- 23.11.2011, 12:25:19
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16. Wiener Gemeinderat (3)
Aktuelle Stunde zum Thema "Bildungsvolksbegehren: Über 100.000 Wienerinnen und Wiener verlangen Bildungsreformen in Österreich"
Wien (OTS) - GRin Ing. Isabella Leeb (ÖVP) unterstrich, dass
gerade in Wien der Zuspruch besonders groß gewesen sei. Das liege
aber an einer Enttäuschung über den "Kompetenzen-Hickhack". Man müsse
sich über die Parteigrenzen hinweg zusammensetzen. Dies wolle sie
ihrerseits "aus ganzem Herzen" anbieten. Man würde sonst alles
verlieren: Die Kinder, die soziale Sicherheit und den Wohlstand.
GRin Mag.a Martina Wurzer (Grüne) freute sich über den "klaren
Arbeitsauftrag" von 383.000 Menschen, die unterzeichnet hätten.
"Herkunftsdefizite" auszugleichen sehe sie als einen der wichtigsten
Punkte. Zu einer vernünftigen Umsetzung gehöre auch eine
entsprechende Bezahlung des Lehrpersonals und eine gemeinsame Schule
statt "Taferländerungen" an der Hauptschule.
Für GR Mag. Johann Gudenus (FPÖ) stellt Wien das Schlusslicht in der
Bildungspolitik. Das Bildungsvolksbegehren bezeichnete er als "roten
Rohrkrepierer". Nach einem Jahr Bewerbung seien 100.000
Unterschriften kein Ergebnis, mit dem man sich brüsten könne. Er
bleibe bei der Devise "erst Deutsch dann Schule".
GR Dr. Wolfgang Aigner (Klubungebunden) sah sich als Sprecher für all
jene Wiener, die nicht unterschrieben hätten, weil sie nicht hinter
den Forderungen stünden. Eine "Einheitsschule" alleine sei keine
Lösung, es gehe vielmehr um das Niveau der vermittelten Inhalte. Die
neue Mittelschule bezeichnete er als "Milliardengrab".
GRin Mag.a Ines Anger-Koch (ÖVP) könne sich die Einführung einer
Ganztagsschule nur dann vorstellen, wenn es auch möglich sei, bereits
Mittags nach dem Schulunterricht nach Hause zu gehen. Zur
Verbesserung der Schulpartnerschaft schlug sie vor, die Kommunikation
zwischen Eltern, LehrerInnen, Kindern und Schule durch den Einsatz
von SozialarbeiterInnen zu stärken. Das betreffe vor allem Eltern,
welche Schwierigkeiten im Umgang mit ihren Kindern hätten.
GR Mag. Christoph Chorherr (Grüne) meinte, jeder Schulabgänger solle
die deutsche Sprache in Wort und Schrift beherrschen. Grundsätzlich
sei er der Meinung, dass man sich in der Bildungsdiskussion nicht
gegenseitig permanent Vorwürfe machen solle, sondern als Vorbild
agieren solle. Was die Zukunft der Schule betreffe, könne er sich
viele innovative Ziele in der Unterrichtsgestaltung vorstellen.
GR Dominik Nepp (FPÖ) erklärte, auf Grund des Ergebnisses des
Bildungsvolksbegehrens könne man die Gesamtschule nur ablehnen. Eine
Gesamtschule würde das Bildungsniveau senken. Überlegungen, die
Schulnoten abzuschaffen, lehne er ab. Im Gegenteil, meinte Nepp,
Kinder wollen benotet werden. Container-Klassen kritisierte er
vehement, diese seien im Winter zu kalt, im Sommer zu heiß und
räumlich ungeeignet.
GR Mag. Jürgen Wutzlhofer (SPÖ) betonte ebenfalls das respektable
Ergebnis von mehr als 100.000 Unterschriften in Wien, auch wenn er
sich noch mehr Unterschriften gewünscht hätte. Das Volksbegehren sei
keines der SPÖ, sondern vieler Initiatoren gewesen, unter anderem
auch von Teilen der ÖVP. Die Idee hinter dieser Befragung sei die
Feststellung, Österreich könne es sich nicht leisten, wesentliche
Potentiale liegen zu lassen. (forts.) kad/hl/lit
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