• 25.11.2011, 12:18:16
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Jarmer: Frauen mit Behinderung sind doppelt so häufig von Gewalt und Missbrauch betroffen

Rechtsanspruch auf persönliche Assistenz und Bildungsmaßnahmen sind dringend nötig

Wien (OTS) - "Behinderte Frauen sind doppelt so häufig von
sexueller Gewalt betroffen als nichtbehinderte Frauen", erklärt die
Behindertensprecherin der Grünen, Helene Jarmer, anlässlich des
heutigen Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen.
In einer Studie aus dem Jahr 1996 gaben 64 Prozent der befragten
behinderten Frauen an, einmal oder mehrmals in ihrem Leben sexuelle
Gewalt erfahren zu haben. Besonders betroffen sind Frauen, die in
Einrichtungen leben bzw. arbeiten, Frauen mit Lernschwierigkeiten und
gehörlose Frauen. "Es müssen gezielte Maßnahmen im Bereich Bildung
und Berufsausbildung getroffen werden, um Frauen mit Behinderungen
aufzuklären und zu stärken", fordert Jarmer und weiter: "Ebenso
wichtig ist ein Rechtsanspruch auf persönliche Assistenz, denn ein
selbstbestimmtes, autonomes Leben ist der beste Schutz gegen Gewalt
und Missbrauch."

Das Thema sexueller Missbrauch an Frauen mit Behinderungen ist mit
mehreren Tabus belegt. Erschwerend kommt hinzu, dass es sehr wenig
Datenmaterial über die Lebenssituation von behinderten Frauen gibt.
Die Studie 'Weil das alles weh tut mit Gewalt' ist mittlerweile 15
Jahre alt. "Ich fordere eine neue Studie zu diesem wichtigen und
sensiblen Thema", so Jarmer, die bereits einen Entschließungsantrag
dazu eingebracht hat, der jedoch im Justizausschuss vertagt wurde.
Auch die derzeit noch bestehende Regelung im Strafrecht, wonach
Sexualdelikte an wehrlosen Menschen geringer bestraft werden können,
muss dringend beseitigt werden. "Eine Angleichung der Strafrahmen,
wie z.B. in Deutschland kürzlich erfolgt, ist im Sinne einer
gesetzlichen Gleichstellung unbedingt notwendig", erläutert Jarmer.
Die betroffenen Frauen brauchen auch barrierefreie Anlauf- und
Beratungsstellen, ebenso müssen alle Frauenhäuser darauf eingerichtet
sein, Frauen mit Behinderung aufzunehmen.

Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]

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