• 25.11.2011, 12:27:56
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Häusliche Gewalt kommt nicht in die Tüte

IfS-FrauennotWohnung: 16 Tage gegen Gewalt an Frauen

Dornbirn (OTS/VLK) - Gewalt ist leider immer noch so normal, wie
am Morgen Brot zu holen. Deshalb startet die IfS-FrauennotWohnung die
alljährliche Aktion "16 Tage gegen Gewalt an Frauen" heuer gemeinsam
mit den Vorarlberger Bäckereien. In rund 70 Bäckereien wird in dieser
Zeit das Brot in Säckchen mit dem Aufdruck "Häusliche Gewalt kommt
nicht in die Tüte" verpackt. Der Auftakt fand am Freitag, 25.
November, dem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen
Frauen, im Messepark in Dornbirn statt.

Laut einer repräsentativen deutschen Studie erfahren 25 Prozent
der Frauen mindestens einmal in ihrem Leben eine Form der
körperlichen und/oder sexuellen Gewalt durch ihren
Beziehungspartner. Ein Drittel dieser Frauen erlebt Gewalt einmalig,
ein weiteres Drittel wiederholt und das letzte Drittel ist
andauernder häuslicher Gewalt ausgesetzt. "Wir alle sind gefordert,
die Augen offen zu halten, hinzuschauen und Zivilcourage zu zeigen,
wenn es Anzeichen von Gewalt gibt", sagte Landesrätin Greti Schmid.
Besondere Sensibilität und richtiges Handeln seien beim Erkennen von
Gewalt von Bedeutung, um nicht noch größere Angst und Zurückhaltung
beim Opfer auszulösen.

Der Grundstein, um aus der Gewaltspirale ausbrechen zu können,
wird durch Information gelegt. Es ist wichtig, dass betroffene Frauen
wissen, wo sie Hilfe und Unterstützung finden, welche Rechte sie
haben, welche Möglichkeiten des Schutzes ihnen zur Verfügung stehen.
Dieser Prozess der Selbstermächtigung wird im Rahmen der diesjährigen
Aktion "Häusliche Gewalt kommt nicht in die Tüte" unterstützt. Die
Brotsäckchen sind mit Notrufnummern, unter denen betroffene Frauen
und deren Kinder in Vorarlberg Hilfe erreichen, sowie mit
Kurzinformationen zum Thema häusliche Gewalt bedruckt.

Empowerment durch Information

Selbstermächtigung durch Information hat sich auch die
IfS-Fachgruppe Gewaltschutz, der die IfS-FrauennotWohnung, die
IfS-Gewaltschutzstelle und der IfS-Kinderschutz angehören, zum Ziel
gesetzt. Denn Betroffene von Gewalt sehen sich häufig mit großen
Orientierungsproblemen im Hilfssystem konfrontiert. Es herrschen
teils falsche Vorstellungen über Beratungen bzw. Hilfe und Betroffene
befürchten, dass in der Beratung eigene Entscheidungen nicht
respektiert werden oder die Androhungen des Misshandlers - Armut,
sozialer Abstieg, Verlust der Kinder - wahr werden könnten. Im Rahmen
von telefonischen oder persönlichen Gesprächen oder in der
E-Mail-Beratung suchen die Mitarbeiterinnen des IfS-Gewaltschutzes
gemeinsam mit den Betroffenen nach individuell passenden
Unterstützungsmöglichkeiten.

Opfer von Partnerschaftskonflikten sind die Kinder

Kommt es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen in der
Partnerschaft, so sind Kinder immer mit betroffen. Sie werden zu
Opfern, auch wenn sie selbst den Misshandlungen nicht direkt
ausgesetzt sind. Das kindliche Erleben von häuslicher Gewalt ist
angstgeprägt und belastend. Kinder sind unsicher, wissen nicht, wer
verantwortlich für die Geschehnisse ist, wer sich ändern
muss, damit sich die Situation zu Hause ändert. In einer Atmosphäre
von Gewalt und Demütigung werden Kinder verletzt und haben ein Recht
auf Hilfe.

Zuflucht und Schutz finden Kinder mit deren betroffenen Müttern in
der IfS-FrauennotWohnung. Diese ist telefonisch unter 05572/29304
rund um die Uhr zu erreichen und Aufnahmen sind jederzeit möglich.
Die Adresse wird aus Sicherheitsgründen nicht publik gemacht.
Finanziert wird die IfS-FrauennotWohnung aus Mitteln des Sozialfonds
des Landes Vorarlberg. Die gute Zusammenarbeit mit dem Frauenreferat
des Landes ermöglicht u.a. die nötige Öffentlichkeitsarbeit in Form
des Sichtbarmachens von Gewalt.

IfS-FrauennotWohnung - das frauenhaus in vorarlberg
Postfach 61, 6850 Dornbirn
Telefon 05572/29304 (rund um die Uhr)
E-Mail [email protected]
Internet www.ifs.at

Rückfragehinweis:

Landespressestelle Vorarlberg
   Tel.: 05574/511-20137, Fax: 05574/511-920196
   mailto:[email protected]
   http://www.vorarlberg.at/presse
   
   Hotline: 0664/625 56 68, 625 56 67

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