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OTS0283   23. Nov. 2011, 14:31

JUGENDVERTRETUNG: "Erasmus for all" ist Mogelpackung für Jugendliche

Die BJV warnt vor den Folgen der geplanten Zusammenlegung von EU-Förderprogrammen zu dem heute präsentierten Programm "Erasmus for all".


Die Bundesjugendvertretung (BJV) kritisiert die
geplante Zusammenlegung mehrerer EU-Programme unter "Erasmus for all"
und betont, dass die heutigen Lobeshymnen mit Vorsicht zu genießen
sind: "Die geplante Budgeterhöhung ist zwar aus bildungspolitischer
Sicht begrüßenswert, dennoch ist zu befürchten, dass zentrale
jugendpolitische Aufgaben in diesem Programm untergehen", so
BJV-Vorsitzender Wolfgang Moitzi.
Aus jugendpolitischer Sicht ist die Zusammenlegung der Programme aus
folgenden Gründen bedenklich: "Erasmus for all konzentriert sich
hauptsächlich auf den Bereich Bildung und hier vorrangig auf formale
Strukturen. Viele wichtige außerschulische Initiativen von jungen
Menschen (informelle Jugendgruppen, Einzelinitiativen und Projekte)
müssen künftig um ihr Bestehen ringen", warnt Moitzi.

Insbesondere betont die BJV, dass es immer schwerer möglich sei, auch
benachteiligte Jugendliche zu erreichen, was bisher festgelegtes Ziel
des EU-Jugendprogrammes war. "Hier wird auch die Chance verspielt,
Jugendlichen einen niederschwelligen und direkten Kontakt zu
EU-Institutionen zu ermöglichen. Gerade junge Menschen müssen aber
als Zielgruppe und Ansprechpersonen ernst genommen werden. Sie sollen
die EU maßgeblich mitgestalten", ruft Moitzi auf.

Der Vorsitzende verweist auch darauf, dass die geplante Maßnahme
nicht im Sinne der erst kürzlich beschlossenen Europäischen
Jugendstrategie steht: "Von den acht Schwerpunkten konzentriert sich
das neue Programm nur auf einen, nämlich Bildung. Wir fragen uns, wie
die EU den anderen Schwerpunkten Partizipation, Teilhabe, Soziale
Integration, Kreativität, Freiwilliges Engagement oder Gesundheit
gerecht werden will. Diese für die Entwicklung unserer Gesellschaft
wichtigen Bereiche kommen in den jetzigen Plänen nicht mehr vor,
womit die Europäische Jugendstrategie zur Worthülse verkommt."

Die BJV macht sich schon seit Monaten für die Beibehaltung des
eigenständigen EU-Jugendprogrammes stark, wofür sich außerdem
zahlreiche EU-Mitgliedsstaaten und auch Jugendminister Mitterlehner
eingesetzt haben. Diese Bestrebungen wurden durch eine groß angelegte
Konsultation zur Zukunft des EU-Programms unter Einzelpersonen,
Organisationen und öffentliche Einrichtungen untermauert.
Die BJV ruft jetzt Jugendminister Mitterlehner auf, sich noch einmal
vehement für die Beibehaltung einzusetzen. "Außerdem richten wir uns
an alle EU-Abgeordneten, sich den Entwurf aus jugendpolitischer Sicht
ganz genau anzusehen und sich nicht durch die in Aussicht gestellte
Budgeterhöhung blenden zu lassen. Denn die geplante Zusammenlegung
setzt die Vielfalt von Jugendinitiativen aufs Spiel", so Moitzi.

Link zur Website der österreichischen Nationalagentur Jugend in
Aktion: www.jugendinaktion.at

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0283 2011-11-23 14:31 231431 Nov 11 BJV0001 0390



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Mag.a Nicole Pesendorfer
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 01/2144499-15
Mobil: 0676/ 880 111 048
mailto: nicole.pesendorfer@jugendvertretung.at

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