- 23.11.2011, 12:01:44
- /
- OTS0184 OTW0184
Zerschlagung eines bulgarischen Menschenhändlerrings in Wien
Ausforschung von 87 bulgarischen Staatsbürgern - davon 31 Opfer, 22 Verdächtige und 34 Kontaktpersonen
Wien (OTS) - "Der Handel mit Menschen ist ein grausames und
menschenunwürdiges Verbrechen. Menschenrechte werden mit Füßen
getreten - da dürfen wir nicht wegschauen. Wir müssen die Opfer
schützen und die Täter mit der vollen Härte des Gesetzes bestrafen",
sagte Innenministerin Mag. Johanna Mikl-Leitner. "Menschen- und
insbesondere Frauenhandel ist eine globale Herausforderung. Zur
Bekämpfung brauchen wir starke internationale Partnerschaften. Wir
müssen global denken und lokal handeln."
Der enge, nahezu tägliche Informationsaustausch zwischen den
österreichischen und bulgarischen Polizei- und Justizbehörden hat zur
Aushebung eines bulgarischen Menschenhändlerrings in Wien geführt.
Insgesamt konnten 31 Frauen identifiziert werden, die durch die
männlichen Mitglieder der Tätergruppierung in die Prostitution
gezwungen wurden. Unter den Opfern befinden sich auch ein
minderjähriges Mädchen und eine geistig behinderte Frau. Tagsüber
mussten sie am "Straßenstrich" und nachts in bordellähnlichen
Betrieben arbeiten. Nahezu der gesamte verdiente Lohn musste an die
Beschuldigten übergeben werden. Auch drei männliche Opfer in Wien und
Bulgarien wurden zum Betteln gezwungen, wobei ihnen das gesamte
erbettelte Geld abgenommen wurde.
"Der unbürokratische, rasche Informationsaustausch und das
professionelle Zusammenwirken des Landeskriminalamts Wien gemeinsam
mit dem Bundeskriminalamt, der Staatsanwaltschaft Wien, den
österreichischen Verbindungsbeamten im Ausland und den bulgarischen
Behörden haben schließlich zum Erfolg geführt. Das zeigt uns, dass
wir weiter gegen Menschenhandel konsequent vorgehen müssen. Die Opfer
müssen dabei im Mittelpunkt unserer Bemühungen stehen. Sie müssen
identifiziert werden und anschließend professionelle Betreuung
erhalten", erklärte die Innenministerin.
Ein eigens eingerichtetes Referat im Bundeskriminalamt kümmert sich
in enger Zusammenarbeit mit zuständigen Sozialeinrichtungen um den
Schutz der Menschenhandelsopfer. Sie werden beim Aufbau eines neuen
Lebens und neuer Lebensgrundlagen unterstützt. Um die Maßnahmen zur
Bekämpfung des Menschenhandels in Österreich zu koordinieren und zu
intensivieren, wurde im November 2004 die "Task Force Menschenhandel"
eingerichtet. Hilfe für Opfer von Menschenhandel bietet auch eine
eigens eingerichtete "Menschenhandelshotline" im Bundeskriminalamt
und in den Bundesländern, wo - auch anonym - Hinweise gegeben werden
können (Tel: +43 1 24836 85383; [email protected]).
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Inneres Mag. Andreas Wallner, Pressesprecher der Bundesministerin Tel.: +43-(0)1-53126-2027 mailto:[email protected] Mag. Silvia Strasser Presse und Öffentlichkeitsarbeit Bundeskriminalamt Tel: +43 (0) 1/24836-85004 Mobil: +43 (0) 664/264 07 13 [email protected] www.bundeskriminalamt.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NIN






