• 24.11.2011, 18:15:31
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Dicke Luft setzt heimischen Unternehmen zu - von Esther Mitterstieler

Die Chance liegt darin, Ökologie und Ökonomie zu verzahnen

Wien (OTS) - Die Luft wird immer dicker. Seit der ersten
Klimakonferenz in Rio de Janeiro 1992 haben sich die klimatischen
Grundbedingungen nicht zum Besseren verändert - im Gegenteil. Schon
damals war klar: Der Klimawandel ist ein dringliches Problem. Es soll
wenig Probleme geben, die nicht zu lösen sind. Aber dieses wird seit
1992 aufgeschoben. Die USA und China fühlen sich nicht zuständig, das
macht die anderen Länder, die ohnehin nur unverbindliche Zielvorgaben
haben, mürbe. Auch Österreich wird seine selbst auferlegten Ziele
nicht erreichen können. Das Ziel des Kyoto-Protokolls von 1997, den
Ausstoß umweltschädlicher Treibhausgase bis 2012 gegenüber dem Wert
von 1990 um fünf Prozent zurückzufahren, haben sich immerhin 192
Länder vorgenommen. Bisher haben sich diese Länder aber nicht darauf
einigen können, was nach 2012 passiert. Die EU könnte mit ihrem Ziel,
bis 2020 den Ausstoß der CO2-Gase um 20 Prozent zu senken, den Weg
vorgeben.

Was aber mürbe macht, ist die Entschlossenheit der USA und Chinas,
sich klimatechnisch einzubinden. Kein Wunder, dass auch die anderen
Staaten nur halbherzig daran arbeiten, die Treibhausgase zu
reduzieren, sodass sich die Erde nicht mehr als zwei Grad erwärmt.
Kein Wunder leider auch, dass die Unternehmen die Hoffnung auf
politische Lösungen des Klimaproblems verlieren. Eine KPMG-Studie
zeigt, dass heuer doppelt so viele der 144 in Österreich befragten
Unternehmen mit negativen Folgen des Klimawandels für ihren Betrieb
rechnen als ein Jahr zuvor. Nur 15 Prozent glauben an die Erreichung
der internationalen Klimaschutzziele. Trotzdem sehen 67 Prozent im
Klimaschutz die Chance neuer Geschäftsfelder: Ökologie und Ökonomie
sollten sich verzahnen. Das geht aber nicht, wenn man nur die Politik
auffordert, klare Rahmenbedingungen zu setzen; auch die Unternehmen
müssen neue Wege suchen. So erkennen noch viel zu wenige von ihnen,
dass CO2-Reduktion nicht nur im Kerngeschäft erfolgen muss, sondern
auch bei Rohstoffbeschaffung und im Vertrieb. Was für die Wirtschaft
gilt, sollte auch dir und mir ein Ziel sein: Wer sein Verhalten
überdenkt, findet bestimmt neue Wege, Energie effizienter zu nutzen.
Ohne den Faktor Mensch zu berücksichtigen, kann die Klimakonferenz in
Durban nichts verbessern.

Rückfragehinweis:
Wirtschaftsblatt Verlag AG
Tel.: Tel.: 01/60117 / 300
mailto:[email protected]

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