- 25.11.2011, 09:49:42
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Stadt Wien wird zur Todeszone für Wild- und Heimtiere
VIER PFOTEN kritisiert die Novelle zum Wiener Jagdgesetz
Wien (OTS) - Die Novelle zum Wiener Jagdgesetz erklärt das gesamte
Stadtgebiet zur Jagdzone. Bisher war es in vielen Bereichen verboten,
dass man Tiere erschießt, durch die Novelle aber wird dies möglich.
Ziel sei es demnach die Schäden von Wildschweinen an Gärten und
Feldern in den Randbezirken einzudämmen und wildernde Haustiere vom
Jagen abzuhalten. VIER PFOTEN hat bereits vor kurzem die Neuregelung
zum Abschuss von Krähenvögeln kritisiert. "Wir fordern Belege für die
Verursachung der Schäden, tierfreundliche Management- und
Vergrämungsmaßnahmen und einen konstruktiven Diskurs mit
Wildtierexperten sowie Tierschutzorganisationen anstatt der grausamen
und unnötigen Tötung!", so Johanna Stadler, Geschäftsführerin von
VIER PFOTEN.
Die Ursachen für die Populationsexplosion von Wildschweinen
sollten vorerst hinterfragt werden. Denn, der hier als
Lösungsvorschlag angepriesene Abschuss von Wildschweinen, kann ins
Gegenteil umschlagen. Werden Mutter- oder Leittiere getötet, so
werden die Jungtiere schneller geschlechtsreif und vermehren sich
verstärkt. Nur so ist beispielsweise zu erklären, dass in der
Steiermark trotz einer Vervierfachung der Abschusszahlen, die Anzahl
der Tiere gleich geblieben ist! Auch die künstliche Fütterung der
Wildtiere führt zu einer unnatürlichen Vermehrung. "Statt die Tiere
umzubringen, sollte einerseits eruiert werden, ob und welche Schäden
wirklich von den Wildschweinen stammen und parallel dazu können
Management- und Vergrämungsmaßnahmen eingesetzt werden, die den
Tieren keinen Schaden zufügen.", so Stadler.
Neben dem Abschuss der Wildtiere wird es nun auch für Heimtiere
gefährlicher. Unzählige verzweifelte Haustierbesitzer melden sich bei
VIER PFOTEN, weil ihre geliebte Katze bei ihren Streifzügen um das
Haus schwer verletzt wurde oder ihr Hund beim Waldspaziergang
erschossen worden ist. "Es ist selbstverständlich, dass man auf sein
eigenes Tier bestmöglich achtet und sich rücksichts- und respektvoll
gegenüber Wildtieren verhält. Nur sollte nicht vergessen werden, dass
Haustiere weitaus seltener Wildtieren Schaden zufügen, als Jäger dies
tun. Hier sollte die Sinnhaftigkeit mancher Vorschriften,
beispielswiese der Entfernung, die eine Katze vom Haus weg sein darf,
überdacht werden. Für Hunde wäre die Möglichkeit zum Freilauf
auszuweiten, dafür könnten andere Möglichkeiten geschaffen werden,
die die wenigen unverantwortliche TierhalterInnen, die ihre Hunde
stöbern und wildern lassen, zur Vernunft zu bringen, beispielsweise
durch Geldstrafen.", weiß Stadler.
VIER PFOTEN fordert daher die Gesetzgebung auf vor derartigen
Beschlüssen mit ExpertInnen aus Ökologie, Biologie, Tierschutz und
Umweltschutz Rücksprache zu halten, damit nicht unnötig Tiere
gemordet werden. Es bleibt zu hoffen, dass der Abschuss in Wien
restriktiv angewendet wird und andere Maßnahmen diskutiert und
beschlossen werden!
Rückfragehinweis:
Anita Hauser
0664 848 55 65
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