• 23.11.2011, 18:08:01
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Die Problematik der Hundesteuerabgabe - ein Wiener Problem? - BILD

..was geht hier vor?

Biedermannsdorf (OTS) - Als Weihnachtsgeschenk, während viele
Bewohner Wiens mit den exorbitanten Steuererhöhungen für Wasser (+
33%), Parkgebühren (+66%) Müllentsorgung (+6,3%), Abwasser (+6,2%)
noch nach Luft schnappen, wurde die nächste Gebührenerhöhung
angekündigt. Die Hundesteuer - geplante Erhöhung + 65% ! Stadträtin
Mag. Ulli Sima wollte nicht den "Schwarzen Peter" und blieb bei den
Gebührenerhöhungen mit 65% um einen Prozentpunkt unter dem
Höchstwert. Wer zahlt schon gerne Steuer? Diese Frage stellt sich
nicht, es geht um eine vernünftige Umsetzung von wenn notwendigen
moderaten Erhöhungen. Bemerkenswert, dass die Umweltstadträtin mit
der Wasser- und der Hundesteuererhöhung, die höchsten Steigerungen zu
verantworten hat und massiv zur Inflation beitragen wird.

Wir befinden uns in einer ausgesprochen heiklen Situation. Das
Tierschutzhaus wird immer voller und die Hundehalter immer weniger.
Dies ist der ebenso ausgezeichneten wie weitsichtigen Politik
zuzuschreiben. Man denke nur an den Rohrkrepierer von "Listenhunden",
die mit 0,23% an Bissunfällen beteiligt sind, deren Besitzer man zu
Abstrusitäten nötigt. Erreicht wurde: Viele Hunde wurden im
Tierschutzhaus abgegeben und sind praktisch unvermittelbar. Zu
verantworten hat das aber die zuständige Stadträtin: Mag. Ulli Sima.

Und auch die Tierschutzombudsstelle (TOW) schweigt, anstatt von
dieser asozialen unausgewogenen Steuererhöhung abzuraten und sich für
eine moderate Vorgangsweise einzusetzen. Eine entscheidende Anhebung
sowohl der Höchstgrenzen als auch der Hundeabgabe trifft die älteren
und ärmeren Bevölkerungsschichten, vor allem Familien mit Kindern.
Angesichts der marginalen Lohn- und Pensionserhöhungen fragen sich
viele, wie sie sich den Gebührenerhöhungswahn finanziell leisten
können.

Bereits die letzte Abgabenerhöhung führte zu einem Absinken der
öffentlich bekannten Hundeanzahl in Wien. Tatsächlich dürften jedoch
die Hunde auf dem "Zweit" -Wohnsitz angemeldet werden. Nicht
unterschätzt werden darf auch die Dunkelziffer derer, die nicht mehr
in der Lage sind, sich die Hundeabgabe leisten zu können und zu
Steuerverweigerern werden. Heute schätzt man die Hundeanzahl auf
100.000. Dem stehen 52.000 gemeldete Hunde gegenüber. Wie viele
werden nun abgemeldet oder gar illegal gehalten? Ist das Wiener
Tierschutzhaus auf die Abgabe von Hunden vorbereitet, weil es sich
manche Pensionisten nicht mehr leisten können, einen Hund zu halten?
Die Einnahmen aus der Hundeabgabe sind nicht zweckgebunden. Bei einer
Jahresbilanz der Gemeinde hinsichtlich der Einnahmen von
10.646.331.000.- Euro sind die Einnahmen der Hundesteuer mit 2,4 Mio
Euro bedeutungslos. Die Einnahmen von der Hundesteuer betragen 0,023
Prozent am Gesamtbudget.

Die Herstellung der Hundemarken kostet 11. 600.- Euro ; Rechnet
man den Versand, die Bearbeitung der Einzahlungsbelege, einfach die
Administrierung und die dafür zuständigen Dienstposten, stellt sich
die Frage, ob es nicht billiger wäre, auf die Hundesteuer zu
verzichten, anstatt anständige Bürger zu verärgern, die ihren Hund
ordnungsgemäß gemeldet haben. Das nennt man Verwaltungsvereinfachung.
Eine Hundesteuer wird nur mehr in den Ländern Österreich,
Deutschland, Niederlande und der Schweiz eingehoben. Die Zeichen der
Zeit deuten auf Abschaffung.
Wer die Anlegung eines Tierfriedhofes mit der Hundesteuer aufrechnen
möchte unterschätzt die Geschäftstüchtigkeit der städtischen
Bestattung. Über deren Preise und Kosten kann jeder betroffene Bürger
im Anlassfall Auskunft geben.

Die Heimtierhaltung und somit die Hundehaltung darf über die
Hundeabgabe keinen pekuniären Strafcharakter bekommen. Die Bedeutung
des Hundes für ein Kind ist derart vielfältig und für die gesunde
Entwicklung maßgebend, dass es im Interesse jedes
verantwortungsbewussten Politikers sein muss, möglichst vielen
Kindern die Möglichkeit zu geben, mit Hunden in Kontakt/ in Berührung
zu kommen.
Genauso wichtig ist aber die Heimtier und Hundehaltung auch für
unsere älteren Mitbürger. In der Pension ist der Hund oft der
einzige Begleiter, die einzige "Bezugsperson" im Alltag. "Das
Haustier mit ins Altersheim" ist unseren Verantwortlichen in der
Politik noch fremd und die soziale Komponente nicht bewusst
geworden. Sind es doch die positiven Erfahrungen, die zu diesem Trend
geführt haben.

Im Sinne einer konstruktiven Stellungnahme sollten folgende
Vorschläge überdacht werden:
- Für Mindestrentner und Bezieher der Ausgleichszulage ist die
Hundeabgabe möglichst gering anzusetzen. Die Ansätze zur Befreiung
sind hinaufzusetzen.
- Hundehaltern, die den Besuch und Abschluss einer anerkannten
Ausbildungsprüfung/Hundeführschein nachweisen, wird die Hundeabgabe
ebenfalls ermäßigt. (Diese haben bereits eine beträchtliche Summe in
Ausbildung zum Wohle der Allgemeinheit investiert.)
- Die Hundeabgabe könnte dann mit dem Inflationsindex gekoppelt
werden.
- Vereinen, die eine Schulung von Hundehaltern durchführen und
somit im öffentlichen Interesse sind, werden anteilig
Ausbilderkosten von den Einnahmen der Hundeabgabe bereitgestellt.

Denken wir an Konrad Lorenz: "Die Heimtierhaltung ist ein
ernstzunehmender Erziehungsfaktor. Sie nimmt in dem Maße an Bedeutung
zu, in der sich eine verstädterte Menschheit der Natur entfremdet."

Dazu gehört eine mögliche Hundehaltung in der Stadt.

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:

Österreichischer Kynologenverband (ÖKV)
   Siegfried Marcus Strasse7
   2362 Biedermannsdorf
   Tel: 02236 710 667-0
   Mail: [email protected]
   Homepage: www.oekv.at
   Facebook: http://www.facebook.com/pages/ÖKV/307487497761

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