- 25.11.2011, 11:36:09
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Kinderfreunde zu AK-Studie: Bildungssystem ist ungerecht
Die aktuelle Studie der Arbeiterkammer über die Zusammenhänge zwischen sozialer Lage und Bildungsweg bestätigt die langjährigen Warnungen der Österreichischen Kinderfreunde
Wien (OTS) - "Die Daten sind eindeutig: Unser Bildungssystem
sortiert sozial schwache Kinder und Jugendliche aus", so LAbg. Jürgen
Wutzlhofer, Bundesgeschäftsführer der Österreichischen Kinderfreunde.
"Der Anteil von Kindern aus sozial schwächeren Familien sinkt, je
höher der Abschluss der jeweiligen Schule ist", so Wutzlhofer weiter.
Während in der vierten Klasse Volksschule noch ein Viertel der Kinder
in Haushalten mit Einkommen unter 1.500 Euro lebt, sind es in der
vierten Klasse AHS nur noch 13 %.
Damit sehen sich die Kinderfreunde in ihren Analysen bestätigt:
"Wir fordern seit vielen Jahren die gemeinsame Schule aller 10 bis
14-Jährigen, weil uns klar ist, dass die Selektion in unserem
Bildungssystem nicht nach Leistung, sondern vorrangig nach dem
Einkommen der Eltern getroffen wird", erklärt Wutzlhofer. Damit zeige
sich deutlich, dass das System von AHS und Hauptschulen antiquiert
ist und nicht die Effekte erzielen kann, die von den Schülerinnen und
Schülern dringend benötigt werden. "Anstatt die sozialen Unterschiede
auszugleichen und allen Schülern die gleichen Chancen zu geben,
verstärkt das momentane System nur die Kluft zwischen arm und reich",
so Wutzlhofer.
Besonders seien von diesem Effekt Familien mit
Migrationshintergrund betroffen: "Durch die geringen Einkommen vieler
migrantischer Familien wird der soziale Status durch unser System
vererbt und ein Aufstieg ist für viele Kinder und Jugendliche
überhaupt nicht möglich", so Wutzlhofer. Integration sei vor allem
eine Bildungsfrage und in diesem Sinne müsse es der gesamten
Gesellschaft ein Anliegen zu sein, schon im Bildungssystem
Chancengerechtigkeit bieten zu können. "Es ist dringend an der Zeit,
dass die Blockierer endlich ihren Widerstand aufgeben und wir die
Weichen zu einem hochwertigen und gerechten Bildungssystem stellen
mit individueller Förderung für alle Kinder statt sozialer Auslese
und vererbten Bildungskarrieren", so Wutzlhofer abschließend.
Rückfragehinweis:
Mag. (FH) Daniel Bohmann, Pressereferent der Österreichischen Kinderfreunde Tel.: 01 / 512 12 98 / 60, 0699 / 19529488, [email protected] Österreichische Kinderfreunde, Rauhensteingasse 5/5, 1010 Wien Tel. ++43/1/5121298, Fax DW 62, [email protected], www.kinderfreunde.at
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