- 21.11.2011, 17:01:34
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"KURIER"-Kommentar von Martina Salomon: "Wer erzieht?"
Lehrer fühlen sich mit Problemschülern alleingelassen. Wegschauen hilft nicht.
Wien (OTS) - Sollen Lehrer mehr Durchgriffsrechte erhalten, wie
ein Lehrergewerkschafter fordert? "Auf keinen Fall", möchte man im
ersten Impuls rufen. Doch hinter dieser Forderung versteckt sich ein
ganzes Bündel an Problemen: Es stimmt, immer mehr Eltern nehmen ihre
Erziehungsaufgabe nicht wahr - aus Überforderung, Zeitmangel oder
schlichter Bequemlichkeit.
Speziell an Hauptschulen bzw. an den "Neuen Mittelschulen"
berichten Pädagog(inn)en von Kindern, die auch mit 14 noch halbe
Analphabeten sind, die ohne Turnschuhe zum Turnunterricht erscheinen,
ununterbrochen an zuckerhältigen Getränken nuckeln und sich an
keinerlei Regeln halten (siehe auch jeden Montag
die aus dem Schulalltag gegriffene KURIER-Kolumne von Niki Glattauer:
kurier.at/interaktiv/kolumnen).
Weder wurden Lehrer in ihrer Ausbildung ernsthaft darauf
vorbereitet, noch dürfen sie ihre Schwierigkeiten überhaupt bekennen.
Die Idee von "Time-out-Klassen", in denen Schüler vorübergehend von
Spezialisten betreut werden, ist daher ebenso vernünftig wie die
Möglichkeit, jugendliche Vandalen zum Gemeinschaftsdienst
heranzuziehen. Derzeit wählen wir hingegen die schlechteste Lösung:
wegschauen.
Rückfragehinweis:
KURIER, Chefredaktion
Tel.: (01) 52 100/2601
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