- 25.11.2011, 10:31:05
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Ministerin Schmied: "Kein Platz für Gewalt in der Schule"
Bildungsministerin Schmied betont bei Vernetzungstreffen gegen Gewalt, dass Respekt und Wertschätzung ein Anliegen für alle Schulpartner sein müssen.
Wien (OTS) - Bildungsministerin Dr. Claudia Schmied rief Freitag
bei der Eröffnung der diesjährigen Vernetzungstagung der
Anti-Gewaltkampagne des BMUKK ("Weiße Feder") die Schulpartner aus
allen Bundesländern zu einer gemeinsamer Kraftanstrengung gegen
Gewalt in der Schule auf: "Fragen des schulischen Zusammenlebens sind
gemeinsam von allen Schulpartnern zu lösen. Rückfälle in
"Rohrstaberl-Debatten" und die "Schwarze Pädagogik" des 19.
Jahrhunderts mit ihren erwiesenermaßen schrecklichen Folgen lehne ich
dabei vehement ab. Für uns alle muss gelten: Gewalt darf in der
Schule keinen Platz haben."
"Die Generalstrategie des BMUKK zur Gewaltprävention hat das Ziel, an
allen österreichischen Schulen Gewalt vorbeugend zu vermeiden und für
Respekt und Wertschätzung einzutreten", betonte Schmied vor mehr als
hundert TeilnehmerInnen aus allen Bundesländern.
VertreterInnen der Eltern, Schüler und Lehrer, Funktionäre der
Personalvertretung und ExpertInnen aus Pädagogik, Psychologie und
Jugendwohlfahrt sowie Kinder- und Jugenanwälte tauschten intensiv
ihre Erfahrungen aus. Positiv beurteilt wird, dass etwa im Umgang mit
längerfristig verhaltensauffälligen und problematischen SchülerInnen
der Ausbau von regionalen Unterstützungssystemen (u.a.
schulpsychologische Beratungsstellen) vorangetrieben wird.
Inzwischen haben die PädagogInnen im Rahmen der Aktionen "Weiße
Feder" und "Macht/Schule/ Theater" wissenschaftlich und praktisch
fundierte Möglichkeiten, schon im Vorfeld deeskalierend zu wirken und
Gewaltprävention zu üben.
Dafür wurden konkrete Angebote an die Schulen gemacht:
+ Die Zahl der Schulpsychologen wurde um 48 Personen erhöht, die den
Schulen zur Verfügung stehen und im Akutfall rasch in den
Klassenzimmern einsatzbereit sind.
+ Die Vernetzung und Kontaktaufnahme erfolgt über eigene
Beratungsstellen, die in jedem Bundesland etabliert wurden.
+ An den Pädagogischen Hochschulen gibt es für die PädagogInnen eine
Fülle von Fortbildungsangeboten.
+ Für den Ausbau der schulischen Sozialarbeit gibt es Pilotprojekte
in jedem Bundesland.
+ Mittlerweile beteiligen sich 1.070 Volksschulen am Projekt
"Faustlos", dessen Erfolg durch Studien mittlerweile eindrucksvoll
bestätigt wurde.
+ In knapp 800 Schulen der Sekundarstufen I und II gibt es
Peer-Mediation und ähnliche Projekte, die ebenfalls laut
übereinstimmenden Projektberichten zum massiven Rückgang von
Gewaltphänomenen an diesen Schulen geführt haben.
+ 26 Theater bundesweit kooperieren derzeit mit jeweils mindestens
zwei Schulen und arbeiten mit großem Erfolg das Thema kreativ auf.
Zwei Drittel der Schulen haben inzwischen Verhaltensvereinbarungen
auf demokratischem Wege unter Einbeziehung aller Schulpartner
erarbeitet, die laut Erfahrungsberichten aus vorangegangenen
Vernetzungstreffen hervorragend funktionieren. Darin sind gemeinsam
vereinbarte Folgen von bestimmten Handlungen fixiert und für jeden
Schüler vorhersehbar. Das ist demokratiepolitisch und pädagogisch
weitaus sinnvoller und wirksamer als obrigkeitsstaatliche
Sanktionenregimes im Kasernenhofstil, bestätigen sowohl die
PraktikerInnen aus den Bundesländern als auch die ExpertInnen.
"Die Erfahrungsberichte jener Schulen, die sich aktiv an den
Anti-Gewaltprogrammen (wie "Faustlos" in der Volksschule) beteiligen,
sprechen eine klare Sprache: Durch Dialog und Kooperation werden
diese Phänomene am wirkungsvollsten bekämpft", erklärte die
Bildungsministerin.
Zur Frage von Geld- und sonstigen Strafen hielt Schmied fest: "Wir
sind die Schule und nicht die Polizei. Es ist aus legistischen und
pädagogischen Gründen absolut undenkbar, dass LehrerInnen plötzlich
Geldstrafen von Eltern einzuheben beginnen. Allen Schulpartnern, zu
denen ja auch die Personalverteter gehören, können nur aufgefordert
werden, die Lehrerschaft zur Teilnahme an Programmen gegen Gewalt zu
motivieren. Schließlich ist der Titel der 2009 gestarteten Kampagne
,Gemeinsam gegen Gewalt\x{2588}," schloss die Bildungsministerin.
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur Josef Galley Pressesprecher Tel.: +43-1-53120-5019 mailto:[email protected] bmukk.gv.at mobil: +43-664-96-99-616
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