- 24.11.2011, 09:43:44
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FVMI: Diesel auf europäischen Produktenmärkten teurer als Benzin
Ende dieses Preistrends derzeit nicht in Sicht - starke Nachfrage und Spekulation
Wien (OTS) - Der Preis für Diesel ist in den letzten Wochen stark
gestiegen. Die saisonbedingte große Nachfrage nach Diesel und Heizöl
einerseits und Spekulationen sowie Euro-Kursverluste andererseits
haben die Preise auf den europäischen Produktenmärkten insbesondere
für Mitteldestillate massiv angetrieben. Die geringe steuerliche
Begünstigung von Diesel gegenüber Benzin macht in Österreich einen
Preisausgleich zunehmend schwierig. Hinzu kommen europaweite
Beeinträchtigungen der Mineralöl-Transportkapazitäten aufgrund von
Niederwasser auf den europäischen Hauptschifffahrtswegen, wie z.B. am
Rhein.
"Fakt ist, dass Diesel auf den europäischen Produktenmärkten schon
seit langer Zeit teurer als Benzin ist. Für den Konsumenten war das
an der Zapfsäule aufgrund der höheren Besteuerung von Benzin bisher
nur selten bemerkbar. Vor dem Hintergrund der aktuell hohen Nachfrage
nach Mitteldestillaten (Diesel und Heizöl) in ganz Europa stieg der
internationale Produktenpreis mehr als bei Benzin. Benzin ist
hingegen ausreichend am Markt vorhanden, was dieses im Vergleich zu
Diesel preislich eher stabil hält", so Dr. Christoph Capek,
Geschäftsführer des Fachverbandes der Mineralölindustrie.
Spekulationen und Wechselkursschwankungen lassen Preise steigen
Neben der gestiegenen Nachfrage wirken sich auch weitere Faktoren
negativ auf die aktuellen Spritpreise aus. So beinhalten die
aktuellen Preise wegen der unsicheren Erwartungshaltungen einen
maßgeblichen Spekulationsanteil. Gleichzeitig ist der Kurs für den
Euro gegenüber dem US-Dollar seit dem Frühjahr von rund Euro 1,45/
USD auf aktuell Euro 1,34/USD gesunken. Dies hat zur Folge, dass die
Mineralölunternehmen im Einkauf auf den internationalen
Produktenmärkten für den gleichen Preis weniger Ware bekommen.
MÖSt-Erhöhung für den hohen Dieselpreis mitverantwortlich
Mittlerweile ist der europäische Preisunterschied zwischen Diesel
und Euro Super ohne Steuern schon so groß, dass hierzulande die nur
noch geringe steuerliche Begünstigung von Diesel von 8,5 Cent/Liter
nicht mehr ausreicht, Diesel an den Tankstellen billiger verkaufen zu
können. Dank der heimischen Steuerpolitik, man denke an die letzten
MöSt-Erhöhungen, wurde die Steuerbegünstigung für Diesel sukzessive
verringert. Aktuell liegt der Anteil an öffentlichen Belastungen bei
Diesel durch Steuern und Abgaben bei 46%.
Geringe Margen gefährden Versorgungssicherheit in Randlagen
Entgegen generell gestiegener Rohöl- und Produktenpreise sind seit
Jahresbeginn die heimischen Margen beim Kraftstoffverkauf an
Tankstellen weiter gesunken. Zusätzliche kostenintensive Maßnahmen,
wie die vor kurzem ins Leben gerufene Spritpreisdatenbank, verstärken
den Kostendruck auf die österreichischen Mineralölunternehmen und
Tankstellen noch weiter. Der harte Wettbewerb hat zur Folge, dass
unrentable Standorte vor allem in Randlagen geschlossen oder
zumindest auf Automatenbetrieb umgestellt werden müssen. Das bedeutet
für zahlreiche Gemeinden das Wegbrechen des oft einzig verbliebenen
Nah- und Kraftstoffversorgers. Historisch gesehen bewegen sich die
Spritpreise übrigens - wenn man die Inflation heraus rechnet - seit
rund 40 Jahren auf konstantem Niveau. Allerdings kann sich heute der
Konsument aufgrund des über die Jahre gestiegenen Lebensstandards
vergleichsweise mehr Kraftstoff leisten als noch in den 1980er
Jahren.
Über den FVMI
Der Fachverband der Mineralölindustrie (FVMI) ist eine bundesweite
Fachorganisation im Bereich der Wirtschaftskammer Österreich und als
gesetzliche Interessenvertretung Bindeglied zwischen Wirtschaft und
Öffentlichkeit. Mitglieder sind österreichische Unternehmen, die
Rohöl aufsuchen und fördern (upstream), in Pipelines transportieren
(midstream) und in eigenen oder konzernverbundenen Raffinerien
verarbeiten sowie Mineralölprodukte vertreiben (downstream).
Rückfragehinweis:
Pressestelle Fachverband der Mineralölindustrie ikp Wien GmbH Daniel Pinka Liechtensteinstraße 12/10, 1090 Wien Tel.: +43 1 5247790-20 Email: [email protected]
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