• 25.11.2011, 10:27:52
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CARE zu Weltklimakonferenz in Durban: Politischer Wille gefragt!

Österreich sollte sich verstärkt für internationalen Waldschutz engagieren

Wien (OTS) - Im Vorfeld der am 28. November startenden
Weltklimakonferenz in Durban ruft CARE alle Verhandlungsparteien dazu
auf, mit dem Willen in Südafrika einzutreffen, die sich verstärkende
Klimakrise zu bewältigen. "Die globalen Klimaverhandlungen werden
durch einen Mangel an Engagement und Willen behindert. Doch die
Menschen in den Entwicklungsländern, die schon jetzt die Auswirkungen
des Klimawandels spüren, können nicht länger warten," so Andrea
Wagner-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich. "Mehr als 95
Prozent aller Todesfälle durch Naturkatastrophen treten in
Entwicklungsländern auf. Es sind die ärmsten Menschen, die ins
Zentrum aller Anstrengungen, den Klimawandel einzudämmen, gerückt
werden müssen!"
CARE ruft alle Parteien dazu auf, sich auf eine zweite
Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls sowie auf ein
langfristiges, rechtlich bindendes und geschlechtergerechtes
Klimaabkommen zu einigen und zusätzliche, planbare Mittel zur
Klimafinanzierung bereitzustellen. Österreich sollte sich
insbesondere im Bereich Waldschutz verstärkt international
engagieren.

Zahlreiche Programme und Hilfseinsätze von CARE standen 2011 in
engem Zusammenhang mit den Auswirkungen des Klimawandels, darunter
die Noteinsätze in Südostasien und Zentralamerika nach ungewöhnlich
starken Fluten. Und auch wenn die Ursachen der nach wie vor
andauernden Hungerkrise am Horn von Afrika komplex sind, spielt auch
hier der Klimawandel eine unübersehbare Rolle. So berichteten
äthiopische Bauern aus der Region Borana CARE-MitarbeiterInnen, dass
Dürren heute alle ein bis zwei Jahre auftreten, während sie früher
nur alle sechs bis acht Jahre kamen.

CARE-Projekte tragen erfolgreich dazu bei, dass sich Menschen an
häufiger auftretende Starkregenfälle, Überflutungen und Dürreperioden
anpassen, ohne zu "Hungerflüchtlingen" werden zu müssen. Dabei setzt
CARE besonders auf Frauen, die über spezifisches Wissen um
traditionelle und innovative Anpassungsstrategien verfügen. "Unsere
Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinden in 34 Ländern in Afrika, Asien
und Lateinamerika zeigt uns, welch wichtige Rollen Frauen bei der
Anpassung und Stärkung ihrer Lebensräume spielen - leider sind sie
bei Verhandlungen im Klimabereich immer noch unterrepräsentiert. Das
muss sich ändern!", fordert Andrea Wagner-Hager.

Von Österreich gefragt seien großzügige Finanzmittel für
Klimaschutz, Anpassungsmaßnahen und Katastrophenvorsorge. Vor allem
müssten sie zusätzlich zu bisherigen Finanzierungszusagen für
Entwicklungszusammenarbeit erfolgen und letztere endlich eingehalten
werden. "Denn wie kann man von armen Menschen erwarten, dass sie z.B.
Wälder nicht abholzen, die für den CO2-Haushalt der Erde wichtig
sind, wenn sie dazu keine Alternativen haben?", gibt Wagner-Hager zu
bedenken.

Österreich als Waldschützer!
Gerade im Bereich Waldschutz könnte Österreich international
besondere Verantwortung übernehmen, denn als "Waldland" (rund 47
Prozent seiner Fläche sind mit Wald bedeckt, der einen wichtigen
Wirtschaftsfaktor darstellt) verfügt es über wertvolles Know-how. In
Durban wird über einen neuen Mechanismus zur Reduktion von Emissionen
aus Entwaldung und Schädigung von Wäldern verhandelt, bei dem Wäldern
und ihrer Fähigkeit, CO2 zu speichern, Geldwert beigemessen werden
soll. Für ca. 1,6 Milliarden Menschen ist der Wald Existenzgrundlage
- 300 Millionen von ihnen, insbesondere indigene Völker, leben direkt
im Wald. Viele befürchten, dass wirtschaftlich lohnende
Wiederaufforstungen bzw. eine Vermarktung von Waldschutz zu
lebensfeindlichen Monokulturen und Vertreibungen führen könnten. CARE
hofft, dass Österreich sich in Durban für die Einhaltung von Umwelt-
und Sozialstandards und gegen einen rein profitorientierten
"Waldschutz" starkmacht und selbst Pilotprojekte unterstützt, die
nachhaltig den Erhalt von Biodiversität und das Wohlergehen der in
und vom Wald lebenden Menschen gewährleisten.

Tipp: Österreichs Weg nach Durban. 15 Forderungen der Allianz für
Klimagerechtigkeit an die Bundesregierung. Siehe: www.klimaallianz.at

Gern vermitteln wir Kontakt zu (österreichischen) CARE-ExpertInnen in
Durban!

Rückfragehinweis:

CARE Österreich
   Mag. Angelika Gerstacker
   Referentin für Presse, Medien & Anwaltschaft
   Tel.: ++43 (0)1 7150715-52, 0664 88731425
   mailto:[email protected]
   www.care.at

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