- 22.11.2011, 14:00:10
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Kinderfreunde zu Kimberger: Kinderrechte statt härterer Strafen!
Wien (OTS) - Die Österreichischen Kinderfreunde sprechen sich klar
gegen den aktuellen öffentlichen Vorschlag des
PfilchtschullehrerInnen-Gewerkschafters Paul Kimberger aus, Eltern
von so genannten "ProblemschülerInnen" die Familienbeihilfe zu
verwehren, sowie LehrerInnen härtere disziplinäre Maßnahmen zu
ermöglichen. Die Kinderfreunde pochen auf die Einhaltung der
Kinderrechte!
Am Linzer Landesgericht wurde am Montag jener Prozess fortgesetzt,
in dem ein 7-jähriger Schüler die Republik Österreich klagt. Die
Eltern des Buben behaupten, dass der Schüler mehrfach vom Direktor
tätlich angegriffen worden sei, was dieser mittlerweile auch in zwei
Fällen zugab. Der Junge trug psychosoziale Schäden davon. In diesem
Zusammenhang stellte Paul Kimberger von der
FCG-PflichtschullehrerInnen-Gewerkschaft die Forderung auf, dass
Eltern von "ProblemschülerInnen" auch Konsequenzen treffen sollten,
wenn sie nicht mit der Schule kooperieren würden. Konkret wurde die
vorübergehende Streichung der Familienbeihilfe gefordert. Auch wurde
gefordert, den Lehrerinnen und Lehrern seitens des Gesetzgebers mehr
disziplinäre Maßnahmen zu ermöglichen.
"Diese Forderungen sind eine Ungeheuerlichkeit und erinnern mich
an Zeiten zurück, in denen Prügelstrafe sowie die Ausübung von
psychischer Gewalt in der Schule Realität waren", so StR Christian
Oxonitsch, Bundesvorsitzender der Österreichischen Kinderfreunde. "Es
kann nicht sein, dass in einem Land wie Österreich, in dem die
Gewaltenteilung verfassungsrechtlich festgeschrieben ist, plötzlich
LehrerInnen Legislative, Judikative und Exekutive zugleich in einer
Person sein können und auch noch die Kinderrechte mit Füßen getreten
werden", so Oxonitsch weiter.
Viel sinnvoller zur Entlastung des Lehrpersonals sei die
langjährige Forderung der Österreichischen Kinderfreunde nach mehr
LehrerInnen in der Klasse und einer höherwertigen pädagogischen
Ausbildung für alle Altersstufen: "Damit ist ein individuelles
Eingehen auf die Bedürfnisse einzelner SchülerInnen viel eher möglich
und verschafft den PädagogInnen auch Freiräume in der
Unterrichtsgestaltung", ergänzt Oxonitsch.
Der Ruf nach Repressionen und Strafen nützt niemandem, weil damit
keine Probleme gelöst werden. Im Gegenteil, oftmals verschlimmert man
damit ohnehin schwierige Situationen in Familien. "Speziell in
wirtschaftlich mageren Zeiten gehören Familien immer zu jenen
Bevölkerungsgruppen, die reale Einschnitte und auch psychosoziale
Belastungen als Erste zu spüren bekommen. Diese Menschen dann auch
noch durch die Streichung der Familienbehilfe weiter zu bestrafen,
grenzt an Bösartigkeit", so Oxonitsch abschließend.
Rückfragehinweis:
Mag. (FH) Daniel Bohmann, Pressereferent der Österreichischen Kinderfreunde
Tel.: 01/512 12 98 / 60, 0699/19529488
[email protected]
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