• 25.11.2011, 11:52:52
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  • OTS0137 OTW0137

Herausforderungen für die WBF 2020: Leistbarer Komfort in nachhaltigen Wohnungen

Gebäude verantwortlich für 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs der EU- Wohnbauförderung als effektivstes Lenkungsinstrument

Wien (OTS/PWK862) - Österreich verfügt mit seiner
Wohnbauförderung schon heute über ein Modell mit einem starken Hebel
für die Wirtschafts-, Sozial- und Umweltpolitik, das auf mehreren
Ebenen äußerst effektiv wirkt. Dr. Wolfgang Amann, Leiter des
Instituts für Immobilien, Bauen und Wohnen (IIBW), betont: "Die
österreichische Wohnbauförderung sichert in der Risikogesellschaft
von heute das komfortable und energieeffiziente Qualitätswohnen quer
durch alle Einkommensschichten und sorgt für sozialen Frieden sowie
einen stabilen und leistbaren Wohnungsmarkt."

Internationale Bestnoten für österreichische Wohnbauförderung

Die österreichische Wohnungspolitik erfährt im
länderübergreifenden Vergleich eine exzellente Bewertung: Während der
Staat in Österreich nur 0,9 Prozent des BIP für das Wohnen aufwendet,
sind es in Großbritannien weit über 2 Prozent. Dennoch ist die
Wohnbauleistung Österreichs - bezogen auf die Bevölkerungszahl - mehr
als doppelt so hoch wie in Großbritannien: In Österreich lebt mehr
als die Hälfte der Bevölkerung in geförderten Wohnungen.

Die Wohnbauförderung setzt gerade in wirtschaftlich schwachen
Zeiten wichtige Nachfrageimpulse für die Bauwirtschaft. Rund 28
Milliarden Euro machen die Bauinvestitionen pro Jahr aus. Jeder
eingesetzte Euro hat dabei einen Multiplikator-Effekt von 2,3 für
nachgelagerte Sparten.

Rückläufige Entwicklung der Förderungszusicherungen

Der Beitrag der öffentlichen Hand zum Wohnbau ist allerdings
deutlich rückläufig. Die Förderungszusicherungen sind von 2009 auf
2010 um 19 Prozent auf 28.000 Einheiten zurückgegangen. Derzeit
substituiert der freifinanzierte Wohnbau weitgehend den Rückgang.
Entfielen früher 80 Prozent auf geförderte und 20 Prozent auf
freifinanzierte Wohnungen, so hat sich das Verhältnis jetzt auf 60 zu
40 Prozent geändert.

Nur 45.000 Wohneinheiten statt der benötigten 50.000

Der gesamte Wohnbedarf wird so allerdings nicht abgedeckt: Derzeit
werden pro Jahr rund 45.000 neue Wohnungen bewilligt. Laut
Wohnbedarfsstudien sind pro Jahr 50.000 neue Einheiten notwendig, da
die Bevölkerungs- und die Haushaltszahlen steigen - die Statistik
Austria rechnet mit einem Anstieg auf 9 Millionen österreichische
Einwohner bis zum Jahr 2030. Dr. Carl Hennrich, Geschäftsführer des
Fachverbands der Stein- und keramischen Industrie der
Wirtschaftskammer Österreich, erläutert: "Die Folgen unzureichenden
Wohnungsneubaus sind bekannt: Schmälerung eines wichtigen
wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stabilisators, Einbruch bei
Bauproduktion und Beschäftigung sowie eine Enge am Wohnungsmarkt mit
unweigerlich steigenden Preisen. Diesbezügliche Entwicklungen sehen
wir zurzeit in Salzburg und Wien, wo stark steigende m2-Preise unter
anderem auf zu geringe Förderungszahlen zurückzuführen sind."

EU-Energiewende: Gebäude ohne Emissionen

Für die EU-Kommission ist das "Nachhaltige Bauen" einer der sechs
Leitmärkte der Zukunft. Vor diesem Hintergrund verlangt die
EU-Gebäuderichtlinie bis 2020, dass alle Neubauten als
Niedrigstenergiegebäude errichtet werden (öffentliche Gebäude bereits
ab 2018). Die Wohnbauförderung hat sich bereits als
Lenkungsinstrument für nachhaltiges und klimaschonendes Bauen
bewährt. In den letzten zehn Jahren konnte der CO2-Ausstoß im Wohnbau
in Österreich um rund 12 Prozent gesenkt werden. Massive Baustoffe
haben dazu einen wichtigen Beitrag geleistet. Denn sie überzeugen in
allen drei Dimensionen der Nachhaltigkeit und verbinden höchsten
Komfort mit Energieeffizienz.

Der Beitrag massiver Baustoffe zur umfassenden Nachhaltigkeit von
Gebäuden

Null-Emission kann im Wohnbau schneller Realität werden als in
anderen Sektoren, etwa im Verkehr. Die Hersteller massiver Baustoffe
leisten dazu ihren Beitrag - wie beispielsweise mit dem
Nachhaltigkeitsbeirat, in dem unabhängige Experten die ökologische,
ökonomische und soziale Nachhaltigkeit bei Rohstoffen, Baustoffen und
Gebäuden weiterentwickeln.

Um das Ziel der umfassenden Nachhaltigkeit zu erreichen, ist
allerdings rasches Handeln nötig. Mag. Karl Wurm, Geschäftsführer der
Gemeinnützigen Bauvereinigungen GEWOG/Neue Heimat und Mitglied des
Nachhaltigkeitsbeirats im Fachverband der Stein- und keramischen
Industrie, betont: "Die Wohnbauförderung hat sich als effektives
Instrument bewährt, um bedarfsgerechtes und leistbares Wohnen
konstant sicherzustellen. Es kann nicht sein, dass Ausgaben für die
Wohnungssanierung und die Wohnbeihilfe zulasten des Neubaus erfolgen.
Notwendig sind die Anpassung der ordnungspolitischen Instrumente und
ausreichende finanzielle Mittel über den derzeit laufenden
Finanzausgleich hinaus, um die EU-Regelwerke erfolgreich umsetzen zu
können."

Gebäudezertifizierung: Nachhaltigkeit in der Praxis

"Der Bund muss wieder Kompetenz im Baubereich übernehmen und die
Wohnbauförderung muss künftig verstärkt als Lenkungsinstrument für
umfassende Nachhaltigkeit eingesetzt werden. Behaglich und sicher,
leistbar und wertbeständig, effizient und langlebig, das sind die
Schlagworte der Nachhaltigkeits-Zukunft für Gebäude", ergänzt
Hennrich und setzt fort: "Gleichzeitig muss der Wohnbauförderung ein
Tool zur Gebäudezertifizierung zur Seite gestellt werden, das gemäß
EU-Vorgaben in seinen Standards alle Aspekte der Nachhaltigkeit
berücksichtigt." Ein wesentlicher Teil dieses
Gebäudezertifizierungstools ist der bereits verpflichtend eingeführte
Energieausweis, der zu einem Nachhaltigkeitsausweis ausgebaut werden
muss. "BAU!MASSIV! tritt daher dafür ein, die nachhaltige
Gesamtbilanz eines Gebäudes auf der ersten Seite eines
Gebäudezertifikats darzustellen", so Hennrich abschließend. (us)

Rückfragehinweis:
BAU!MASSIV!
DI Robert Stefenelli
Fachverband der Stein- und keramischen Industrie
[email protected]
Mobil: +43 676 5387165

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