OTS0341   23. Nov. 2011, 17:16

3. Wegenstein Weindialog: Wie kommt der Wein zu seinen jungen Zielgruppen? Unkompliziert! - BILD

Über Weincocktails und entstaubte Sprache zum Weingenießer


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BILD zu TP/OTS - vlnr.: Birgit Fenderl (ORF), Michael Franek (Vorstand Merkur), Herbert Toifl (GF Wegenstein), Markus Kogler (Managing Director Sky Bar), Manfred Zentner (tfactory), Oliver Sartena (GF Wein & Co)

Das heiße Thema "Wein und junge
Erwachsene" sorgte beim 3. "Wegenstein Weindialog" für eine volle
Arena21 im Museumsquartier. Jugendforscher Manfred Zentner bot
spannende Einsichten. Oliver Sartena (Wein & Co), Markus Kogler (Sky
Bar), Michael Franek (MERKUR) und Gastgeber Herbert Toifl
(Wegenstein) - diskutierten verschiedene Ansätze zur Ansprache junger
Erwachsener. Ein weiterer Höhepunkt des Abends: die Präsentation
einiger ganz spezieller Weincocktails wie "Bottoms up", die von der
Wiener Sky Bar eigens für das Come-Together danach kreiert wurden.

Jugendforscher und Trendexperte Manfred Zentner, Geschäftsleiter
der tfactory, sprach beim "Wegenstein Weindialog" Mitte November im
Museumsquartier in Wien offen ein österreichisches Tabu-Thema an, das
selten so offen diskutiert wurde: Wein und junge Erwachsene. "Im
Zeitalter der Individualisierung wollen junge Erwachsene durch
Abgrenzung zu einer bestimmten Gruppe gehören. Die Frage ist, in
welcher dieser Lebenswelten Wein ein Lifestyle-bestimmendes Produkt
ist und zu welchem Lebensstil Wein gehört", so Zentner zu der Frage,
wieweit das Produkt Wein in die Welt von jungen Erwachsenen passt.
"Früher wurde konsumiert, um Grundbedürfnisse zu befriedigen, heute
ist Konsum ein Ausdruck von Lifestyle. Die Form wird immer wichtiger
als der Inhalt, deshalb gewinnt auch die Inszenierung von
Konsumgütern immer mehr an Bedeutung", so Zentner, der die Meinung
vertrat, dass das Thema Wein in der Generation der 20- bis
25-Jährigen kaum lifestyleprägend sei.

Neue Käuferschichten gezielt ansprechen

Diese Ansätze von Manfred Zentner wurden in der anschließenden
Podiumsdiskussion durchaus kontrovers aufgenommen: "Wir machen die
Erfahrung, dass Wein in den letzten Jahren immer mehr angenommen wird
und als 'trendy' gilt. Mein Ansatz ist: Man muss den Gast informieren
und den Wein erklären, dann wird er lieber bestellt", erklärte Markus
Kogler, Managing Director der Sky Bar. "Cocktails mit Wein, wie zum
Beispiel der so erfolgreiche 'Aperol Spritz' führen nicht automatisch
dazu, dass der Konsument genau diesen Wein im Anschluss auch solo
trinkt. Wenn man sich aber Zeit nimmt, und dem Gast erklärt, welcher
Wein zum besten Cocktail-Ergebnis führt, dann wird ein anderes Mal
auch gerne einmal ein Achterl von genau diesem Wein bestellt."

"Umso teurer der Wein, umso beratungsintensiver", erzählt MERKUR
Vorstand Michael Franek aus seinem Erfahrungsschatz in den Märkten.
"Jedoch sind Weinmarken keine Industriemarken wie Coca-Cola, Weine
haben generell einen recht individuellen, persönlichen Zugang. Bei
deren Marketingansatz geht es vorwiegend um die Herkunft des Weins,
die Region und natürlich den Winzer selbst - die Herangehensweise ist
ganz anders als bei klassischen Lifestyle-Produkten."

