe) und EMOTA (European Distance
Selling Trade Association)

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OTS0108 2011-11-29 11:08 291108 Nov 11 HVB0001 0492



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