- 24.11.2011, 11:30:56
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Lehrer zu Fekter: Wir brauchen "Rettungsschirm" vor unqualifizierten Attacken!
Wer 1.300 Euro netto für ein exorbitantes hohes Einkommen hält, hat Bezug zur Realität verloren.
Wien (OTS) - Mit Unverständnis und Entsetzen reagieren die
Vorsitzenden der Lehrergewerkschaften in der GÖD auf die gestern
publik gewordenen Aussagen der Finanzministerin zu
LehrerInnengehältern und Arbeitszeit.
Paul Kimberger, Vorsitzender der
PflichtschullehrerInnengewerkschaft, fasst den Unmut zusammen: "Wenn
Banken Rettungsschirme brauchen, dann brauchen wir LehrerInnen
dringend einen Rettungsschirm vor all jenen, die sich mit der
Schulrealität nicht auseinandersetzen und für die PädagogInnen
offenbar nur Buchungszeilen im Budget sind. Während unsere
KollegInnen unter zunehmend schwieriger werdenden Bedingungen
tagtäglich ihr Bestes geben, plaudert Ministerin Fekter locker über
Arbeitszeiterhöhung ohne Lohnausgleich."
Eckehard Quin, der AHS-Vorsitzende, ergänzt: "Einem Akademiker
ausrichten zu lassen, dass er mit einem Anfangsbezug von etwas über
1.300 Euro exorbitant gut bezahlt ist, kann nur als Verhöhnung seiner
Arbeitsleistung empfunden werden! Fekter hat offenbar noch nicht
begriffen, dass unser Schulsystem auf Idealismus und Arbeitsleistung
weit jenseits der 40-Stundenwoche basiert. Ihre Aussagen sind eine
Schlag ins Gesicht zehntausender engagierter Lehrerinnen und Lehrer."
Jürgen Rainer, BMHS-Gewerkschaftsvorsitzender, verweist auf die
LehrerInnenarbeitszeitstudie "LehrerIn 2000", die gemeinsam von
Dienstgeber- und Dienstnehmerseite in Auftrag gegeben wurde und deren
Ergebnisse eindeutig sind: "Ein kurzer Blick in diese Studie hätte
Ministerin Fekter gezeigt, wie hanebüchen ihr Vorstoß ist. Mag sein,
dass Euro-Krise etc. die Ministerin zeitlich so beanspruchen, dass
sie für diese Lektüre keine Zeit gefunden hat. Ahnungslosigkeit
können wir aber als Entschuldigung für diese Entgleisungen nicht
akzeptieren!"
Albert Arzt, Vorsitzender der Gewerkschaft der
BerufsschullehrerInnen, bedauert mit Blick auf den LehrerInnenmangel,
dass die Finanzministerin kaum wieder gut zu machenden Schaden
angerichtet hat: "Was soll sich ein junger Mensch denken, der kurz
vor der Matura steht und ein Lehramtsstudium in Erwägung zieht? Hände
weg von einem Beruf mit so niedriger Bezahlung und einer drohenden
massiven Arbeitszeiterhöhung! Wohl nicht nur im Berufsschulwesen
werden uns bei solchen "Werbemaßnahmen" die Lehrer ausgehen."
Dominikus Plaschg, Vorsitzender der LandwirtschaftslehrerInnen,
hat auch kein Verständnis dafür, dass bei den laufenden
Dienstrechtsverhandlungen dieses Thema nie auf der Tagesordnung
stand: "Wir haben bisher in sechs Verhandlungsrunden fast nichts
Konkretes besprochen, weil die Rahmenbedingungen nicht geklärt sind.
Und nun richtet uns BM Fekter über die Medien so etwas aus! Wenn das
ihr Verständnis von konstruktivem sozialpartnerschaftlichem Umgang
ist, dann gute Nacht!"
"Bundeskanzler und Vizekanzler müssen dafür sorgen, dass
Seriosität und Sachlichkeit in die Bildungsdebatte zurückkehren. Wir
sind zu konstruktiven Gesprächen bereit. Sachlich völlig unbegründete
Attacken weisen wir jedoch mit aller Schärfe zurück!", so Walter
Riegler, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen in der GÖD, abschließend.
Rückfragehinweis:
Albert Arzt, Vorsitzender der Gewerkschaft der BerufsschullehrerInnen Paul Kimberger, Vorsitzender der APS-Gewerkschaft Dominikus Plaschg, Vorsitzender der Gewerkschaft der LandwirtschaftslehrerInnen Eckehard Quin, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft Jürgen Rainer, Vorsitzender der BMHS-Gewerkschaft Walter Riegler, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen in der GÖD
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