Oliver Sartena, Geschäftsführer Marketing und
Unternehmensentwicklung bei Wein & Co, will Wein auch nicht als
Produkt, sondern als Genussmittel verstanden wissen und auch er
widerspricht, wie Sartena, der These von Zentner: "Es gibt sehr wohl
einen Markt für Wein als Genussmittel im Segment der jungen
Erwachsenen, das sehen wir täglich in unseren Weinbars. Es haben noch
nie mehr Leute an Wein Interesse gehabt als heutzutage. Waren es vor
wenigen Jahren noch 30.000 Wein & Co-Kunden, haben wir heute fast
300.000 Kunden im Jahr. Und ein steigender Anteil dieser Kunden sind
junge Erwachsene."

Manfred Zentner von der tfactory schränkt hier ein: "Wir reden
hier immer nur von oberen Sinusmilieus. Die Wertigkeit des Weines für
junge Menschen zeigt sich in keiner einzigen Studie in Österreich.
Während etwa in den romanischen Ländern Wein gerne als
Lifestyle-Element gesehen und im Kreise von Familienfesten getrunken
wird, hat Wein im Gegensatz zu Bier in Österreich absolut kein
Standing." Zentner sieht deshalb vor allem in der jüngeren
Mittelschicht keinen Platz für höherpreisigen Wein. Dies sollte der
Weinbranche doch zu denken geben, so Zentner.

Wein: einfach kompliziert?

Für Gesprächsstoff sorgte auch die oftmals für Einsteiger
komplizierte Weinsprache. Oliver Sartena bot einen Lösungsansatz
dafür: "Auch wenn die Hemmschwelle, in eine Vinothek zu gehen, bei
jungen Erwachsenen immer niedriger wird, haben wir die Weinansprache
bei uns bei Wein & Co gezielt 'entkompliziert'. Wir lassen
Wein-Neulinge Assoziationen herstellen und können so besser auf
unsere Zielgruppen eingehen und besser mit ihnen kommunizieren."

Weininteressierte und schnelle Käufer: so die Differenzierung der
Kunden vor dem Regal

Gastgeber Herbert Toifl, Geschäftsführer Weinkellerei Wegenstein,
differenzierte die Zielgruppe 'junge Erwachsene', die ihre Weine im
Supermarkt kaufen, so: "Es gibt die Gruppe der Weininteressierten,
die bereits über Weinwissen verfügen und diejenigen, die
Informationen für eine schnelle Entscheidung vor dem Weinregal
brauchen. Wir verfolgen mit Wegenstein den Ansatz, beide
Kundengruppen ohne große Erklärungen und Hemmschwellen
unproblematisch abzuholen. Das versuchen wir über ein klares Etikett
und eine kurze und prägnante Botschaft, die jeder Konsument versteht.
So gewinnen wir auch Kunden, die sich mit unseren Produkten vom
Basiswein-Käufer zum interessierten Weinkenner entwickeln können."

Der veränderte Zugang zum Thema Wein

Die Wahrnehmung von Wein und das Mediennutzungsverhalten bei neuen
Zielgruppen sprach MERKUR Vorstand Michael Franek an: "Wir nutzen
Online-Kanäle und Social Media. Aber nicht, um den Wein über diese
Vertriebswege zusätzlich zu forcieren. Wir gehen damit auf die
geänderte Nachfragebedürfnisse der Kunden - das
Multichannel-Bedürfnis - ein." Als erfolgreiches Beispiel nannte er
in dem Zusammenhang das Kooperations-Pilotprojekt "MERKUR VINOWEB
operated by WEIN & CO", bei dem die MERKUR-Kunden einen direkten
Zugriff auf das Online-Angebot erhalten.

Blumige Einsichten: Rosen und Veilchen im Cocktail

Ein spannendes Highlight des Abends war die Präsentation einiger
Weincocktails, die vom Team der Wiener Sky Bar eigens für diesen
Abend kreiert wurden und die beim anschließenden Dialog unter den
etwa 150 Gästen aus der Weinbranche und dem REWE Group-Management für
Begeisterung sorgten - wie "Vanilla meets Grape", Veilchenspritzer
und "Cobbeld Raspberry Martini"

Der Wegenstein Weindialog ist ein jährlich stattfindender
Branchenevent mit dem Ziel, sich über verschiedenen
Interessensgruppen hinweg mit nicht alltäglichen Themen der
Weinbranche zu beschäftigen.

Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/2488/

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0341 2011-11-23 17:16 231716 Nov 11 TMP0006 0956



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